f ü n f u n d z w a n z i g

Morgen jährt er sich mal wieder, der Tag der Tage, der warum auch immer auf meiner imaginären Liste der besten Tage des Jahres ganz weit oben steht – mein Geburtstag.
Blöd nur, dass ein hundsgemeiner Virus über mich hergefallen ist, bis 41 Fieber gabs am Wochende, gespickt mit Schwachheit und Dahinsiechen. Heute stellte sich gerade etwas Besserung ein, da erwachte der Babysohn vom Mittagsschlaf mit einer Körpertemperatur von 39,3 gepaart mit dem Drang nach Dauerstillen. An meiner Brust verbrachte er dann die Zeit, bis er ins Bett ging.
Das sind also die Vorraussetzungen mit denen wir mein Vierteljahrhundert morgen feiern werden. Oder eben auch nicht.
Sieht nach Worst birthday ever aus.Oder?
An meinem 13.Geburtstag holte ich mir bei der Eislaufgeburtstagsparty eine Gehirnerschütterung und verbrachte die Nacht im Krankenhaus.
An meinem 19. Geburtstag machte mein damaliger Freund mit mir Schluss.
Und an meinem 23. schließlich erwachte ich von Schwefelgeruch, es gab weder Kuchen, noch Kerzen oder Geburtstagstisch und wir hatten eine Autopanne.
Aber dafür war an diesem Geburtstag wunderschönes Wetter.
Und ich durfte so etwas sehen.

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Und das hier.

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Ach ja, und das.
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Als wir den Lady Knox Geysier Park nahe Rotorua, Neuseeland verließen, machte plötzlich auch noch unser Auto schlapp.
Blöderweise hatten wir auch keinen Handyempfang, also lief mein Liebster (und bester, tollster Mann) zum nächsten Haus, um dort um Hilfe zu bitten. Nebenbei erwähnte er meinen Geburtstag.
Dann holte er mich, wir liefen gemeinsam zum Haus dieser unglaublich netten Kiwis, die schon, noch während sie den örtlichen ADAC informierten Tee und Kuchen für mich draußen auf der Terrasse aufgedeckt hatten.
Als das Auto wieder flott war, fanden wir ein paar Orte weiter ein wunderbares Motel, mit einem riiiiesigen und modernen Bad, was schon Geschenk an sich war, nach monatelangem Camping. (auf unserer Hochzeitsreise)
Während ich genüsslich und warm und ausdauernd duschte, besorgte der Liebste Kuchen UND Kerzen UND baute mir meinen Geburtstagstisch.
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Nachdem dann die Kerzen ausgeblasen waren und wir dann genüsslich allerbesten Schokokuchen verspeisten, klopfte der Babysohn. Der wohnte an meinem 23. Geburtstag gerade 20 Wochen in meinem Bauch.
So war am Ende des Tages mein Glück doch irgendwie ziemlich sehr perfekt.
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Und morgen wird das auch so sein.
Wahrscheinlich gibt es morgens keinen Geburtstagstisch mit Kerzen und Kuchen. Es wird hier auch nicht die große Party steigen.
Dafür werde ich von meinem Babysohn mit „Hallu Mama!“ (und wahrscheinlich auch: Mama, mehr Miiiiilch!“) geweckt werden. Mein Liebster wird den Babysohn mitnehmen und mich weiterschlafen lassen. Darauf werde ich irgendwann von der Babylady wach, die sich hin und her kullert. Sie wird mich, wie jeden Morgen über beide Ohren angrinsen…

Ich werde morgen früh 25 sein. Ein Vierteljahrhundert alt. Ich bin diesen Weg mit tollen Menschen gegangen. Ich habe in dieser Zeit Abitur gemacht, ein Jahr im Ausland gelebt, hab Bachelor (bald Master), meinen besten Mann geheiratet, 2 Kinder bekommen und immerhin „kann“ ich mittlerweile 4 Sprachen. (Wenn 2 davon auch laut den Papieren, die ich in Prüfungen dafür bekam 😉 )
Ganz gute Bilanz, oder?

Sorry to my English speaking friends and readers. Time is so short at the moment, I won’t be able to translate.

