Kisses, tears and goodbyes

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The last four weeks have just flown by.
I’ve learnt so much, taught a lot, was tired but happy.
There were uncountable not-yet-grown-up boy’s hugs and kisses, family days out, stunning countryside views and smells and the feeling of being cared for, which you’ll get when coming home after a long day of work and research and a warm homemade meal is already steaming away on the table.
And there were tears and even more hugs when saying goodbye for another few months and this letter of my favorite six-year-old:

Dear Margarete Audrey and her loverboy,
It has been nice of you for coming. You should of (=have) been doing what you wanted not helping like an ou pair (au pair).
from Francis Michael
PS: I’m going to cry and I LOVE YOU!

Es scheint als wären die letzten vier Wochen einfach so vorbeigeflogen.
Ich habe so viel gelernt, oft unterrichtet war ständig ziemlich müde, aber glücklich.
Es gab unzählbare Kuschelei mit den sechs schon größeren, aber immer noch kleinen Jungs, bezaubernde Gerüche und Aussichten, die nur das Landleben zu bieten hat und das Gefühl versogt zu werden, welches man bekommt, wenn man nach einem langen Arbeits(Praktikums-)tag heimkehrt und das selbstgemachte Essen schon dampfend auf dem Tisch steht.
Es gab noch mehr Umarmungen beim Verabschieden, ein paar Tränen und diesen Brief, meines liebsten Sechs-Jährigen:
Liebe Margarete Audrey und deren Liebster,
Es war so schön, dass ihr gekommen seid. Ihr hättest machen sollen, was ihr wollt anstatt wie Aupairs zu helfen und euch um uns zu kümmern.
von Francis Michael
PS Ich werde weinen (wenn ihr geht) und ich liebe euch.

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Berlin calling…

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and I am NOT listening. Berlin is not my thing. It’s too big, I don’t like it, it isn’t charming to me in any way and yesterday I decided, that I will hate it from now on.
Yesterday we had to travel from Berlin up north to Berlin south-east to the aiport Schönefeld.
Our gate closed at 1:50 pm, we headed 11:20 and were supposed to take one bus, one undergroundtrain and an express train. This was meant to take 70 minutes, so plenty of time you might think.
BUT
the bus was 10 minutes late, so we missed the train
we wanted to take another train, but it was cancelled
so we decided to take the „Ringbahn“ and change somewhere else, but
it was cancelled
it was now about 12:40 already
There were no signs at any stations showing you, how long trains needed to go somewhere, there was no subsitute bus service or anything.
I had already: almost runined my nerves, nearly cried and was blaming my beloved for everything. (I mean hey, he is the Berlin guy – he should know about their public transport!)
We finally arrived at the airport after another cancelled train at 1:35.
I made lots of people hating me by skipping the line to the check – in, I seriously couldn’t be bothered.
We ran through security and arrived at the plane at 1:43! –  7 minutes EARLY!
I was knocked out and it took me about three more hours to realize, that we actually were going to ENGLAND, that we actually were going to meet my „second“ family. (again)
And it took the walking into the house, the smiles by these 6 hostkids I was an Aupair for (about 3 and a half years ago) for me to realize that I have come HOME again.
The next three weeks will be filled with lots of noise, lots of hugs, a stucked up pantry at any times, relaxing in the countryside, 24/7 playing…
Oh, and of course the internship we actually came here for, where we will do some teaching and research in English primary schools nearby.
Home again.

Berlin calling und ich höre nicht zu. Eigentlich habe ich Berlin noch nie gemocht, es war mir zu groß, zu laut, irgendwie ohne Charme, aber seit gestern habe ich beschlossen Berlin zu hassen.
Wir hatten gestern das Ziel von Berlin Nord (Frohnau) zum Flughafen Schönefeld im Südosten zu reisen, laut ÖPVN sollte das 70 Minuten dauern, inklusive einer Bus-, U-bahn- und Regionalexpressreise. Unser Gate schloss 13:50, um 11:20 fuhren wir los, siebzig Minuten sollte der Spaß dauern.
Aber nein, Pustekuchen. Der Bus kam 10 Minuten zu spät an der U-bahn an, sodass wir diese um 2 Minuten verpassten. Mit der nächsten Ubahn waren wir zu spät am Regionalexpress und der folgende wurde gestrichen, also Routenänderung. Nächstes Ziel war eine Haltestelle, von der aus wir zwei verschiedene Anschlussmöglichkeiten zum Flughafen hatten . Die S-bahn, die uns dorthin bringen sollte fiel leider ersatzlos aus (bei uns gibt es für solche Fälle den soganannten Schinenersatzverkehr). Mitlerweile zeigte die Uhr 12:40 ich hatte schon einen Nervenzusammenbruch erlitten, den Liebsten zur Schnecke gemacht (schließlich ist er der Berliner von uns beiden!!! und ja wohl dran schuld, oder?) und die Berliner Verkehrsbetriebe verflucht (wieso zeigen die auch an keiner Haltestelle, wie lange es von dort bis zu anderen Zielen dauert?).
Wir befanden uns etwas in Mitte, also die Hälfte lag noch vor uns.
Irgendwann und irgendwie erreichten wir dann 13:35 doch den Flughafen. Mitlerweile schrien wir uns eigentlich nur noch an.
Ich scheuchte den Liebsten vorbei an den langen Schlangen des Checkins, direkt nach vorn – falls irgendjemand gestern unter den schimpfenden Hinter-mir-Stehenden war, ich entschuldige mich vielmals!

