Sylvester // New Years Eve

Dieses Jahr war was Besonderes. Das sagt man jedes Jahr, aber DIESES Jahr war wirklich besonders. Warum? Nun: Es gab kein „Dinner for one“ und keinen Sekt. Es war unser erstes und wahrscheinlich erstmal letztes Sylvester, das wir „alleinsam“ verbrachten. Es war sehr lang. Es war sehr heiß. Es war… unglaublich.

Wir hatten in den Blue Mountains einige deutsche Backpacker kennen gelernt, an die wir uns kurzerhand ranhängten, nachdem sie uns einen heißen Tipp gaben, wo man innerhalb von Sydney umsonst übernachten kann. Die Gruppe von knapp zehn Leuten bewegte sich mit einem Stop im Supermarkt („Orangensaft“) und gelegentlichen „Viva Colonia“-Gesängen der Kölner Fraktion um 11 Uhr langsam Richtung Innenstadt, um noch einen der begehrten Plätze direkt am Wasser zu ergattern. Als wir am Blues Point, einer Landzunge, von der aus man einen fantastischen Blick auf das Sydney Opera House, die Skyline und die Harbour Bridge hat, angelangten, waren bereits ca. 4.000 Frühaufsteher vor uns da. Weitere 8.000 sollten sich im Tagesverlauf noch hinzugesellen, bevor die Security den steten Strom von Feuerwerksenthusiasten, Sydneysidern und Touristen gleichermaßen, unterbrach. Die Temperaturen erreichten genau wie die Tide gegen 12 ihren Höhepunkt, weshalb unser erster Platz, etwas zu nah am Wasser (schwapp!) und ohne Schatten, gegen einen geeigneteren eingetauscht wurde. Ich lief nochmal los, um in einem kleinen Laden Sonnencreme, ein Seil für ein Sonnensegel und Proviant zu kaufen. An der Kasse hatte ich dann diese Auflistung von Dingen: 2 Flaschen Wasser, eine Packung Kekse, 1x Sonnencreme, 2x indische Naanbrote und besagtes Stück Seil.

Sechsundsechzig Dollar.

Ich wusste nicht, ob Lachen oder Weinen, trat zurück vom Kauf und machte mich in der Mittagshitze wütig auf zurück zum Supermarkt, wo ich ein ähnliches Ensemble für die Hälfte des Preises erstand. Der Rest des Tages verlief bis kurz vor neun unspektakulär: Es hieß geduldig Warten. Punkt neun Uhr wurde dann – in Deutschland undenkbar – für die jüngeren Zuschauer ein erstes Feuerwerk gezündet, welches für deutsche Verhältnisse schon opulent zu nennen ist. Nach weiteren drei Stunden war es dann soweit: Endlich kamen wir in den Genuss des für 11 Stunden ersehnten Spektakels. Für knapp 20 Minuten war der Himmel erhellt von 7 Tonnen Pyrotechnik, und zusammen mit 1,6 Millionen Menschen genossen wir ein einzigartiges Schauspiel aus der ersten Reihe. Die simultanen Ooohs und Aaahs, die angespannte Erwartung, die sich in sich stetig steigernder Orchestrierung von Feuer, Wasser und Architektur rapide entlud, die milden Temperaturen und die riesige Menschenmenge erzeugten eine dicke Gänsehaut.

Der Rückweg war dann eine Tortur, weil besagte 1,6 Millionen Menschen zurück nach Hause wollten – gleichzeitig. Die Kölner nahmen es mit Humor und brieten mit dem mitgebrachten Gaskocher mitten auf der Straße im Herzen Sydneys Würste, während wir darauf warteten dass sich die riesige Menschentraube vor dem Eingang zum Bahnhof verkleinerte.

Sylvester 2012/13 war aber nicht nur eine physische Herausforderung, sondern  auch eine fotografische. Nach 11 Stunden des Wartens und dem Herumspielen mit verschiedenen Kameraeinstellungen wurden die basalen Erkundigungen über Feuerwerksfotografie und das Herumgefummel an den Knöpfen innerhalb von Sekunden oder sogar Millisekunden auf eine harte Probe gestellt. Die Szene, die ich fotografierte, haben 1,6 Millionen Menschen mit mir aufgenommen, aber nicht ein einziges Foto wird genau dasselbe sein. Es kam nicht darauf an, ob mit einer sündhaft teuren Kamera auf einem hochqualitativen Stativ oder einem kleinen Camcorder aus der Hand – jeder hat versucht, das Beste herauszuholen.