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It’s awesome to travel the world and it’s wonderful to come home.
I seriously don’t know, what I prefer, home or away. The first days home it was definitely our place in this lovely city but once in a while now, nearly three weeks home, I start planning the next big trip secretly already. (As much as you can plan with a little one on the way…)
But oh, how do I love Germany! NOPE, I am not a Nazi but after being away for over three months I have to say this is the best country in the world!
Well, my own bed (no camping – EVER – again 🙂 ) and my own bathroom as well as NOT unpacking and repacking nearly every day might add to me loving this country so much but there’s more I really started to see diferently compared to before our trip.
It’s good how much you are cared for in Germany. I know, Germans still complain, but my German friends, there are countries out there, where you have to actually PAY for stuff the Doctor does, and not a little amount.
There’s countries out there, where you don’t get 184 Euro EVERY month until your child is 18 (or even older when they are still at school).
There’s countries out there, where you cannot stay at home for up to three YEARS with your baby because it might ruin your family budget.
There’s countries out there, where mums have to limit their children’s consume of fruit and vegetables because they are SO expensive.
There are countries, where my husband and me couldn’t have studied or would have to work very hard while doing it, because our parents are not rich enough. (And both my in-laws work and did so their whole life)
And I am not talking about the „third world“ I am talking about countries as well developed as our own.

Sure, Germany is quite plain compared to all down under.
Sure, Germany is freezing cold a quarter of the year (or even more) and I really have to admit that people are MUCH nicer down there (I am sure it’s all the sun they get) but you know, I still prefer this country!
I’m glad to live here and I think we Germans shouldn’t complain about what we are given to.

I still think though, everybody should go „down there“ and see these beautiful stunning places we were able to see and every German should meet at least one „real“ Aussie or Kiwi to learn what kind and nice and open minded really means.
(And that probably would stop people shouting at us poor homecomers still walking on the wrong side in the shop in the „no worries“ – slow Aussie (and big pregnant belly)-kinda way because they couldn’t get through to the milk (at only 0.60 AUS Dollars a liter!!!) quick enough.)

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Reisen ist wunderbar, aber Nachausekommen genauso. Gerade weiß ich wirklich nicht, ob ich lieber in der Ferne schweife, wenn das Gute liegt so nah. Als wir frisch Zuhause ankamen war ich defintiv nur noch pro home, aber jetzt, fast schon wieder drei Wochen zu Hause, fange ich tatsächlich wieder an den nächsten trip zu planen. (Naja, soweit man eben planen kann, wenn man im 6. Monat mit Baby No. one schwanger ist…)
Aber, ich muss schon sagen – Ich liebe dich, mein gutes Deutschland. Und nein, ein Nazi bin ich nun tatsächlich nicht, aber diese drei Monate in der Ferne haben mich wirklich gelernt „mein“ Land (neu) schätzen zu lernen.
Klar, unsere Zeitungen sind voll von Beschwerden über unser Land, aber ich sehe das alles mitlerweile ein bisschen anders.
Denn, liebe MitbürgerInnen, es gibt tatsächlich Länder, die genauso weit entwickelt sind wie wir, wo man alles bezahlen muss, was der Herr Doktor so tut und zwar cash. (Und da kann ein neuer Zahn schonmal an die umgerechnet 300 Euro kosten oder jeder Ultraschall während der Schwangerschaft etwa 75).
Es gibt tatsächlich Länder, wo man es richtig schwer hat als Familie, wo man nicht jeden Monat, bis das Kind 18 Jahre alt ist (oder länger, wenn es sich noch in der Ausbildung befindet) einfach mal so vom Staat 184 Euronen bekommt. Wo man nicht bis zu drei Jahre mit seinem Baby zu Hause bleiben kann, weil ein doppeltes Einkommen zum Überleben bitter nötig ist.
Es gibt Länder, da müssen Muttis den Obst-  und Gemüsekonsum ihrer Kinder einschränken, weil es sonst komplett die Haushaltskasse sprengt.
Es gibt Länder, wo der Liebste und ich nicht oder nur mit sehr vielen zusätzlichen Jobs hätten studieren können, weil es unsere finanziellen Möglichkeiten oder die unserer Familien (die nicht unter der Armutsgrenze leben) einfach haushoch übersteigen würde.
Okay, ich muss zugeben, dass Deutschland im Vergleich zu Australien und Neuseeland eher karg ist, ein Viertel Jahr eisekalt und fast ohne Sonne und dass zudem die Aussies und die Kiwis wirklich um einiges netter sind als die Leute hier. (Hier passiert es dann eben im Kaufland zwei Heimkehrern, dass sie immer noch linksgepolt auf der falschen Seite laufen und daher ihre Mitmenschen regelrecht ausrasten) ABER trotzdem mag ich Deutschland sehr. Und wahrscheinlich sogar ein bisschen mehr.
Trotzdem finde ich, dass jeder mal „da runter machen“ sollte, um diese umwerfende Wundervollheit bestaunen zu können, die wir monatelang bereisen dürfen und jeder sollte in seinem Leben mindestens einen richtigen „Aussie“ oder „Kiwi“ kennenlernen und sich von der sonnengereiften „no worries“ (=wörtlich keine Sorgen/im Gespräch eher kein Problem/macht nichts) Moral eine Scheibe abschneiden und lernen was warmherzig und nett wirklich meint.