Über den Flughafen bewegten wir uns nur rennend und erreichten das Gate verschwitzt und mit Seitenstechen 14:43 UHR! Wie auch immer wir das angestellt haben.
In diesem ganzen Stress hatte ich überhaupt keine Zeit, mich auf England und vor allem meine ehemalige Gastfamilie (ich war 2008/2009 Aupair bei 6 Jungs unter 6) zu freuen, aber als wir dann endlich im Zug zu unserem Ziel saßen, kam die Vorfreude doch:
3 Wochen voller Lautstärke und in Aktion, 3 Wochen mit immer einer vollen Speisekammer zur Verfügung, ausspannen auf dem Land, 3 Wochen in meiner Zweitfamilie.
Und natürlich, wieso wir überhaupt hergekommen sind: 3 Wochen Praktikum an einer englischen Schule, wo wir den Schulalltag erforschen, beobachten und auch selbst unterrichten werden.
Home again.

die schuhe sind schon getauscht fürs Landleben – I already changed into countryside shoes

children at play

Sie fehlen mir schon jetzt, alle sechs.
Es fehlt mir halb sieben von „I peed in my bed by accident, can you change it?“ geweckt zu werden, oder den Kriegsschauplatz nach dem Frühstück aufzuräumen.
Es fehlt mir, zehn Mal am Tag das selbe Buch vorzulesen, alle fünf Minuten einen Streit der Zwillinge zu schlichten, Pöter sauber zu wischen, Schnoddergesichter und Matschhände zu reinigen, vom vorpubertären Oliver zur Weißglut getrieben zu werden vor den dicken Spinnen Reißaus zu nehmen, die mir John ständig vor die Nase hält oder keine freie Minute zwischen sechs Uhr morgens und sieben Uhr abends zu haben.
Aber das ist auch gut so. Ich bin froh über meine sechs „Brüder“, die bitterlich weinen, wenn ich ihnen sage, dass ich am Nächsten Morgen wenn sie aufwachen schon im Flieger sitze und dann für a looong time erst einmal nicht mehr wiederkomme.
Es ist schön, wenn die Jungs sich dann in meinem Koffer verstecken wollen, um mit nach Deutschland zu kommen. (Aber natürlich nur, weil es bei uns zu Hause Nutella gibt und bei ihnen nicht 🙂 )

unser Urlaubslied

the routine

Als ich mich auf das Abenteuer Aupair eingelassen habe, erwartete ich viel Spielen mit den Kindern, ein bisschen Wäsche, ab und zu mal kochen und den Geschirrspüler ein- und auszuräumen. In meiner Familie ist es aber ganz anders. Spielen nimmt einen kleinen Teil der Zeit ein, Haushaltsaufgaben einen viel größeren. Außerdem ist man in meiner Jungsfamilie eigentlich die ganze Zeit damit beschäfftigt, die Kinder zu irgendetwas zu bewegen, sei es Zähneputzen oder Hände waschen und dann auch den Überblick zu behalten, ob immer alle sechs dem Hauptfeldwebel Aupair Folge leisten. Ein  ganz normaler Tag, wenn die Mama nicht da oder mit äußerst „wichtigen“ Dingen beschäftigt ist, sieht gerade so aus:

6:50 get up, get dressed
7:00 wake up the boys, get the twins dressed
7:30 Breakfast, make everybody eat fruit

until 8:50: get the boys to
– brush their teeth
– feed the dog and the fish
– let the hens out and feed them

8:50 oliver, john, francis and felix go to school, joseph and max to their playgroup
9:00 do the housework
– clean all the children’s rooms
– hoover „all downstairs“ (about 100 m²)
– wash, hang out, iron and put the clothes away

12:15 prepare lunch
12:30 twins home, have lunch with them

1:30 twins go for a nap – BREAK
3:00 wake the twins up
3:30 collect the „big boys“ from school and
-play in the garden
or
– get them ready for beavers/karate/swimming/homework
or
– go to the playground

