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Januar

Das Jahr beginnt, wie schon das letzte, ganz gemütlich mit drei entspannten Tagen voller Raclette, Spielen, Puzzles in Jogge und Schlabberpulli mit unserem Lieblingsfrauenpärchen und deren beiden Kindern.
Ein schönes Innehalten nach dem Weihnachtsstress und schwangerschaftbedingt verpasstem Advent und ein guter Kraftstart für dieses turbulente Jahr, was uns da bevorsteht.
Die mich seit Dezember quälende Schwangerschaftsübelkeit verschwindet mit Ende der 13. Woche langsam und endlich. Zwar sackt der Kreislauf immer mal noch etwas ab, aber ich verbringe die Tage nicht mehr (ausschließlich) liegend. Und das ist gut so! Denn für den Liebsten beginnt Anfang Januar der Endspurt des Referendariats. Aber auch dessen Ende meistert er souverän als einer der besten 10 seines Jahrgangs. Ja, da kann man schon mal richtig stolz sein als seine Angetraute und ihn ein bisschen anschmachten, während er bei der Zeugnisausgabe eine Abschlussrede hält, die sich gewaschen hat und mit dem Studium und Referendariat abrechnet. Standing Ovations und tosender Ablaus.
Ich schaffe, neben 16 Stunden Tageskind in der Woche, eine sehr umfangreiche Hausarbeit abzugeben, merke aber wirklich, dass Studieren mit zwei fast drei Kindern eine SEHR große Herausforderung ist, was mich der noch bevorstehenden Masterarbeit mit gemischten Gefühlen entgegenblicken lässt. (Und ehrlich – ohne den Liebsten hätte ich es nicht geschafft. Mein Gedankenpräzisierer, Roter-Faden-Finder und Aufbauer!)
Zudem feiere ich zum 27. Mal den Tag meiner Geburt. Ich liebe Geburtstag und daher gibt es diesmal eine „All-Day-Feierei“. Wir machen open house, jeder der kommt, bringt was zu Essen mit, den ganzen Tag sind Leute um mich, so wie ich es liebe, es ist einfach wunderbar.

Februar

Leider müssen wir feststellen, dass ein Top Abschluss einem sächsischen Lehramtsabsolventen rein gar nichts nützt, der Liebste ist arbeitslos. Rührend reißt sich seine Referendariatsschule um ihn und schafft aus dem Nichts eine Stelle, doch eigentlich hatten wir gehofft, dass die täglich 2 Stunden Pendelei ein Ende hätten. Der Liebste will sofort unterschreiben, ein Job ist besser als keiner, ich bitte ihn die drei Tage Bedenkzeit zu nutzen (wenigstens ein kurzer Urlaub nach diesem einen Stressjahr) und siehe da, an Tag drei ergibt sich plötzlich eine UNBEFRISTETE Stelle an einer freien Schule mit nur einer halben Stunde Fahrzeit. Die Downsides: Klassenlehrer einer 9., Deutschabitur im Leistungskurs, Ethikabitur im Grundkurs, Entscheidung am besten gestern. Er sagt zu!
Wir gönnen uns nach dieser Achterbahn der Gefühle einen Spontanurlaub an der polnischen Ostsee mit Frühstück, Indoorbadelandschaft, Sauna und Spielzimmer. Vorher noch ein kurzes Catch Up mit meiner Cousine und Freundebesuch in Greifswald – einmal Akkuaufladen für alle und Papazeitgenuss für die Mäuse.
Zum Ferienende ist Feindiagnostik, Baby 3 zeigt uns zwar nicht sein Gesicht (wir sollen es in der gesamten Schwangerschaft nicht zu sehen bekommen) und auch sonst ist der Termin eher stressig (zu denken, es wäre ein schöner Termin für die beiden Großen war FALSCH) aber trotzdem unser Babylein sehen und sein Herzchen hören – hachz.
Außerdem schließe ich einen Kurs für Bereitschaftspflege ab.

März

Der März plätschert dahin, Papa arbeitet (viel), der Große geht zufrieden in den Kindergarten, die Kleine spielt mit dem Tageskind, das Babylein wächst und gedeiht und kann nun auch von außen erfühlt werden. Zumindest einmal in der Woche, meist am freitäglichen Wochenwechsel, lese ich mein Schwangerschaftsbuch in der Wanne und nehme mir dann bewusst Zeit mit diesem kleinen Bauchbewohner, der fröhlich von Steiß- in Querlage und zurückwechselt.
Mitte März feiern wir Diamantene Hochzeit der Urgroßeltern – 60 Jahre Ehe und immer noch glücklich, einfach nur WOW!

