milk brothers

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An meiner Milchbar herrscht Überproduktion.
Und das seit dem Tag des Milcheinschusses, weshalb der Gefrierschrank schon ziemlich gut gefüllt ist. Dort stapeln sich die Beutel der gelblich weißen Köstlichkeit.
Leider habe ich aber keine Verwendung für so viel Überschuss (und ja, wir schütten schon Muttermilch in die Wanne) also was tun mit der guten Muddimilch?
Hier in Leipzig gibt es eine Muttermilchbank (ein Überbleibsel aus DDR-Zeiten), wo das gute Zeug für Frühchen aufbereitet wird, leider muss man da vor Ort pumpen. Da ich aber eine Anreiseweg von circa 30 Minuten habe, ist mir das zu stressig.

Doch zum Glück waren wir letzten Samstag auf dieser wunderbaren deutsch-iranischen Hochzeit. Dort wurden wir an einen Tisch mit einem weiteren jungen Elternpaar platziert.
Wir Muttis beredeten das, was Muttis nun mal so bereden und stellten irgendwann fest, dass mein Bengelchen am gleichen Tag geboren war, wie das Söhnchen einer Freundin der anderen Mutti.
Leider hatte es diese Mama nicht so leicht wie ich.
Die Geburt war lang und brachte sehr schmerzhafte Verletzungen mit sich.
Dann kam die Milch nicht. Und weil diese Mama Hohlwarzen hat, geht die weitere Milchanregung auch nicht so richtig vonstatten.
Zu allem Überfluss verträgt ihr Söhnchen die normale Pre-Nahrung nicht.
Daher ist diese Familie verzweifelt auf der Suche nach Muttermilch, wo meine überproduzierende Milchbar sehr zur Freude der milchsuchenden Familie ins Spiel kommt. Nun musste nur noch ein Milchübergabetermin zur Tiefkühlerleerung her.

So traf vergangenen Mittwoch mein Bengelchen auf seinen Geburtstagszwilling.
Beide sind gleichlang, aber unser Söhnchen wiegt 1,5 kg mehr, was bei einer Körpergröße von 56 cm wirklich viel ausmacht. (Stellt euch einfach Buddha neben einem Magermodel vor)
Wir Mamas verstanden uns auf Anhieb und quatschten.
Gleichzeitig hatten unsere Söhne irgendwann Hunger. Wir packten aus – sie dockten an.
Das Bengelchen trank gierig, dockte nach 10 Minuten ab und schlief ein.
Sein Geburtstagszwilling tat es ihm nach, wachte aber nach 5 Minuten Schlaf hungrig und schreiend wieder auf – wurde wieder gestillt – schlief ein – wachte auf – trank – schlief – erwachte und das alles im 5-Minutentakt.
Es kam einfach kaum was.
Irgendwann sagte seine Mama, dass sie wohl zufüttern müsse und dann sahen wir uns beide an, drucksten rum und schließlich fragte sie, ob ihr Söhnchen nicht bei mir seine Abfüllung bekommen könnte.
Warum eigentlich nicht? dachte ich und legte den Kerl an.
Man kann sich gar nicht vorstellen, wie der zutzen kann!
Er trank und trank und trank bestimmt eine halbe Stunde lang und schaute mich die ganze Zeit selig an.
Ich war glücklich, seine Mama auch, der Kleine sowieso und das Bengelchen schlief weiterhin.
So hat unser Sohn nun also einen Milchbruder, der auch noch sein Geburtstagszwilling ist – toll, oder?

I am producing. Way too much. MILK of course!
From the day when the milk came I had too much milk. Our freezer is already full of the yellow-white stuff.
And even though I use it for bathing my boy I still have too much.
So what shall I do?

In Leipzig there’s a breast milk bank. They pasturize donated breast milk and feed it to premature babies. But you have to go there to pump. Because the clinic is about 30 minutes away, that’s not really an option for me.

But luckily we went to the nice wedding last saturday.
We sat on a table with another couple, who had had a baby a couple of weeks before us.
We mums talkes about the stuff mums talk about.
After a while we realized that my babyson was born on the same day as a little boy of friends of  the other mum.
Sadly this family didn’t have a nice start to their babie’s life as we had.
First my son’s birthday twin’s birth was hard and left his mum with quite a lot of injurys.
And after that her milk didn’t come. What made breastfeeding even harder was that she has crater nipples.
So feeding was and is quite hard for her. But adding to that birthday twin’s body can’t really deal with formula.
So his parents are desperate for another mum’s breast milk.

