was dein Papa alles kann – what your papa can do

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Mein kleines Bauchbaby, heute muss ich dir mal von einem ganz tollen Menschen in unserem Leben erzählen.
Ich rede von dem, der morgens und abends über Handauflegen durch die Bauchdecke mit dir kommuniziert
von dem, der jedes Mal wenn deine Mama Gelüste hat in den nächsten Supermarkt sprintet um ihren Heißhunger zu stillen
von dem, der deiner Mama jeden Tag so ungefähr 54835903 Minuten den Rücken massiert
von dem, der jede Laune deiner Mama erträgt
von dem, der sich allerliebst um den Londonboy kümmert, der jede Woche drei Mail bei uns ist
von dem, der deiner Mama immer wieder Ruhepausen verschafft (und verordnet)
von dem, der uns beide immer aus der Wanne hievt
oder uns auf dem Fahrrad nach Hause zieht (und mitlerweile wiegen wir schon fast 80 kg zusammen…)
von dem, der versucht jede ihm noch so verhasste Arbeit im Haushalt zu übernehmen, damit Mama nichts mehr machen muss
von dem, der sogar dann saubermacht, wenn Mama gerade wieder einen riesigen Putzdrang hat, aber sich gerade ausruhen muss
von dem, der jedesmal einen Herzkasper bekommt, wenn Mama ihr Handy vergisst
von dem, der sich schnell mal das Tragetuchbinden beibringt, damit er dich dann immer verwöhnen kann
von dem, der für dich ein wunderschönes Wickelregal mit den Muscheln aus Australien und Neuseeland über die Waschmaschine baut, währdend Mama Mittagsschlaf hält
von dem, der der beste Ehemann der Welt ist
von dem, der einfach wunderbar ist
Ich rede von deinem (und überhaupt dem allerbesten!) PAPA!
Papa kann tragen - Papa can carry youmade by your papa
Dear little one,
Today I need to tell you about a wonderful person in our lifes.
I am talking about the man,
who loves communicating with you when we are laying in bed
who runs to the supermarket every time your mama has a craving for something
who massages Mama’s back about 438240 times a day
who can deal with every mood your mama is in
who cares so well for the little Londonboy (who stays with us three times a week) that it makes your Mama’s heart melt
who allows to and makes your Mama rest
who pulls the two of us out of the bathtub
or pulls us home on the bike (and we already weigh nearly 80 Kilos!)
who tries to do all the housework even the stuff he hates the most so your Mama can rest
who even cleans when Mama has a hissy fit because she thinks it’s dirty but doesn’t have the energy to clean
who gets a heart attack every time your Mama goes somewhere and forgets her mobile phone
who teaches himself how to use our sling so he can spoil you
who builts a beautiful shelf decorated with the shells we collected in Australia and New Zealand over to washing maschine so we can get you changed
who is the best husband in the world
who is just amazing
I am talking about him, who will be your (awesome) PAPA.