April

Ostern beginnt für uns wie immer halb 5 zum Osterfeuer. Danach Ostereiersuchen in Omas Garten mit Tanten und Anhang. Es folgt eine GANZE Woche Ferien für den Mann. Wer sagt „Lehrer haben vormittags recht und nachmittags frei!“ hat absolut keine Ahnung! Der Mann kommt nachmittags aus der Schule, geht direkt ins Arbeitszimmer, sitzt da bis zum Abendessen und danach an guten Tagen bis 20 an schlechten bis 22 Uhr. Am Wochenende versucht er sich wenigstens einen Vor- oder Nachmittag Zeit zu nehmen, ansonsten bekommen wir ihn nicht zu Gesicht. Ich bin froh, dass es unseren Nachbarn (mit ebenfalls drei Kindern) genauso geht, ohne diesen Austausch würden wir alle vermutlich ab und zu durchdrehen.

Mai

Im Mai schlägt bei mir der Nestbau zu. Eigentlich habe ich noch zwei Monate Zeit, aber ich beginne zu waschen, zu falten, auszumisten. Was man halt so macht als Schwangere. Ich fühle mich wunderbar, trage stolz meine Murmel vor mir her, deren Bewohner wir nach dem letzten Ultraschall „Klopsbaby“ getauft haben. Ein Jungenname steht seit der 9. Woche fest, ein Mädchenanme wird weiter debattiert.
Wir ersetzen unseren geklauten Fahrradanhänger durch ein neues super leichtes Modell und nun fahre ich fröhlich meine Kugel vorn, hinter mir unsere kleine „Panzessin“ und im Anhänger den großen Sohn und seinen Milchbruder zum Kindergarten und entertaine dabei den ein oder anderen Gaffer. Die Nachmittage verbringen wir am See, im Zoo oder ganz ruhig mit den best neighbours im Hinterhof. Der Liebste hat Abistress, sodass wir ihn nur selten zu Gesicht bekommen und uns umso mehr auf die bevorstehende Elternzeit freuen. Am 20. Mai reisen wir in die Pampa von Cuxhaven zu einem wunderschönen Tantengeburtstag auf dem Lande. Es ist eine tolle Feier, nur auf der Rückfahrt dann der Schock. Mir geht es plötzlich kreislaufmäßig sehr schlecht, zudem kann ich nicht mehr richtig sehen. Dazu kommen starke Kopfschmerzen. Der Liebste düst schneller als erlaubt direkt in die Uniklinik, die beiden Großen übergeben wir am Eingang meiner Schwester. Ich rechne mit dem schlimmsten – Schwangerschaftsvergiftung, sofortiger Kaiserschnitt aber dann ist es nur Klopsbaby, dass nun so blöd in Beckenendlage sitzt und mir eine Hauptvene und so die Blutzufuhr zum Gehirn teilweise abdrückt. PUH, das ging noch mal gut! Und mit meiner selbstgestellten Horrordiagnose schockt mich eine eventuelle Beckenendlagengeburt gar nicht so sehr.

Juni

Der Kindertag ist für den großen Sohn kein fröhlicher, weil er seit 4 Monaten immer schlechter hört, soll er die Polypen entfernt kriegen, einen Trommelfellschnitt und Paukenröhrchen gesetzt bekommen. Bei Sommerhitze stehe ich den gesamten ambulanten Ablauf mit ihm und der Babykugel durch. Er ist ganz tapfer, mir schnürt der Anblick meines aus Nase, Mund und Ohren blutenden Kindes die Kehle zu. Als er endlich aus der Narkose erwacht, kann ich ihn kaum bändigen, er schlägt um sich und bäumt sich auf. Nach einem längeren Schlaf geht es ihm aber gut und wir können nach Hause. Nur eins verwundert uns – der OP Arzt war der Meinung, dass Paukenröhrchen nicht von Nöten sind und setzt keine ein.
Eine Woche später kommt die Panzessin in den Kindergarten. Gleiche Gruppe wie ihr Bruder und wie erwartet verläuft die Eingewöhnung problemlos. Wir machen es trotzdem schön langsam, nicht dass dann später ein heftiger Rückschlag kommt.
Am 17. wird der große Sohn 4 Jahre alt! Er freut sich so, dass der Tag bereits um halb 5!!! beginnt. Wir versuchen uns mit einem ersten Tortenfrühstück wach zu essen. Um 9 kommt die Familie zum Frühstück im Garten. Der Kronsohn ist überglücklich über Geschenke, Besuch und Aufmerksamkeit. Nachmittags feiern wir mit seinem Milchbruder, Geburtstagszwilling und allerbestem Freund in deren Garten Kindergeburtstag. Das Programm ist Spielen, Holz sammeln im Wald und anschließend Lagerfeuer. Am Ende haben wir viele schmutzige und sehr glückliche müde Kinder. Ein voller Erfolg.
Am 22. Juni ist es ultraheiß und ein Gewitter kündigt sich an. Ich bin mit den Kindern bei einer Freundin und sage noch im Scherz, dass es mit dem Gewitter bestimmt mit den Wehen losgeht. Und siehe da – erster Blitz – erste Wehe.
17 Stunden später und zwei Wochen vor Termin halten wir am 23.06. unser drittes Kind, einen Sohn, in den Armen! Nach der anstrengenden Geburt bekomme ich das schönste Wochenbett mit einem sich unglaublich gut kümmernden Mann, verliebten Geschwistern, einer umsorgenden Hebamme und dem tollsten Anfängerbaby, was man sich vorstellen kann. Kurze Besuche von Mitfreuern versüßen die Zeit, die ich brauche, um mit meinem Babylein warm zu werden.

