Passierschein A 38 – horrible German paperwork

Nach langer Quälung habe ich es endlich vollbracht und zwei Semester „Neutestamentliches Griechisch“ hinter mich gebracht. Die schriftliche Zwischenprüfung ist bestanden – nun fehlt nur noch die Mündliche, und um die zu bekommen, oh weh, muss ich in das große dunkle Regionalschulamt, einen Antrag ausfüllen.
Wer geht schon gern zu deutschen Behörden? Ich hasse es besonders, seit ich australische Freunde habe.
Also hinein ins Vergnügen, es ist 9:00 Uhr die schwere Flügeltür aufgestemmt, folgt mir ins Abenteuer!
Wo ich hin muss, weiß ich nicht, also erstmal die überfreundliche Sekretärin (ü.S.) fragen.
Ich: „Äh hallo, wo muss ich denn hin um meine Neutestamentliches Griechischprüfung anzumelden?“
ü.S.: „Sie sind zu spät, die Frist ist vorbei.“
Ich: „Nein, die ist noch bis 30.“
ü.S.“Nein vorbei, versuchen Sie es nächstes Jahr.“
Ich: „Nagut, und wo ist der Raum, wo ich hätte hingehen müssen?“
ü.S.: „DIE Frist ist vorbei.

Ich bekomme den Raum dann trotzdem gesagt. Es ist 9:15 Uhr.
Die Raumtür steht offen, drinnen sitzt kaffeetrinkend überfreundliche Sekretärin ² .
Ich: „Hallo. Bin ich hier richtig zur Anmeldung für die Neutestamentliches Griechisch Prüfung?“
Ü.S.² : „IS FRÜHSTÜCKSPAUSE! WARTENSE DRAUSSN!!!!!!!!!“
Frühstückspause ist um. Es ist 9:30.
Ich: „Ich würde mich gerne für die  Neutestamentliches Griechisch Prüfung anmelden.“
ü.S.²: „Sinnse hiea falsch. Hättense auch glei saaaachen gönn. Etaaaaaasche diefer“
Ich: ?!?!?!?!?

9:35. Ich befürchte schlimmstes.
Ich (erschöpft): „Hallo. Ich würde mich gerne für die  Neutestamentliches Griechisch Prüfung anmelden.“
Sekretärin, mit freundlichem Lächeln: „Hier das Formular. Nur da den Namen hinschreiben. Und Ihre Unicard bitte. Sind Sie diejenige aus Ihrem Kurs die heiratet? Dann füllen Sie mal schnell noch dieses Formular aus, damits dann keinen Stress gibt. …. Danke. Und einen schönen Tag noch und eine tolle Hochzeit!“

After too many hours of horrible terrible torture I finally managed to get my two needed semesters together to pass the exams in ancient Greek. And for doing so I have to fill in a form in the saxony main school office. Offices/agencies/bureaus and however you call them are always FUN as everyody knows, but they are especially fun back here in Germany. (as you can read here for example)
It’s 9 ‚o‘ clock as I enter the office. I don’t know where to go, so I ask a very friendly secretary. (V.F.S.)
ME: „Hi. Where do I have to go to sign in for the ancient greek exams?“
V.F.S. „Nowhere. You missed the deadline.“
ME: „No, I didn’t, It’s two more weeks.“
V.F.S. :“Yes, you did.“
ME: „Anyway, could you tell me the office?“
V.F.S.: „No, YOU MISSED THE DEADLINE.“

I spare you the details, but at 9:15 I am on my way to the right office.
Inside the right office:
ME: „Hi. I’d like to sign in for my Ancient Greek exam.“
Another V.F.S. „It’s BREAKTIME, wait outside.“
I wait another 15 minutes. Breaktime’s over.
ME: “ As I said, I came to sign in for my ancient Greek exam.“
HER: „YOU SHOULD HAVE SAID! This is the wrong office.“
ME: ?!?!?!?!
By 9:35 I finally reach the right office. I am tired of this and highly annoyed.
ME: „Hi. I’d like to sign in for my Ancient Greek exam.“
SECRETARY:
„Oh hi, here’s the form, just put your name on the top and hand over your student card. Sign on the back. Are you the student from your course, who gets married before the exam? Yes? Just sign this other form as well and you’l have no hassle.
Thanks very much. Have a nice day and good luck with your wedding!“