BABY AHOI

English version in Italics
Letzten Samstag waren der Liebste und ich zu einer Babyparty geladen.
Das werdende Elternpaar (er Deutscher, sie Kanadierin) hat bereits 3 Mädchen, Nummer 4 kommt im September dazu.
In Kanada (und vor allem Amerika) feiert man zum Ende der Schwangerschaft die werdende Mama mit einer Babyshower – eine Party, wo meist ziemlich dusselige Spielchen gemacht werden und die Mama Geschenke für sich und den Nachwuchs bekommt.
Unser deutsch/kanadisches Paar feierte Baby NO. 4 etwas anders:
Zur Feindiagnostik ließen sie sich das Geschlecht ihres Babies nicht verraten, sondern vom Arzt auf einen Zettel schreiben.
Diesen Zettel bekam dann ein Bäcker, mit dem Auftrag eine Torte zu backen – außen weiße Buttercreme, innen Blaue oder Rosane, je nachdem, ob der Zettel einen Jungen oder ein Mädchen verkündete.
Zur Feier selbst luden sie alle ihre Freunde ein (und das sind ganz schön viele Leute) und wir waren mittendrin.
Für den großen Moment versammelten sich alle um den Tisch, die drei großen Schwestern wurden noch gefragt, was sie sich wünschten – eine weitere Schwester natürlich, damit der Kuchen pink ist! und schließlich schnitten Papa und Mama den Kuchen an – BLAU!
Der bis jetzt nur Prinzessinnen-Papa musste dann erstmal ein zwei Tränchen weinen und alle werdenden und schon Muttis im Raum heulten noch viel mehr…
Es war wirklich wundervoll, diesen Moment teilen zu dürfen.
Anschließend gabs noch Kaffee und Torte für alle und irgendwann fragte mich der Liebste, wie mir denn die Babyparty so gefällt.
Dass ichs schön finde, sagte ich, aber selber könnte ich mir jetzt so etwas ja nicht mehr vorstellen, viel zu stressig sei das und so viele Leute will ich auch nicht mehr im Haus haben, antwortete ich.
Damit war die Konversation beendet und die Party bald auch.
Nur der Liebste war ab dem Zeitpunkt etwas merkwürdig und richtig schlafen konnte er auch nicht in dieser Nacht.
Am Sonntagmorgen war er immer noch komisch und fing plötzlich an, das Wohnzimmer zu saugen.
Und ich raffte immer noch nichts, bis es dann klingelte.
Und meine Freundinnen und Schwestern mit Kuchen, Salaten, Geschenken und Dekoration vor der Tür standen. Für MEINE Babyparty!
Vom Liebsten organisiert und von den Mädels ausgeführt.
Dumme Spielchen haben wir nicht gemacht, nur gegessen, gequatscht, alle haben mal das Baby gestreichelt, dass gerade bereitwilllig Purzelbäume schlug und zudem wurde ich, die LADY MAMA, ein bisschen gewürdigt.
Wunderbar war es und ich hätte es nicht missen wollen und bin froh, dass der Liebste nicht alles noch auf den letzten Drücker abgeblasen aht, wie er es eigentlich wollte, nachdem ich gesagt hatte, dass ich keine Party will.
DSCN0584 DSCN0577 DSCN0571 DSCN0594Last Saturday we were invited to a babyshower.
Friends of us, a German-Canadian couple are expecting their 4th child. They already have 3 very girly girls.
It was not a babyshower as you might know them, with (weird) games and lots of presents and only for girls, they did it in a much cooler way.
On their last ultrasound they had the doctor find out the sex of their little one.
But they didn’t let the doctor tell them, instead they made her write the sex on a sheet of paper and seal it in a letter.
This letter was given to a baker, who was instructed to bake a cake with white icing but pink or blue filling inside, whatever matched the sex in the letter.
Then the couple invited all their friends including us, to celebrate Baby number four and cut that cake.
We all stood around the table and were really excited.
They asked their little girls what they wanted, another girl of course, they said, but only because they wanted pink cake 😀
They cut the cake together and the filling was BLUE.
The dad to be had to wipe a few tears away which made all the mums to be  and already mums in the room cry, especially me – stupid hormones.
While we were eating the cake my husband asked me, how I liked babyparties.
I said that
I liked this one but I thought I couldn’t have one anymore because it was so much stress and I wouldn’t want so many people in my house anymore.
We dropped the conversation again, but when we came home my love was quite awkward. He didn’t really sleep all night as well and  started cleaning the next morning
, which was really weird, because it was a sunday and we didn’t expect anybody.
I really didn’t know what was wrong with him until the doorbell rang and my girlfriends were standing in front of it, carrying decorations, salads, cakes and even presents!
They had come to celebrate me – the lady mama, as they called me with a babyshower!
We as well didn’t play games or anything just ate and talked and everyone got to touch the big belly, where the baby was very nice and gave kicks to everybody 😀
It was so nice and I am so glad that my husband organized all that for me and that he didn’t cancel the party after my comments on babyparties the day before.
Thanks, love.
(Pictures above)

 

100 days

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Eigentlich sollte das ein Post werden darüber, dass es heute nur noch 100 Tage sind bis unser Baby zur Welt kommt. (Falls es sich an Termine hält)
Zu schreiben angefangen hatte ich heute morgen, als der Liebste noch selig schlief.
Irgendwann wachte er auf und wollte zur Kirche. Es war aber schon recht spät, weshalb er sich ziemlich beeilen musste.
Er schwang sich auf Rad, mit einem Brötchen in der Hand und raste los.
Leider irgendwie nur mit mäßigem Erfolg, er landete unsanft auf dem Asphalt und übergab sich zudem noch und kam dann keine 10 Minuten später ziemlich zerknirscht wieder heim.
Kopfverletzung und Kotzen in Kombination sind meines Wissens nach immer ein Zeichen für Gehirnerschütterung, also musste der Liebste mit Hilfe eines netten Freundes, der ein Auto besitzt, ins Krankenhaus.
Und dort ist er jetzt immer noch.
Zum Glück nur zur Beobachtung und außer einer starken Gehirnerschütterung und ein paar Schrammen hat er auch nichts abbekommen.

Und nun sitze ich hier mit meinem hüpfenden Baby im Bauch und vermisse meinen Liebsten und denke daran, wie in nur 100 Tagen hier ein dritter Mensch wohnen wird, wie dann das Bettchen neben mir gefüllt sein wird.
Und da Papa ab jetzt IMMER seinen Helm aufsetzt, ist er dann auch dabei.

