zwei

Es ist Oktober. Der Sommer ist vorbei. Dein Pukybike, was du an diesem 27.08. von deinen Großeltern geschenkt bekamst, fährst du mitlerweile wie ein Profi und das Herzgeschenk,  Püppchen LILO von den Mamis (und bestem Schenkerduo der Welt!) deiner besten Freundin ausgesucht haben wir inzwischen schon dreimal verloren und wiedergefunden, weil du sie überall mit hinnehmen musst.
Aber dennoch, auch wenn dein zweiter Geburtstag, das gemütliche Gartenfest mit allen Freunden Geschichte sind, dein Jahresbericht soll nicht untergehen.

Erst einmal vorweg, du bist ein wunderbares kleines Wesen. Zart und zerbrechlich, eine kleine Elfe und sowas von ein Mädchen. Püppchen, „Bang-gen“ (=Spangen), „ahm-band“ (=Armband), „Zöpfchen“ sind deine Welt und ohne „Leid-sche“ (Kleidchen) geht ja schon mal gar nichts. Mich überrascht das, war ich doch eher ein wildes Draufgängerkind und hatten wir doch zu Anfang eher eine Jungsausstattung hier.

Obwohl ich ja großer Fan der Babyzeit bin, der Duft, das Kuscheln, das ganze „Hachz“ und Schmelzdahin, finde ich das zweite Jahr fast noch wunderbarer, wird doch aus so einem hilflosen Wesen plötzlich eine Persönlichkeit. Und so wurde aus unserem friedlichen Mäuschen ein kleines großes Mädchen, dass seinen Kopf durchsetzen kann und will. Und das ist nicht immer einfach (gewesen). Hier besteht eine starke Ähnlichkeit zwischen uns, ist doch mein Kinderfotoalbum mit allerhand Fotos eines wütenden sich knallrot brüllenden Kleinkindes gespickt. (Anscheindend haf es bei mir die Kamera herauszuholen, dass ich mich halbwegs beruhigte.) Das war und ist nicht immer ganz einfach für uns, vor allem weil deine Methode deinen Willen durchzusetzen lautes Kreischen ist. Meine Nerven lagen das eine oder andere Mal blank.
Aber das ist zum Glück nicht Hauptzustand hier. Meist bist du ein wunderbares sehr soziales Kind. Du liebst Babies, streichelst sie, willst sie halten und küssen. Gerade hilfst du mir immer ganz toll mit unserem Tageskind. „Mama, Lia weint. Mama, Lia Ahm nehm. Muss Lia Kussi geben.“ and so on. Jeden Abend vor dem ins Bettgehen gibt es ungefragt lange (und feuchte) Küsse für alle Familienmitglieder. Sowieso bist du sehr auf Nähe und Körperkontakt aus. Du stillst immer noch sehr gern und sehr viel. Über den Sommer habe ich versucht, dich tagsüber abzustillen, naja, Ergebnis eher mäßig. Du wirst gern und oft getragen, aber immer „Vonne, Bauch, Mama“ bloß nicht am Rücken. Nachts schläfst du noch immer in meinem Bett. Zwar schläst du seit wir die neue Wohnung haben in deinem „Höhlebett“ ein, unter dem Bett deines Bruders, aber meist bist du im „große Bett“ (was jetzt mit 2,80 Liegefläche wirklich big enough ist) bevor wir ins Bett gehen. Einschlafen klappt nach wie vor nur mit Stillen, aber ich bin da bei dir viel gelassener als bei deinem Bruder, du wirst schon nicht mehr Stillen, wenn du in die Schule kommst.

Du hast viel gelernt in deinem zweiten Jahr, sprechen zu allererst. Aus einem zaghaften „Hallo“ kurz nach dem ersten Geburtstag zu deinem Bruder wurden Tier- und Fahrzeuggeräusche (Tütaaa, Bagga, gag, wau). Lustigerweise sagst du bei „Wie macht der Hase?“ immer noch „I-Ah“ keiner weis warum. Dein erster 2-Wort-Satz ist mit 16 Monaten „Mama, Milch!“ und das war ja irgendwie klar. Bei jemendem, der erst mit 13 Monaten seinen ersten Zahn kriegt, auch irgendwie nicht verwunderlich. Mit anderthalb sprichst du die meisten Namen deiner dich umgebenden Perosonen zum Teil mit süßen Abwandlungen. Da wird „Rarah“ aus Sarah und „Lelena“ aus Helena. Theodor ist bis heute „Dedor“. Ab 21 Monaten sprichst du dann serh verständlich.
Hinzu kommen fragmenthaft Lieder. Da vor allem die mit Bewegungen. Favoriten eindeutig „Open shut them“ was wir immer bei Tiny Tots, unserer Krabbelgruppe singen und unser Tischlied „Mit Fingerchen, mit Fingerchen“
Erste Sätze sind „Wo isse Papa?“ und  „Winnel nain. Lubbi a-ziehn!“ (Lubbi=Schlübbi) Damit läutest du auch gleich eine neue Ära ein – mit 22 Monaten bist du trocken. Anfangs sogar auch nachsts meistens, gerade ist wieder jede Nachtwindel voll. Aber eine Windel am Tag mit 2 Jahren ist schon okay. 😉

Deine ersten Schritte verpasse ich, darüber bin ich jetzt noch geknickt. Gerade als ich mit deinem Bruder beim Arzt sitze machst läufst du los, zum Glück zückt Papa gleich die Kamara, da bist du 13 Monate alt.
Puky Wutsch und ein Zweirad mit sehr dicken Reifen von die „Muggat“ (=Motorrad) genannt, fährst du mit 19 Monaten.
Den Winter über gehen wir zum Kleinkindschwimmen als komplette Familie, das genießt ihr beide und es ist eine schöne Aktion, bevor Papa ab Februar seinen Job als Referendar beginnt und plötzlich viel weniger Zeit hat. Gefühlt klebst du seitdem noch viel mehr an mir. Kurz nach dem Referendariatsbeginn fliegen wir nach England, dein erster Flug, den du super meisterst.

Mit 18 Monaten entdeckst du das Wort „Alleine!“ und dessen Bedeutung.Es ist wunderbar, was du plötzlich kannst und können willst, geht aber natürlich bei Sachen, die dein Können überschätzen auch mit Frustration und Wutgeschrei daher. Ich habe das Gefühl, dass der Drang nach Selbstständigkeit bei dir besonders stark ist, was dich aber auch Dinge tun lässt, die sonst eher ältere Kinder tun.
Das alles aber am liebsten, wenn vor allem deine „Maaaa-miii“ (und die Boobies) dir ganz nahe sind.

Meine süße Tochter, es ist toll dich als Kind zu haben. Ich freue mich, dass wir nun mit dem Kitastart deines Bruders etwas Zweisamkeit gewinnen. Es macht mich glücklich, dass wir so eng miteinander verbunden sind, auch wenn das bis jetzt für mich wenig Zeit ohne Kinder bedeutet (der erste Versuch einer Nacht außerhalb meinerseits ging für den armen Papa ganz schön in die Hose…) Aber zumeist genieße ich es, dich zu tragen, zu stillen und immer bei mir zu haben.
Wir lieben dich sehr, Zaubermaus.Auf ein tolles drittes Jahr.

 

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