Ich bin sehr dankbar für das Equipment, das ich benutzen darf, also meine geniale Kamera und ein geliehenes gorillapod von Leuten aus der Heimat, die es erlaubten, dass ich das Feuerwerk ablichten konnte, ohne es durch einen Sucher erleben zu müssen.  Genauso dankbar bin ich für den einzigartigen Platz, an dem wir sein konnten. Wie fantastisch war es, dass unser Flitterwochen-Sylvesterabend an so einem unbezahlbaren Ort stattfand! Aber vor allen Dingen bin ich dankbar für meine Frau, die mich nach einem ersten, zu recht eingeforderten Moment der Zweisamkeit mit diesem warmen, verständnisvollen Blick in den Augen zum Fotografieren entließ.

Schlussendlich war das ein wirklich spezieller Tag, weil unser Baby „angeklopft“ hat. Natürlich weiß die „primigravida“ (also Erstgebärende) zuerst nicht genau, ob es wirklich das Kind ist, was sich da regt, aber an Sylvester war es schon ziemlich eindeutig.

 

 

This year´s was something special. You say it every year, but THIS year was really special. Why? Well: There was no “Dinner for one” (German iconic New Year´s TV show broadcasted on every channel at least twice) and no champagne. It was our first New Years spent together as a couple, and probably our last for a long time. It was long. It was hot. It was… incredible.

We got to know some German backpackers in the Blue Mountains, that we kind of stuck with after they let us in on secret backpacker knowledge on how to sleep for free in Sydney. The group of about ten people slowly headed for the CBD to claim one of the highly sought after spots on the waterfront, not without the occasional “Viva Colonia”-Hymn of the cologne party and a self-explanatory stop at the supermarket for “orange juice”. When we arrived at Blues Point, a little Peninsula from where you can take in the magnificent views over the Sydney skyline including Harbour Bridge and Opera House, there were about 4.000 early birds, setting up camp before us. Another 8.000 should follow in the course of the day before security stopped the steady stream of firework enthusiasts, Sydneysiders and Tourists alike. At about noon, the temperatures (and tides!) reached climax, which is why we had to move our initial spot right at the water a bit further away from the splashing waves and into the shade. I went off again to get some sun screen, provisions and a rope for building shades with some tarpaulin the cologne boys brought. At the check out in a little corner store I had the following collection of items: 2 bottles of water, biscuits, sunscreen, two naan breads and that bit of rope.

66 Dollars.

Not knowing if to laugh or to cry, I stepped back from the buy and angrily went back to the supermarket, where I got a similar ensemble for half the price. The rest of the day wasn´t exactly spectacular or glamorous: It consisted of waiting patiently only. Strike nine – unthinkable in Germany – a small firework for the younger audiences was ignited. Even this was to be considered opulent for German standards. Three hours later it finally happened: We got to enjoy what we had sat and waited for for 11 hours.  About 20 minutes the sky was lit with 7 tons of explosives, and together with 1.6 million others we enjoyed a unique spectacle from literally the first row. The simultaneous Ooohs and Aaaahs, the sense of anticipation that unloaded in a steadily climaxing orchestration of fire, water and architecture, the mild temperatures and the immense crowd created huge goosebumps on everyones every extremity.
The way home was then torture, because 1.6 million people wanted to go home – at once. The Colonians took it with humour and sizzled some sausages on their portable gas cooker, sitting in the middle of a street in the heart of Sydney CBD, while we waited for a huge crowd in front of the train station to dissolve.

New Years Eve 2012/13 wasn´t only a physical challenge, but also a photographic one.  After waiting and adjusting settings back and forth for 11 hours, the basic research about fireworks photography and the fiddling about with the camera´s settings was put to the test in seconds and milliseconds. The shots I took were probably taken by 1.6 million others, too, but not a single one will be exactly the same. It didn´t really matter if you had a massive camera on a massive tripod or a little handheld camcorder, everyone tried to get the best they could out of it.

I am very thankful for the equipment I am entitled to use without having to see the fireworks through a viewfinder,that is my awesome camera and an immensely useful gorillapod, lent from people back home, as well as the one in a million spot that allowed for spectacular angles. How great was it that our honeymoon New Year´s took place in such a first class spot! First and foremost of all I am grateful for my wife, that after an initial rightfully requested first couple of seconds of watching together  sent me off to the edge of the harbor with that understanding warmth in her eyes.

Closing, I can say that it was also a very special day for us because our baby was “knocking”. Obviously, the „primigravida“ (woman bearing her first child) can´t be entirely sure what´s going on, because she feels things she´s never felt before, but on New Year´s Eve she was fairly certain.

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