Actually this post was supposed to be about that it’s only 100 more days until our baby will be born. (Well, at least if it takes estimated birth dates serious)
I started to write this post early in the morning, when my lovely husband was still asleep.
Soon after I started he woke up.
It was already quite late for church, but he still wanted to go.
So he grabbed a sandwich and his bike and was off.
Sandwich in one, bike in the other hand isn’t such a good idea, though.
And so he stopped by falling off his bike by hitting his head.
Not even ten minutes later he was home again and told me what had happened and that he had puked in the meantime as well.
Puking plus head hitting means only one thing for me: hospital.
So this is where we went and that’s where he still is.
Luckily it’s nothing serious, only a proper concussion and some bruises, but they want to see how he feels for the next 48 hours or so.

And I am sitting here on this crazy day, missing him and talking to our baby who is currently happily bouncing up and down inside of me.
I am thinking that it’ll be only 100 more days until somebody will actually sleep in the now empty cot next to me and that there’ll be this little person coming into our lifes.
And of course in a hundred days it’s daddy will be here as well, because from now on he’ll ALWAYS wear his helmet!

Schwimmen mit Delfinen // Swimming with the dolphins

Und schwupps – nach einer Stunde Flug kommen wir im schönen Auckland an, wo uns ein Shuttlebus zu unserer Autovermietung bringt. Für einen Bruchteil des vom Reisebüro errechneten Preises bringt uns nun ein selbstorganisierter Asphaltpickel mit der klangvollen Bezeichnung „Daihatsu Sirion“ durch die Nordinsel.

Morgens noch in Christchurch gewesen, ging es am frühen Nachmittag von Auckland auf der Nordinsel in strammmem Tempo weiter Richtung Norden. Der Verkehr in den Großstädten ist brutal, und die Kiwis fahren (noch) schlechter als die Australier!

Am nächsten Morgen dann das langerwartete Spektakel: Mit etwa 30 Leuten gings raus aufs offene Meer in die „Bay of Islands“, zu deutsch „Bucht der Inseln“. Im glitzernden Licht der Morgensonne gesellten sich dann auch bereits nach ca. einer halben Stunde die ersten Bottlenose-Dolphins zu uns. Selbst der erfahrene Skipper wurde ganz aufgeregt, und das Boot neigte sich unter der Last der schaulustigen und frenetisch knipsenden Touristen leicht zu einer Seite, was aber beim herrschenden Wellengang nicht weiter auffiel. Selbiger war auch für den Verbrauch etlicher Papptütchen verantwortlich, die im Verlauf des Trips mit dem halbverdauten Frühstück einiger Passagiere gefüllt wurden. Den Rekord für die meisten prall gefüllten Tüten hielt knapp vor einer französischen, dabei sehr lautstarke Geräusche von sich gebenden Dame – meine Frau.

Auch wenn die Seekrankheit ihren Traum vom Schwimmen mit Delfinen zu ihrer großen Frustration platzen ließ, blickte sie doch zwischen dem Wiederkäuen selbstlos auf und befahl mir sie zurückzulassen und ins Wasser zu gehen, was ich zögernd auch tat. Auch wenn die Delfine wohl nicht ganz so verspielt waren wie sonst (Schwimmpreis erlassen) haben sich meine kräftigen Züge ausgezahlt, und ich hatte einige Begegnungen mit den schillernden Leibern dieser beeindruckenden Säuger im offenen Ozean. Natürlich hatte ich die extra noch besorgte Unterwasserkamera in der Aufregung vergessen. (Geld aber selbst ohne Kassenzettel problemlos zurückgekriegt, coole Kiwis!).

Alles in allem sagt selbst die Frau, dass sich die Kotzerei für eine Begegnung mit wilden Delfinen voll gelohnt hat. Und obendrauf gabs noch Bombenwetter, tolle Inseln, Sturzflug-Fischfänger und majestätische Segelboote!*

* Klick auf die Fotos zum Vergrößern!

 

 

Olé – after one hour of a swift flight we arrive in pretty Auckland, where a shuttlebus takes us to our rental company. For a fraction of the price calculated by our travel agency a self-organized tiny car brings us around the north island, answering to the illustrious name of “Daihatsu Sirion”. Being in Christchurch in the morning, we went towards the north at a good pace. The traffic in the big cities is brutal, and the Kiwis drive (even) worse than the Australians!