We got their phone number so we could arrange a date to pass over my frozen milk and last wednesday my little boy met his birthday twin.
Both boys are the same length – but mine weighs 1,5 kg more – which makes a lot of difference at only 56 cm long.
(Imagine Buddha next to an avarage model)
We mums got along very well right from the beginning.
We sat on the balcony an had a chat until our boys started to feel hungry right at the same time.
Mine drank for about 10 minutes, was full and fell asleep.
Hers drank for 10 minutes and fell asleep exhausted. But he woke up again after 5 minutes. Drank again – fell asleep – drank…It went on and on for about an hour.
After a while his mum wanted to get out some frozen milk to top him up.
We started to look at each other. It was a bit weird, nobody wanted to say something, but then she asked if I could just give him a feed.
All I thought was: „Why not?“I took him, felt a bit weird, when I put this other baby on my breast.
But it wasn’t weird at all!
Little bithday twin looked at me with his big eyes and started drinking as if he was starving.
He drank and drank for about half an hour.
It is awkward but it really made me happy to help out. His mum was happy, that her little boy got a big feed, he was happy about the food and my boy just slept.
That’s how our son got a milk brother, who is his birthday twin at the same time – so nice, isn’t it?

BABY AHOI

English version in Italics
Letzten Samstag waren der Liebste und ich zu einer Babyparty geladen.
Das werdende Elternpaar (er Deutscher, sie Kanadierin) hat bereits 3 Mädchen, Nummer 4 kommt im September dazu.
In Kanada (und vor allem Amerika) feiert man zum Ende der Schwangerschaft die werdende Mama mit einer Babyshower – eine Party, wo meist ziemlich dusselige Spielchen gemacht werden und die Mama Geschenke für sich und den Nachwuchs bekommt.
Unser deutsch/kanadisches Paar feierte Baby NO. 4 etwas anders:
Zur Feindiagnostik ließen sie sich das Geschlecht ihres Babies nicht verraten, sondern vom Arzt auf einen Zettel schreiben.
Diesen Zettel bekam dann ein Bäcker, mit dem Auftrag eine Torte zu backen – außen weiße Buttercreme, innen Blaue oder Rosane, je nachdem, ob der Zettel einen Jungen oder ein Mädchen verkündete.
Zur Feier selbst luden sie alle ihre Freunde ein (und das sind ganz schön viele Leute) und wir waren mittendrin.
Für den großen Moment versammelten sich alle um den Tisch, die drei großen Schwestern wurden noch gefragt, was sie sich wünschten – eine weitere Schwester natürlich, damit der Kuchen pink ist! und schließlich schnitten Papa und Mama den Kuchen an – BLAU!
Der bis jetzt nur Prinzessinnen-Papa musste dann erstmal ein zwei Tränchen weinen und alle werdenden und schon Muttis im Raum heulten noch viel mehr…
Es war wirklich wundervoll, diesen Moment teilen zu dürfen.
Anschließend gabs noch Kaffee und Torte für alle und irgendwann fragte mich der Liebste, wie mir denn die Babyparty so gefällt.
Dass ichs schön finde, sagte ich, aber selber könnte ich mir jetzt so etwas ja nicht mehr vorstellen, viel zu stressig sei das und so viele Leute will ich auch nicht mehr im Haus haben, antwortete ich.
Damit war die Konversation beendet und die Party bald auch.
Nur der Liebste war ab dem Zeitpunkt etwas merkwürdig und richtig schlafen konnte er auch nicht in dieser Nacht.
Am Sonntagmorgen war er immer noch komisch und fing plötzlich an, das Wohnzimmer zu saugen.
Und ich raffte immer noch nichts, bis es dann klingelte.
Und meine Freundinnen und Schwestern mit Kuchen, Salaten, Geschenken und Dekoration vor der Tür standen. Für MEINE Babyparty!
Vom Liebsten organisiert und von den Mädels ausgeführt.
Dumme Spielchen haben wir nicht gemacht, nur gegessen, gequatscht, alle haben mal das Baby gestreichelt, dass gerade bereitwilllig Purzelbäume schlug und zudem wurde ich, die LADY MAMA, ein bisschen gewürdigt.
Wunderbar war es und ich hätte es nicht missen wollen und bin froh, dass der Liebste nicht alles noch auf den letzten Drücker abgeblasen aht, wie er es eigentlich wollte, nachdem ich gesagt hatte, dass ich keine Party will.
DSCN0584 DSCN0577 DSCN0571 DSCN0594Last Saturday we were invited to a babyshower.
Friends of us, a German-Canadian couple are expecting their 4th child. They already have 3 very girly girls.
It was not a babyshower as you might know them, with (weird) games and lots of presents and only for girls, they did it in a much cooler way.
On their last ultrasound they had the doctor find out the sex of their little one.
But they didn’t let the doctor tell them, instead they made her write the sex on a sheet of paper and seal it in a letter.
This letter was given to a baker, who was instructed to bake a cake with white icing but pink or blue filling inside, whatever matched the sex in the letter.
Then the couple invited all their friends including us, to celebrate Baby number four and cut that cake.
We all stood around the table and were really excited.
They asked their little girls what they wanted, another girl of course, they said, but only because they wanted pink cake 😀
They cut the cake together and the filling was BLUE.
The dad to be had to wipe a few tears away which made all the mums to be  and already mums in the room cry, especially me – stupid hormones.
While we were eating the cake my husband asked me, how I liked babyparties.
I said that
I liked this one but I thought I couldn’t have one anymore because it was so much stress and I wouldn’t want so many people in my house anymore.
We dropped the conversation again, but when we came home my love was quite awkward. He didn’t really sleep all night as well and  started cleaning the next morning
, which was really weird, because it was a sunday and we didn’t expect anybody.
I really didn’t know what was wrong with him until the doorbell rang and my girlfriends were standing in front of it, carrying decorations, salads, cakes and even presents!
They had come to celebrate me – the lady mama, as they called me with a babyshower!
We as well didn’t play games or anything just ate and talked and everyone got to touch the big belly, where the baby was very nice and gave kicks to everybody 😀
It was so nice and I am so glad that my husband organized all that for me and that he didn’t cancel the party after my comments on babyparties the day before.
Thanks, love.
(Pictures above)