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Uni stories

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Die Vorlesung „Die Musikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ gehört zu einer der Veranstaltungen, die für das Seniorenstudium geeignet sind. DAS HEISST für den NORMALO-STudent:
Keinen Sitzplatz – Omis sind IMMER anwesend
Besserwisserei und VIELE dumme Fragen
und ständig umgeben zu sein von dem frischen Geruch alternden Fleisches gemischt mit Kölschwasser (also fast so wie im Pflegeheim, nur ohne Urin) und ich mittendrin.
Stehen muss ich zwar nicht, dafür bin ich eingekreist von Brigitte, Erdmute und Horst.
Erdmute und Horst scheinen ein Pärchen zu sein, zumindest tauschen sie Körperflüssigkeiten aus (und dabei hält sich unsereins an die Regel keine Küsse in der Uni), Brigitte und ich sind davon überhaupt nicht begeistert.
Der Prof beginnt mit Geplänkel, Zusammenfassungen und Prüfungsordnungen, also widme ich mich kurz noch wichtigen Briefen an Geldgeberstellen, ganz leise versteht sich, aber zu laut für Brigitte.
Die feuert sogleich halblaut Beschimpfungen ab a la „Wenns Sie nicht interessiert…; FRÜHER hätte…, WIR waren damals; Sie wollen doch bloß den Schein…“ und so weiter, ich ignoriere sie gekonnt und schenke meine volle Aufmerksamkeit nun dem Prof, der endlich beim Wichtigen angekommen ist.
„Von wem ist La Traviata?“ fragt er – mein Arm schießt hoch. „Verdi“ „Wissen Sie sonst noch etwas darüber?“ „Mmh: Uraufführung so 1850, es geht um eine Prostituierte…“ und dann lege ich mal kurz los, Eigentlich bin ich eher jemand, der ganz hinten sitzt und sich nicht einbringt, aber manchmal muss man eben ein Bisschen klugscheißen. Die gute Brigitte kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Als ich meinen Vortrag beendet habe wendet sie sich zu mir mit den Worten (und einem leichten Verwesungsgerucht der ihrem Mund entströmt) :
„Also jetzt muss ich mich wirklich bei Ihnen entschuldigen. Es interessiert Sie ja doch. Und als Zeichen meiner Versöhnung schenke ich Ihnen dieses Kugelschreiber.“ Sprachs und überreichte mir einen wirklich wunderbaren sehr edlen Kuli.

The lecture „The history of music in the 19th and 20th century“ is one at our Uni, which seems to be extra interesting for granny students, which means for the avarage student:
extra full rooms and no seat, because senior students always attend every lecture and always arrive extra early. It also means a lot of stupid questions and unnecessary comments and the odeur of old flesh and sweat.
I got a seat, but I am sitting in between lovely Erdmute and Horst and Brigitte. The first two seem to be a couple, since they keep on kissing and touching (definitely stuff you don’t want to see at 5pm!
The Teacher starts with stuff about the exams, dates and so on, I use the time to write another letter to people who stopped paying me, nice and quiet of course, but not quiet enough, Brigitte feels very disturbed and starts getting VERY angry:
„YOU don’t belong here!“ is one of the nicer things she tells me, but I do not listen and start concentrating on what the teacher has to say. He asks a question about La Traviata, an opera and that’s one thing I know about, so I start talking (and talking…)
I think Brigitte stopped breathing, but as I finish she turns to me and says:
„My dear Miss, I am very sorry, I was wrong about you. So now take this biro to show how sorry I am.“
From now on I’ve got one more (very posh) Biro.