The next morning then brings the long awaited spectacle: With about 30 other people we set sail towards the open sea in the “Bay of Islands”. In the glittering light of the morning sun the first pod of bottlenose-dolphins seeks our company. Even the experienced skipper gets all excited, and the boat drops to one side bearing the frenetically shooting cameras and their owners. Not that it was noticeable with quite some waves we had. These by the way were also the cause of an unusually high number of paper bags being filled with the half-digested breakfast of a lot of passengers. The record for the highest number of bags filled was – after a French lady making a lot of noise in the process – held by: my wife. Still, since seasickness destroyed the dream of swimming with the dolphins for her, she looked up between two rehashs and commanded me selflessly to hit the water, which I then hesitantly did.

Even if the dolphins apparently weren´t very playful this day, (no swimming charge for me) my bold strokes paid off and I had a couple of encounters with the shimmering bodies of these impressive marine mammals. Of course I forgot the underwater cam that I bought for the occasion in the general hectic and excitement. (Even got the money back without the receipt, blessed be the relaxed Kiwis!) All in all even the wife says encountering wild dolphins was worth it being sick as a dog for two hours straight. On top of that we also had beautiful weather, pretty islands, Kamikaze-fishing birds  and majestic sailyachts.*

*Click to enlarge pics.

Als wir am ersten Tag verzweifelt versuchten, uns gegen den Jetlag zu wehren, nahm man uns mit auf einen kleinen Spaziergang um den Block. Wir gingen in ein Café und zurück, vielleicht 2km insgesamt. Wir waren platt. In einem Land, das so weit weg ist von allem was man kennt, hat die „kulturelle Evolution“ einige sonderbare Wege genommen, auch wenn die Kultur natürlich sehr von der britischen beeinflusst ist.Das nennt man wohl Kulturschock.

Es ist auch, aber nicht nur die andere Sprache, die anstrengend ist, man muss einfach alles was man sieht, irgendwie verarbeiten, weil alles irgendwie ähnlich, aber gleichzeitig sehr anders aussieht. Das gilt natürlich zuerst für die ganze Vegetation und die Tierwelt, die man sogar in der Stadt sieht und – hört, dann aber auch für große Dinge wie die Art, wie man hier Häuser baut oder wie Straßenbeläge aussehen. Oder auch das aus Amerika bekannte Städtebaumodell mit einem CBD – Central Business District, also zentralen Geschäftsviertel und vielen Suburbs (reihenhausartige Vororte).

Schlussendlich ist diese sonderbare Beobachtung auch auf ganz kleine Dinge des täglichen Lebens anwendbar, Lichtschalter, Steckdosen, Türgriffe, Duschköpfe: All das sieht anders aus, und zwar überall. Manche dieser Dinge möchte ich glatt in Deutschland einführen, weil sie so praktisch sind, andere verursachen nur ungläubiges Kopfschütteln.

 

When we desperately tried to shake off jetlag on the first day, we were taken on a little walk in the neighbourhood. We went to a café and back, maybe 2km in total. We were exhausted. In a country that is so far away from everything you know, the “cultural evolution” took some strange detours, even if the culture is influenced by the brits very much. I think you call that culture shock.

It is of course also, but not exclusively the foreign language that is exhausting to process. You just have to cope with everything you see, because everything looks kind of similar but very different at the same time. This definitely applies to the whole fauna and flora you can see and hear even in the cities, but also to big things like the style of building houses and the way street lines look. Or that style of organizing cities, that looks familiar from pictures of the US: A CBD and then lots of suburbs.

Finally, this odd observation can be applied to the very little things of everyday life: Light switches, power plugs, Doorknobs, shower heads: All that looks different, everywhere. Some of these ideas I want to import to Germany because they seem so practical, others just make me shake my head in disbelief. (german picture subtitles are followed by english ones)

Türknäufe. Überall! Man beachte auch die seltsame Höhe, in der sie angebracht sind. Doorknobs. Everywhere! Note the strange height, in which they all are mounted.

Duschkopf ohne flexiblen Duschschlauch. Shower head without a flexible showering cord.

Fenstergriffe. Window handles

Ein Wort zum Hausbau: Damit es unter dem Haus kühl bleibt, fängt das eigentlich Haus erst ein Stockwerk höher an. Unter dem Haus bleibt es schattig und kühl, man kann Sein Auto drunter stellen, und sonstigen Kram den man in Deutschland im Keller hätte.
A word on building houses: The reason for this shady downstairs area with the actual house starting on top floor is to keep it cool. Also you can put your car under it, and all the stuff you would put in a German cellar.

Auch die Nummernschilder sehen anders aus. Also the numberplates look different.

Offensichtlich: Lenkrad auf der falschen Seite. Obvious: Steering wheel on the wrong side.

Steckdosen haben einen extra Anschalter und sehen ein bisschen aus wie Munch´s „Schrei“. Power plugs have an extra on/off switch and resemble Munch´s „scream“.

Extra Fliegentür