Juli

Der Juli beginnt watteweich und rosarot. WOCHENBETT! Ich glaube wirklich diese Zauberwochen nach den Geburten unserer Kinder gehören trotz aller Strapazen mit zu dein schönsten meines Lebens! (BIS JETZT … #thebestisyettocome)
Leider hört diese Zauberzeit sehr abrupt auf – mein zartes Neugeborenes fängt an zu Husten und zu schniefen, bekommt kaum Luft. Nach 3 Tagen in Folge beim Arzt und viel Inhalieren landen wir an seinem 16. Lebenstag im Krankenhaus. Es ist „nur“ Bronchitis mit Sauerstoffsättigung unter 85% aber trotzdem lässt sowas auch Drittkindeltern absolut nicht kalt. Ich leide mit meinem Mini, bekomme 3 Tage kaum Schlaf und bin froh, als er mit stabiler Sättigung entlassen werden kann. Leider hält dieser labile Gesundheitszustand an. Mit dem Babysohn war ich in seinem ersten halben Jahr schon mehr beim Arzt als mit den beiden Großen zusammen…
Kurz vor Babysohns 1 Monatsgeburtstag sind wir auf einer Hochzeit an der Nordsee eingeladen. Nach langem Hin- und Her und super Beratung seitens unserer wunderbaren Hebamme entscheide ich mich mit dem Jüngsten zuhause zu bleiben. Während Superdad auf der Feier alle mit seinen Papakräften beeindruckt, finde ich Zeit mich noch einmal von komplett Neuem nach unserem holprigen Start in diesen wunderbaren Babymann zu verlieben und unser Band dichter zu knüpfen.

August

Der Sommer, den wir im Juli so schmerzlich vermissten kommt mit unseren genauso vermissten Lieblingsnachbarn aus dem Urlaub wieder, es folgen gemütliche Nachmittage und Grillabende im Hinterhof – one must love citylife!
Das Babylein lächelt nun und sieht dabei aus wie ein zufriedener Buddha und so fühlt sich auch unser Leben in diesem Monat an – happy family – bis uns dann nach einem weiteren 60. Tantengeburtstag und Besuch von Freunden in Greifswald das Auto kaputtgeht. Zum Glück schaffen wir es zurück zu unseren Freunden, die mittlerweile neuen Besuch haben und eigentlich auch am übernächsten Tag für 2 Wochen in den Urlaub fahren und packen müssen. CHAOS. So schlafen wir fünf zwei Nächte lang in einem Doppelstockbett und wohnen kurz zu zwölft (!) in einer 4-Raum Wohnung. Aber, wir sind tatsächlich immer noch Freunde. 😉
Ende August feiert unser Töchterlein ihren dritten Geburtstag. Schön gemütlich mit allen, die sie liebt, im Hinterhof. Überglücklich ist sie an diesem Tag mit ihrer Meerjungfraubarbie und diversem „Elsa“ – Merchandise. Hätte man mir vor 3 Jahren gesagt, dass mein Kind mal eine pinke Glitzer Fee wird, der man sowas schenken darf, ich hätte demjenigen einen Vogel gezeigt.