 

Hübsche Kinder / Beautiful Kids

 

Manche Menschen sind sehr fotogen, andere weniger. Die Kinder von den Leuten bei denen wir gerade sind (mehr Bilder auf  mavisandfrank) gehören definitiv in die erste Kategorie.

Some people are very fotogenic, others aren´t at all. The kids of the people we stay with at the moment (more pictures on mavisandfrank) definitely belong to the former.

Freitag, der 13.

Kurzmitteilung

beginnt morgens 5.23 Uhr mit einem Anruf. Es ist Alina, meine liebste Religionskommilitonin und mitlerweile sehr gute Freundin. Und sie sagt:
„Es hat grad „PLOPP“ gemacht und jetzt läuft mein Fruchtwasser aus – so viel, das kannst du dir gar nicht vorstellen!“ ich bin natürlich sofort hellwach und ganz aufgeregt, lasse mir alles haarklein erzählen, frage ob sie jetzt ins Krankenhaus fahren. Sie ist nicht minder aufgeregt, hat noch keine Wehen, weiß nicht was sie tun soll, fragt den Papa des Minis on tour, der nickt wohl ab, sie fahren gleich los.
Auch der Liebste ist sofort wach und verabschiedet Alina mit einem „Guten Rutsch“
Heute ist übrigens ihr Wunschtermin, aber Mr. Mini scheint sich Zeit zu lassen, denn der „Er ist da!“ Anruf lässt auf sich warten…
Danach schlafe ich kaum wieder ein, stehe die ganze Zeit unter Strom und bin so aufgeregt!
Wann ruft sie nur endlich an?
Ich muss erstmal die Zwillinge hüten, gehe zum Krabbelkreis mit den beiden, babysitte weiter, aber nichts lenkt mich von meiner Aufgeregtheit ab…
ich radele nach Hause und stehe weiterhin unter Strom.

Nur vorhin habe ich kurz das Aufgeregtsein vergessen, als ich meine Unterhose(!) auf dem Hof im Matsch liegend fand – mysteriös!
Aber auch das lenkt nur eine Minute ab, ich zittere weiter, Wer zittert mit?