Verwaist – Being an orphan

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In letzter Zeit verwaist dieser arme kleine Blog, denn Frau Schreiberin findet einfach keine Zeit mehr, irgendetwas zu verfassen, aber, liebe Leser, es geht bergauf, denn das Semester hat wieder begonnen!!! und damit auch irgendwie die Freizeit. Student sein ist nicht leicht, schließlich hat man keine Ferien, sondern schreibt eine Arbeit nach der anderen, wenn man nicht gerade Praktikum macht. (und darüber anschließend eine Bericht schreibt) aber nicht während man Semester hat und nur ab und zu mal eine Veranstaltung besuchen muss.
Und weil margarete audrey und ihr Liebster endlich wieder unendlich viel Zeit für sich haben, muss schnell eine Lösung her, denn eine gute Beziehung muss durch harte Zeiten gehen, muss geprüft werden, muss sich bewähren da muss ein Problem her dachte sich die liebe Rentenstelle und drehte eins, zwei, drei den Geldhahn zu.
Ja, auch margarete audrey ist verwaist, zumindest zur Hälfte, aber das ist eine andere Geschichte und darum bekommt sie, auch wenn es keinen Menschen wieder zum Leben erwecken kann, Halbwaisenrente, solange sie sich in Ausbildung befindet und ihr 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, was beides der Fall ist.
Und da diese Zahlungen jetzt eingestellt wurden, muss man wohl davon ausgehen, weil sich nichts anderes geändert hat, dass der Herr Vater wieder am Leben ist, oder nicht? Jedenfalls wird das jetzt der lieben Rentenstelle mitgeteilt – mal sehen, wie schnell sich das Konto wieder füllt. Fortsetzung folgt.

This poor little blog has become an orphan lately. It’s writer was just too busy to feed it with new articles, but starvation is over, the new semester has begun, which means no more writing, no more stress, more time for the blog, myself and my beloved boyfriend of course.
BUT a good relationship isn’t good enough if everything is easy and they can’t deal with problems, and money problems are one of the biggest – thought the people who pay my half-orphan pension, and just stopped paying.
But in Germany you get this money if one of your parents is dead, you are learning at a university or school and if you are under 27, which is all true in my case.
So why did they stop paying? I am still learning at university and I am still under 27, so it must be my dad, being not dead anymore. And that’s just about what I wrote in a letter I send them today. Let’s see how quick my money will be payed.
To be continued.

Russisch Roulette – Gambling

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Meine liebste Uni, ich liebe dich doch sehr,denn immer wieder versuchst du das Studentenleben noch spannender, schöner und unterhaltsamer zu machen und jetzt bietest sogar kostenloses Glücksspiel an!
Das funktioniert bei uns in der Germanistik wie folgt:
Man nehme etwa 1500 Studenten aus 5 Semestern und gebe all diesen ein Passwort auf einer Internetplatform.
Auf dieser Internetplatform findet dann die Einschreibung statt.
Ja, früher, da stellte man sich noch stundenlang an, um einen Platz zu ergattern, man stach sich mit dem Einschreibekuli die Augen aus, Listen rissen und es sollen auch schon Menschen tot getrampelt wurden sein, aber heute machen wir das ganz gesittet per Internet.
Das wiederum funktioniert so:
Man schalte alle Seminarplätze gleichzeitig um neun Uhr frei.
In meinem Fall muss man also für drei Veranstaltungen drei Klicks vornehmen. Veranstaltung eins ist Pflicht, Veranstaltung zwei und drei jedoch bieten Auswahl, einmal sechs Seminare, von denen die meisten auch zu humanen Zeiten stattfinden und sogar ganz interessante Themen bieten, aber Veranstaltung drei hat es in sich.
Man muss ein Praktikum in einer Schule ablegen, dieser Praktikumsplatz wird online vergeben, indem man sich eine Schule aussucht.
Diese Schule sollte sich möglichst wohnortnah befinden, das lässt schon mal 6 von 15 Schulen wegfallen. (denn 14 km Radfahren und dann unterrichten und beides vor um neun kann schon schwierig für einen Anfänger sein)
Von den Übrigen 9 Schulen fallen nochmal etwa 7 weg, weil zu dieser Zeit schon andere Pflichtveranstaltungen stattfinden, bleiben also ZWEI Schulen mit jeweils ZWEI Plätzen.
So und nun wieder Ausgangssituation:
Um neun Uhr sitzen also 1500 Studenten vor ihren Computern und klicken alle paar Sekunden „F5“, die Seite läd immer langsamer doch plötzlich öffnen sich magisch alle Plätze irgendwann um neun Uhr herum.
Nun klicken alle wie verrückt auf ihr Wunschseminar und WARTEN, denn die Seite muss nun den Belegstatus laden.
Wenn das endlich geschehen ist liest man „Leider ist die Veranstaltung schon voll.“ (Das passiert in etwa 90 Prozent der Fälle, oder man hat tatsächlich einen Platz ergattert, dann passiert aber das folgende für die anderen beiden Veranstaltungen.)
Man ärgert sich und klickt frenetisch zurück zur Einschreibungsseite, aber mitlerweile sind natürlich alle Veranstaltungen belegt.
Aber auch für diese Unglücksraben hat sich die Uni etwas ausgedacht, das ganze Prozedere wird einfach noch zweimal wiederholt, bis alle (vielleicht) irgendwo (garantiert NICHT in der Wunschveranstaltung) einen Platz bekommen – drei Herzinfarkte, drei Nervenzusammenbrüche und diverse Computerabstürze inklusive.
DANK, liebste Uni!