September

Der Liebste feiert sein letztes Jahr mit einer 2 vorn 😮 Auch im Hinterhof, wie soll es anders sein, mit Kuchen, dann Grillen, dann Feuer – ein schöner Sommerabschluss.
Ansonsten beginnt sich so langsam Dreikindalltag breitzumachen. Mit Kita, einer Masterarbeit, die überlegt werden muss, Haushalt und was sonst noch so anfällt.
Ich schlage mich mit den Überbleibseln der Schwangerschaft herum und verliere nach vielen sinnlosen Erhaltungsversuchen den Zahn dann doch. Eine, mir bis dahin völlig unbekannte, Angst vorm Zahnarzt gibt es gratis dazu.

Oktober

Schon seit 2016 schnuppern wir immer wieder in eine neue Gemeinde in unserer Stadt hinein. Anfang dieses Monats fahren wir ganz spontan mit ebendieser aufs Herbstcamp. Eine Woche mit 80 Leuten in einer Jugendherberge in den Alpen. ES IST WUNDERBAR! Ich verliebe mich augenblicklich in die Berge, wir werden eine Woche lang bekocht, was für Eltern schon Urlaub genug ist und auch, wenn wir uns auf dieser Reise mit unseren drei Kindern manchmal sehr alt fühlen unter lauten Anfang Zwanzigern, treten wir danach der ICF Leipzig bei.
Der große Sohn hat in diesem Monat eine Sturm und Drangphase, nicht immer leicht, aber mit 2 Eltern daheim durchaus machbar. Die Mittlere überrascht uns in den Alpen mit ihrer unglaublichen Wanderausdauer und der Jüngste wird mobil und beginnt sich zu drehen.
Mitte Oktober melde ich meine Masterarbeit an – ein halbes Jahr TO GO!
Wir beschließen den Oktober am 31. mit unserer Feiertagsbrunch-Tradition, zu der wir alle Freunde zu uns einladen. Es wird ein herrlicher Schmaustag, die letzten Gäste verlassen uns nach dem Abendbrot.

November

Schnipp Schnapp, Haare ab. Ich habe meine langen Haare satt und spende 45 cm Zopf an die Krebshilfe und zu meiner eigenen Überraschung sehen kurze Haare gar nicht so schlecht aus.
Im November setzen wir uns mehrere Vormittage lang mit der Altersvorsorge auseinander und riestern dann zu Schwiemus Freude. Zudem genießen wir unser letztes Familienfrühstück an der Uni.
Zu Sankt Martin organisieren wir unseren Kindern einen Umzug, weil der im Kindergarten ausfällt. Anschließend gibts Punsch, Martinshörnchen und Schnabulei. Der große Sohn sagt abends im Bett, es wäre der schönste Tag seines Lebens gewesen. Zudem gibt es die ein oder andere Zusammenkunft (Geburtstage, Überraschungsparty und Burgerfest) im Freundeskreis und so wird aus diesem trüben ein richtiger Herzwärmemonat.

Dezember

In diesem Jahr zelebrieren wir alles, was mit Weihnachten zu tun hat. Wir schmücken, wir backen, wir basteln, wir schlendern über den Weihnachtsmarkt und essen im Kerzenschein. So richtig Klischee und merry christmas.
Für den Liebsten ist das Ganze aber nicht immer schön. Erst fotographiert er auf der Beerdigung einer Kindheitsfreundin, dann ist er zwei Wochen dauerkrank, aber pünktlich zum Fest zum Glück wieder halbwegs auf den Beinen. Am 23. Beginnen wir mit unserem Familientreffen mit den Kindern von zwei Familien, mit denen wir aufgewachsen sind. Inzwischen sind zu uns 8 Kindern von früher 5 Partner und 4,5 Kinder hinzugekommen.
Am 24. geht es zum Krippenspiel in den Stall, wo ich vor 20 Jahren mitwirkte und abends zum Krippenspiel in die Kirche meiner Kindheit, wo nun meine Schwestern mitwirken. Danach feiern wir mit meiner Familie. Am 25. Kommt die Familie des Liebsten zu uns und am 26. fahren wir ins tiefste Brandenburg zu den Urgroßeltern.
Zwar sind wir auch dieses Jahr jeden Tag woanders, trotzdem ist es besinnlich, familienreich und lecker, strahlende Kinderaugen inklusive. So soll es sein!
Das Jahr klingt mit den Leuten aus mit denen wir es begonnen haben. Zwar nicht ganz wie geplant, denn unsere Kinder sind alle drei wach. So stehen wir zusammen am Fenster und blicken als family of five auf die Lichterspiele und das, was uns 2018 bringt.

Im Plan stehen ein Masterabschluss, ein größerer Fotoauftrag für den Liebsten und dann sein Wiedereinstieg außerdem bekommt fast der ganze Freundes- und Bekanntenkreis Nachwuchs. Wir sind gespannt was 2018 sonst noch für uns bereit hält!

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