Deutschland, Deutschland…

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Wenn man in Deutschland irgendeinen Behördengang erledigen muss, ist das immer nervig. Wenn man dann kein deutscher Staatsbürger ist, verschlimmert es die Sache um einiges und wenn man dazu auch noch die deutsche Sprache nicht beherrscht, ist es fast unmöglich, deshalb machte sich margarete_audrey gestern mit Allison Ruß und deren Physikermann, der hier in Deutschland versucht ein Gedankenexperiment für seine bahnbrechende neue Theorie zu finden, auf um deren Söhnchen in Deutschland registrieren zu lassen.
Bestellt waren wir 10:30 Uhr im Zimmer eins. Wir kamen völlig unaustralisch absolut pünktlich an.
Es folgt: Klopfen, Hineingehen, Anliegen vorbringen, falsch sein, weitergeschickt werden zu Zimmer 17.
Dort angekommen folgt: Klopfen, Hineingehen, Anliegen vorbringen, falsch sein, weitergeschickt werden zu Zimmer 14.
Dort ankommen und richtig sein. Trotzdem anklopfen, hinein gehen und warten müssen. Endlos später aufgerufen werden und die wohl unfreundlichste Sachbearbeiterin erwischen, die das Standesamt zu bieten hat: Frau Pingelig.
Alle Dokumente (die für nur 120 Euro offiziell ins Deutsche übersetzt wurden) werden vor Frau Pingelig ausgebreitet, damit die feststellen kann, dass die Dokumente in Autralien „so gaaaanz unübersichtlich aufgebaut sind“ (was margarete audrey NICHT übersetzt).
Nachdem Frau Pingelig dann doch verstanden hat, dass alle Dokumente vollständig sind, der nächste Aufreger: Auf australischen Heiratsurkunden steht nicht, für welchen Namen sich das gemeinsame Paar entschieden hat – ein überaus großes Problem, weil nun der Name des Passes der Mutter und der Name der Ehefrau des Vaters nicht übereinstimmen, also könnte die Frau vor der Beamtin schließlich auch die Schwester des Ehemanns sein, die hier mit falschen Papieren lebt! (und die zufällig am gleichen Tag geboren ist, wie die Ehefrau und zufällig auch die beiden gleichen Vornamen trägt)
Nach einer unendlichen und wiederum nicht übersetzten Diskussion zwischen margarete_audrey und Frau Pingelig heißt es wieder: warten.
Allison Ruß Söhnchen wird es aber langsam zu bunt, er braucht neue Windeln und eine ordentliche Stillmahlzeit, aber da es in der Abteilung für die Anmeldung von Babies einen Still-  und Wickelraum geben sollte, macht sich Allison Ruß auf, um das Kindchen zu versorgen und kommt nach fünf Minuten unverrichteter Dinge zurück, um mitzuteilen, dass der Still- und Wickelraum nur von acht bis zehn Uhr geöffnet ist, aber eigentlich verwundert in diesem Amt nichts mehr.
Das Söhnchen wandert von Mamas über Papas auf margarete_audreys Arm, schreit sich aber immer mehr in Rage.
Nach einer weiteren Wartezeit bekommt der Physikermann eine Rechnung über dreißig Euro ausgehändigt (für die Geburtsurkunde!) und nachdem diese in Raum 216 beglichen ist und man sich wieder vor Raum 14 eingefunden hat, verstreichen nur noch zehn Minuten ehe die Geburtsurkunde ausgehändigt wird.
Inzwischen ist es zwölf Uhr dreißig, das Kindchen schreit wie am Spieß und alle beteiligten Erwachsenen sind mit den Nerven am Ende.
Deutschland, Deutschland über alles…

If you have to use any civil service in Germany, it’s always very annoying. It’s even worse, if you are not a German citizen and if to all of it you do not speak fluent German, it’s nearly impossible, that’s why I yesterday went with my Australian friend Alsion Rus Wriggt (oh yes, that’s how the Germans pronounce Wright) and her husband to the well known „Standesamt“ to get their bundle of joy registered.
Our appointment was at half past ten, room 1. We arrived very unaustralian absolutely in time.
What follows is: Knock, walk in the office, tell the case, be in the wrong room, being send to room 17.
What follows  is: Knock, walk in the office, tell the case, be in the wrong room, being send to room 14.
Arrive there and be in the right room.
Nevertheless knock, walk in the office and walk out again and WAIT.
Being called in like an eternity later and get the worst office worker, this office has to offer, Mrs. Fussy.

We don’t care and put all documents, we had to bring in front of her. (by the way, the translation for these documents was just about 170 Australian dollars). The first thing Mrs. Fussy realizes is that the Australian documents are “sooo confusing”, so she can’t even see, if all documents are there. She takes her time to find out, but what’s that?
On Australian marriage certificates it doesn’t say, which name the new married couple chose, which is a huuuge problem, because the baby’s mum’s passport name and the name oft he wife on the marriage certificate are NOT the same! So maybe this woman in front of her is not Alison Kelly, the wife, it’s Alison Wright, which must be the dad’s sister or something, who lives her in Germany under a wrong name – with the same date of birth and the same middle name, but never mind…(And no, I didn’t translate that to Tony and his wife/sister/ or who ever she might be)
After a short (and again not translated – national proud, guys!) discussion between me and Mrs. Fussy we have to wait. Outside the office. Again.
Theodore has enough by now, he is in the need of a clean nappy and a proper feed, but no worries, we are in an office, where babies get registered, so there must be a changing room, somewhere. So Ally leaves, her little big sister girl and I read “By the big, big sea“ for the hundrest time, and Ally comes back. Theodore is still whining. Well, there was a changing room, but it was just open from eight to ten in the morning, sure, that’s the only time, where nappies need to be changed, but we do not wonder about anything anymore.
Theodore wanders from his mum’s over his dad’s to my arms, but he gets just more and more upset.
After a few more minutes, Tony gets a bill, just about 40 Australian Dollars, for the birth certificate, he leaves us, to find room 216 to pay the pill.
We do what we are best at and wait. (again)
But we just wait for ten more minutes, and then we are out. Theodore has his first official certificate, and welcomes it with crying, it’s at least 12 thirty and all adults are fed up.
Deutschland, Deutschland, über alles…