 

Schwimmen mit Delfinen // Swimming with the dolphins

Und schwupps – nach einer Stunde Flug kommen wir im schönen Auckland an, wo uns ein Shuttlebus zu unserer Autovermietung bringt. Für einen Bruchteil des vom Reisebüro errechneten Preises bringt uns nun ein selbstorganisierter Asphaltpickel mit der klangvollen Bezeichnung „Daihatsu Sirion“ durch die Nordinsel.

Morgens noch in Christchurch gewesen, ging es am frühen Nachmittag von Auckland auf der Nordinsel in strammmem Tempo weiter Richtung Norden. Der Verkehr in den Großstädten ist brutal, und die Kiwis fahren (noch) schlechter als die Australier!

Am nächsten Morgen dann das langerwartete Spektakel: Mit etwa 30 Leuten gings raus aufs offene Meer in die „Bay of Islands“, zu deutsch „Bucht der Inseln“. Im glitzernden Licht der Morgensonne gesellten sich dann auch bereits nach ca. einer halben Stunde die ersten Bottlenose-Dolphins zu uns. Selbst der erfahrene Skipper wurde ganz aufgeregt, und das Boot neigte sich unter der Last der schaulustigen und frenetisch knipsenden Touristen leicht zu einer Seite, was aber beim herrschenden Wellengang nicht weiter auffiel. Selbiger war auch für den Verbrauch etlicher Papptütchen verantwortlich, die im Verlauf des Trips mit dem halbverdauten Frühstück einiger Passagiere gefüllt wurden. Den Rekord für die meisten prall gefüllten Tüten hielt knapp vor einer französischen, dabei sehr lautstarke Geräusche von sich gebenden Dame – meine Frau.

Auch wenn die Seekrankheit ihren Traum vom Schwimmen mit Delfinen zu ihrer großen Frustration platzen ließ, blickte sie doch zwischen dem Wiederkäuen selbstlos auf und befahl mir sie zurückzulassen und ins Wasser zu gehen, was ich zögernd auch tat. Auch wenn die Delfine wohl nicht ganz so verspielt waren wie sonst (Schwimmpreis erlassen) haben sich meine kräftigen Züge ausgezahlt, und ich hatte einige Begegnungen mit den schillernden Leibern dieser beeindruckenden Säuger im offenen Ozean. Natürlich hatte ich die extra noch besorgte Unterwasserkamera in der Aufregung vergessen. (Geld aber selbst ohne Kassenzettel problemlos zurückgekriegt, coole Kiwis!).

Alles in allem sagt selbst die Frau, dass sich die Kotzerei für eine Begegnung mit wilden Delfinen voll gelohnt hat. Und obendrauf gabs noch Bombenwetter, tolle Inseln, Sturzflug-Fischfänger und majestätische Segelboote!*

* Klick auf die Fotos zum Vergrößern!

 

 

Olé – after one hour of a swift flight we arrive in pretty Auckland, where a shuttlebus takes us to our rental company. For a fraction of the price calculated by our travel agency a self-organized tiny car brings us around the north island, answering to the illustrious name of “Daihatsu Sirion”. Being in Christchurch in the morning, we went towards the north at a good pace. The traffic in the big cities is brutal, and the Kiwis drive (even) worse than the Australians!