Oh my dearest University, how I love thee!
And how nice you are for making student life more thrilling every single day and thank for providing free gambling at Uni from now on as well, aren’t you divine!
And that’s how „FREE UNI GAMBLE“ works (at the German department back in Leipzig):
You need about 1500 students.
You give every on of them an online account, a login and a password to sign in for their lectures and seminars.
You make all of them sit in front of their computers at nine ‚o‘ clock in the morning pressing the rebuilt button for the page every few seconds, trying to get in their favorite seminars, lectures and so on.
Let them wait for the page to load to the next page telling them, that they didn’t get in, because they were to late.
Let about 90 percent of them have a a heart attack or break down some computers at least.
Laugh out loud and let them try again two more times on other days, until everybody has any seat in a random seminar, which he most definitely will not like.
Thank you so, my dear beautiful University.

Prüfungszeit – Exam week

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Eigentlich ist erst einmal eine große Last abgefallen, die Vorlesungen sind wieder einmal vorbei, man ist (vorerst) terminfrei. Dafür sitzt man (bestenfalls) zuhause oder in der Bibliothek und lernt 24/7. Bewährt hat sich, gerade in Bachelorstudiengängen, das Bulimie-Lernen, will heißen: man stopft unglaublich viel Wissen in sich hinein, in meinem Fall etwa pro Prüfung 450 griechische Vokabeln + seitenweise Grammatik oder auch gern drei Vorlesungen a 16 Veranstaltungen mal je 4 Seiten Mitschrift.
Das versucht man nun möglichst schnell parallel auswendig zu lernen (da 3 Prüfungen in 5 Tagen) und „kotzt“ es dann in der Prüfung, bestenfalls in geordneten Zusammenhängen, wieder aus, um anschließend die Löschtaste zu drücken und Platz für neues zu schaffen.
Eigentlich müsste man auch die ganze Woche in Angstzuständen verbringen, weil man das eigentlich gar nicht alles schaffen kann.
Wir nehmen es hier gelassen, haben „Mut zur Lücke“, wissen, dass wir nichts wissen und sind damit bis jetzt auch schon recht weit gekommen.
Und ist die Prüfungszeit vorbei, gibt es schließlich fast ZWEI Monate Ferien!
(Lässt man mal die drei Wochen Praktikum, mehr Griechisch, 2 Hausarbeiten und die Bachelorarbeitsforschung außer acht.)
Eigentlich ist Student sein aber tatsächlich wirklich richtig schön.

I should ACTUALLY fell „free“ now, no more lectures, no more seminares working time is over.
BUT ACTUALLY I should sit at home or in the library and study, 24/7.
What quite works for Bachelorstudents is the so-calles bulimia learning.
You learn everything you heard (which for example in my case would be 450 ancient greek vocables and tons of ancient greek grammar) and „puke“ it all out in the exam (best case: all structured and well organized).
And afterwards you forget it all to have space for the coming things.
I ACTUALLY should be covered in cold sweat one gets from fear, but I run quite well by knowing that I don’t know (anything) or the so-called and well-liked „Mut zur Lücke“ which would translate as „Bravery for gaps (in your knowlegde)“
And this all took me to fifth semester already.
AND after exam week will be an almost TWO months break!
(IF you would forget about the three week internship and the still to write 30 pages papers…)
But ACTUALLY being a student is quite nice! (anyway)