Muss denn das sein?!?

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Kaum waren wir Ende Januar aus Neuseeland zurück, meldete sich eine Mama bei uns, deren Babysitter wir sind. Diese Mama ist Australierin und arbeitet in der International School in Leipzig.
Dort bekamen sie ein neues Mädchen in die Schule, einen kleinen Rotschopf aus London, dessen Eltern nun nach Deutschland gezogen waren.
Die Mama Konzertgeigerin, der Papa Architekt, beide viel beschäftigt und sich nicht klar, dass es hier in Deutschland kaum Kindergartenplätze gibt.
Nun hat der kleine Rotschopf aber einen Babybruder, für den die Eltern eigentlich sofort 5 Tage die Woche eine Betreuung brauchten.
Und so wurden wir vermittelt, im Februar gings los mit der Babysitterei – da waren noch Semesterferien und wir hatten Zeit.
Eigentlich wollten wir das ganze zeitlich begrenzen, schließlich wurde ich immer runder und der Liebste hatte schon ein schlechtes Gewissen, dass ich so viel arbeite, aber ich finde es eigentlich wunderbar Beschäftigung zu haben und nicht nur den ganzen Tag zu sitzen und auf unseren Nachwuchs zu warten.
Mitlerweile hat das Semester wieder begonnen und der kleine Londonboy ist dreimal die Woche von 9-16 Uhr bei uns zu Hause.

Natürlich gibt das ein äußerst interassentes Bild ab, wenn hinter dem Kinderwagen mit dem Londonboy mein äußerst dicker Bauch auftaucht. Er ist mitlerweile 9 Monate alt – mein Bauch bereits fast 10 übrigens.
Da haben die Leute was zu gucken!
Die meisten belassen es auch beim Blick (oder Starren) ABER gerade ältere Herren geben doch gern mal einen dummen Kommentar ab.
So zum Beispiel: „Muss denn DAS sein?“
Auf die Schnelle ist mir darauf erstmal gar nichts schlaues eingefallen.
Aber letzte Woche war ich vorbereitet.

Ich stehe an der Haltestelle, mit Dickbauch und Kinderwagen, neben mir ein alter Herr mit Hut, der mir natürlich NICHT mit dem Wagen in die Bahn hilft, aber mich hemmungslos anstarrt und schließlich in der Bahn zu mir sagt:
„Na, das Zweite war aber ein Unfall oder?“
(Ähm hallo?!?)
Aber wie gesagt, ich war vorbereitet:
„Nee, das ist bereits der Vierte Unfall!“
Die Leute guckten schon, aber er hatte es noch immer nicht verstanden.
„Wie alt sind Sie denn?“
„20.“
Dann war zumindest Ruhe.

(Und da fällt mir gerade ein: Ich wäre wirklich gern mal dabei, wenn die Blogprinzessin mit ihrer Einjährigen Tochter und den neugeborenen Zwillingen unterwegs ist!)

little Jelly BeanDSC07880Shortly after we came back from New Zealand this year, we got called by an Australian women whose Babysitters we are.
She works in Leipzig’s International School and they had gotten a new student, a little ginger-haired girl from London whose parents had moved to Germany.
The little girl has a babybrother as well, the little Londonboy.
Her mum is a professional violinist, her dad an architect. They both are quite busy people and expected to come to Germany and to get daycare for both their children immediately – but anybody who is German knows that there’s nearly no chance to get daycare for under one year olds here.
That’s when the Australian woman thought of us. She knew we were still on holiday from university and since they only needed someone for a short term we started to care for the little boy five days a week in February.
As university started again in April and I grew bigger and bigger Londonboy’s parents still hadn’t found daycare for him and asked if we could babysit on for a bit.
My husband was against it and I had to beg him to let us still do the babysitting, as it is so much easier for me to have stuff to do and not to sit at home and wait for my baby to arrive all day long.
So that’s what we still do. Lomdonboy’s parents drop him off at our place three days a week and he stays with us until 4 in the afternoon.
If I don’t feel well we can always call them on short notice to cancel but usually I really enjoy having this little boy around.
But, as you can imagine, it’s quite an interesting sight, seeing a heavily pregnant woman pushing a pram with a nine months old.
People look.
People stare.
And some people, especially eldery man, are not afraid to say something. (Something mean in most cases.)
The first thing I got to hear was:
„Is THIS really necessary?“ (while looking back and forth from the baby in my tummy to the baby in the pram)
I really did not know what to answer.
So I got myself prepared for the next time which arrived soon enough.
I was waiting at the tram stop with pram and tummy of course, an old man next to me.
He was staring.
As the tram arrived he (of course) didn’t help to get in, but as soon as we were both in he said:
„The second one was an accident, wasn’t it?“
(Can you believe it? HOW rude is that?)
Well, as I said, I was prepared.
Trying not to let him feel my rising anger I answered in my calmest voice:
„No, that one is already accident number 4!“
Well, if you thought that shut him up, you were wrong.
While people started looking, he asked:
„And how old are YOU?“
„20“ I said, which finally did the trick.
I should have said 16, my husband suggested later, or maybe:
„No the second one was rape by an old man like you.“
Well, next time.

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8 Gedanken zu „Muss denn das sein?!?

  1. Sehr genial! 😀
    Meine Frau und ich werden auch immer sehr nett angeguckt wenn wir mit fünf doch recht gleich alten Kindern unterwegs sind. Die Blicke sind gold wert. Ne Frau mit Kind wird halt zunächst mal automatisch für die Mutter gehalten. 🙂 Man sieht es förmlich rattern und manche beschimpfen einen dann im Sinne von, dass das etwas asozial sei. Oft ältere Damen, auf Bänken sitzend, auf den Gehstock gelehnt.

  2. Aaaaah, das ist also die Geschichte hinter dem Londonboy 🙂
    Du hast echt gut gekontert, vielleicht hättest du (oder kannst du das nächste Mal) noch was von Rente sichern und so einbauen 😛
    Dreist diese Leute manchmal, ehrlich.

  3. Hallo!

    Schon längere Zeit lese ich hier gerne mit. Jetzt muss ich mich auch mal zu Wort melden.
    Echt der Wahnsinn, was sich manche Leute trauen. Als ich schwanger war, hatte ich auch einen Babysitterjob angenommen. Allerdings hatte ich Glück und die Leute haben sich ihre dummen Kommentare verkniffen.
    Was ich aber auch echt krass finde, dass die Eltern vom Londonboy ihren Kleinen den ganzen Tag abgeben. Er ist doch noch so klein… mein Strampelmann ist in seinem Alter! So was versteh ich immer nicht. Aber gut, das muss jedes Elternpaar selber entscheiden.

    Alles Gute für Dich und deinen Mini im Bauch!

    Herzlichst
    die Katja

    • In anderen Ländern ist das mit dem frühen Abgeben ein bisschen mehr verbreitet als hier…In Holland zum Beipsiel gibt es nur 10 Wochen Mutterschutz.
      Ich fand es am Anfang auch krass, aber dafür verbringen die Eltern in ihrer arbeitsfreien Freizeit eben ganz viel „quality time“ mit ihren Kindern…
      Aber für mich wäre so ein frühes Abgeben auch nichts.

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