The next morning then brings the long awaited spectacle: With about 30 other people we set sail towards the open sea in the “Bay of Islands”. In the glittering light of the morning sun the first pod of bottlenose-dolphins seeks our company. Even the experienced skipper gets all excited, and the boat drops to one side bearing the frenetically shooting cameras and their owners. Not that it was noticeable with quite some waves we had. These by the way were also the cause of an unusually high number of paper bags being filled with the half-digested breakfast of a lot of passengers. The record for the highest number of bags filled was – after a French lady making a lot of noise in the process – held by: my wife. Still, since seasickness destroyed the dream of swimming with the dolphins for her, she looked up between two rehashs and commanded me selflessly to hit the water, which I then hesitantly did.

Even if the dolphins apparently weren´t very playful this day, (no swimming charge for me) my bold strokes paid off and I had a couple of encounters with the shimmering bodies of these impressive marine mammals. Of course I forgot the underwater cam that I bought for the occasion in the general hectic and excitement. (Even got the money back without the receipt, blessed be the relaxed Kiwis!) All in all even the wife says encountering wild dolphins was worth it being sick as a dog for two hours straight. On top of that we also had beautiful weather, pretty islands, Kamikaze-fishing birds  and majestic sailyachts.*

*Click to enlarge pics.

mehr als tausend Worte // more than words

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* Hier ein kleiner Ausschnitt unserer letzten 10 Tage in (zugegeben kleinen) Bildern, weil es viel zu lange dauern würde alles aufzuschreiben. // Here is a little bit of our last 10 days in (admittedly small-sized) pictures, since it would take too long to write down everything that happened…

Milford Sound

English in Italics
Ein großes Muss auf jeder TO DO Liste für einen Neuseelandreisenden, sind die „Sounds“ Fjörde im Südwesten der Südinsel. Bereisen kann man die zu Fuß bei mehrtägigen Wanderungen, per Kayak oder wie wir per Boot, weil mehrstündige Wanderungen mit meiner sehr „low-en“ Schwangerschaftsenergie einfach nicht möglich sind.
Dazu ist es anzuraten ersteinmal die Preise zu vergleichen, die variieren nämlich ziemlich stark – am billigsten ist es am frühen Morgen. Unser „Cruise“ startete um 9, die Reise zum Sound, den man von der letzten Stadt aus nur per 120 km langen Gebirgsstraße erreicht, startete schon halb 7.
ABER mal wieder hat es sich absolut gelohnt!
Milford Sound wird zurecht von den Neuseeländern als 8. Weltwunder bezeichnet, dort ist es einfach atemberaubend schön! Und neben der Fahrt durch die Schlucht zwischen 1500 Meter hohen im Sommer schneebedeckten Regenwald bewachsenen Bergen, aus denen ein Wasserfall nach dem anderen sprudeln, gab es für uns eine kleine Robbenkolonie noch gratis dazu zu bestaunen – wirklich, was wir dort wunderbares gesehen haben, lässt sich einfach nicht in Worte fassen und nicht einmal auf Fotos sieht man wirklich diese Schönheit.

A must do on every to do list for the New Zealand traveller are „the sounds“ – a fjord collection in the Southwest of the Southern island. You can travel them on dayhikes, kayak-tours or via boat, as we choose to do, because I can’t really walk far due to my pregnancy tiredness and lack of energy.
Prices for cruises vary A LOT – so check a few tours, before booking. The cheapest tours are eraly in the morning. Ours started at 9 a.m.
Our trip to Milford sound started already at 6.30 a.m. though, because you can only reach Milford via a windy one-way mountain road, which is about 120 km off the nearest town.
BUT getting up early was completly worth it!
Proud „Kiwis“ call Milford Sound the „8th world wonder“ and I have to say, that this absolutely no exaggeration – it is STUNNING, BREATHTAKING and SO BEAUTIFUL. (And I could probably describe it better, if I’d knew more English adjectives…)
You cruise through a gap between 1500 meter high snow – topped mountains, which are fully coated in rainforrest. There’s a huge (and very noisy) waterfall every two meters basicly and on top we got to see a seal colony the day we were there!
Anyway, as I said before, it is not possible to describe this beauty with words I know in either my first or second language and even pictures won’t show the full awesomeness.

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