4:30 teatime
5:30 bathtime
6:10 get everybody
– to brush their teeth
– put their dirty clothes in the wash
– put the hens in their shed
– clean away the toys
6:30 watch a dvd/read a story
7:00 bedtime for the boys
after that: clean the kitchen

the V.I.W.s

Eigentlich befinde ich mich gerade im Urlaub auf den britischen Inseln, aber in Wirklichkeit betreibe ich Kulturforschungen.
Heute setzte ich mich zum Beispiel mit der Frage auseinander, wieso man als unter 18-Jähriger in britischen Postämtern keine Schere kaufen darf oder warum dort die Stimme der aufrufenden Bandansage (cashier number…, please) je nach Geschlecht des Postangesellten männlich oder weiblich ist.
Haben die vielleicht zwei Aufruf-Ansage-Anschalt-Knöpfe an den Tischen?
Ist es zu verwirrend, wenn man von einer Frauenstimme aufgerufen, aber von einem Mann bedient wird?
Oder soll einer armen Frau, die unter Androphobie leidet die Chance gegeben werden, fluchtartig bei Erklingen der Männerstimme den Raum zu verlassen?
Fragen über Fragen, aber Antworten hab ich auch noch keine, vielleicht fällt euch was ein.
Ich beschäftge mich außerdem gerade mit einer ganz besonderen Spezies – den V.I.W.s.
Eigentlich dachte ich diese Spezies schon in meinen zehn Monaten Aupazeit ausreichend erforscht zu haben, aber damit lag ich falsch, gestern wurde wieder unheimlich viel dazu gelernt.
Meine Probandengruppe, bestehend aus fünf very important wifes haben einen Weg gefunden ihren Männern klar zu machen, dass sie sich ab jetzt noch öfter mit ihren Freundinnen treffen müssen (und die Männer das finanzieren sollen), weil sie jetzt eine wichtige Aufgabe haben: Das Besprechen von Büchern. Deshalb kommt man jetzt alle paar Wochen als „bookclub“ zusammen, so auch gestern am Tag meiner Ankunft. Und ich durfte mit. (um die kids zu bespaßen)
Treffpunkt war ein überteuertes Cafe mit einer herrlichen Auswahl an Eisbechern und Kuchen, aber leider waren alle noch „so full“ vom Mittagessen oder sogar dem vorangegangenen Abend, dass davon nichts angerührt werden konnte.
Ein Treffen läuft ungefähr so ab:

Gratulationen an Izzy, die uns voller Stolz ihr „neues Baby“ präsentiert, was sie und Simon sich nun ENDLICH leisten können und jedes seiner Fortschritte langatmig ausbreitet. (Name des Babies: Bed and Breakfast, Fortschritt: Tapetenfarbe ausgesucht)
Danach Bewunderung von Elizabeth, die doch tatsächlich neben einer reichen Kinderschar fast ihre Ausbildung zur Fitnesstrainerin abgeschlossen hat, und zu Hause alles so toll verwaltet (mit Aupair, Gärtner und Putz- und Bügelhilfe) , was David mit seiner harten und schweißtreibenden Arbeit am Schreibtisch erwirtschaftet. (in der Firma seiner Eltern und mit Sekretärin)
Aber Heather leistet noch Größeres. Qualen hat sie auf sich genommen, um Geld „for charity“ zu „verdienen“, denn wenn man einfach spenden würde, hätte an ja nichts mehr zu tun, und nichts mehr zu erledigen. Drei Berge mussten bestiegen werden und zwischendurch wurde man mit einer Luxuskarosse vom einen zum anderen Berg gefahren und dass von einem „unglaublich untalentierten“ Fahrer. Während der Fahrt musste die Arme Häppchen essen, aber niemand hatte bedacht, dass sie Vegetarierin ist und zun allem Übel hat ihr „Träger“ (den man nun wirklich braucht bei den „Bergen“ in England und bei einer eintägigen charity Veranstaltung) auch noch ihren schicken  Rucksack mit Schweiß besudelt, weshalb jetzt ein neuer hermuss –  gut, dass Arthus ihr gerade diese Woche wieder Haushaltsgeld gegeben hat, das wird reichen, zumindest für eine kleine billige Handtasche  um die 200 Pfund, so wie Kylie Minogue eine hat.
Doch Heather spricht sich dann doch eher für die Tasche von Katie Holmes aus – und ich verlasse den Tisch und begebe mich zu den Zwillingen ins Bällchenbad.

Als wir dann eine Stunde später das Cafe verlassen, fällt Gracie plötzlich der Grund für das Treffen wieder ein:
„Und, wie fandet ihr denn das Buch?…“ – kurzes Schweigen und verstohlenes Zu Boden Schauen, bis es Gracie dann doch zugibt:
„Ach naja, eigentlich habe ich es sowieso nicht gelesen.“
(Die anderen übrigens auch nicht, aber das brauchen die Männer ja nicht zu erfahren)