Woran wir wirklich denken/What we really think about.

Seit dem letzen Post ist wieder einige Zeit vergangen, und wir haben viel erlebt. Wir machen keinen Aktivurlaub, sondern liegen viel am Strand und machen Sightseeing aus dem Auto.  Wir haben einige sehr schöne Nationalparks besucht, und in sage und schreibe dreien davon die gleichen Leute, ein freundliches Ehepaar aus Canberra, durch Zufall wiedergetroffen. Meine Frau schläft sehr viel, mit Voliebe vormittags. Sie gaben uns ihre Karte mit der herzlichen Einladung in ihr Haus ins Australian Capital Territory! Einen weiteren sehr schönen Campingplatz, eine sehr gewundene Gebirgsstraße und ein verregneter Nachmittag auf dem Highway führten uns dann nach Newcastle. Der Bruder von Alison Ruß lebt dort mit seiner Frau in einem Haus, das aussieht wie aus einem Jane Austen-Roman.Wir haben keine zwei Rucksäcke, sondern einen Rucksack für mich, und einen großen Rollkoffer, den uns unser Zwischenmieter ohne mit der Wimper zu zucken gerne ausgeliehen hat. An besagtem verregneten Nachmittag blickte ich kurz rüber zu meiner im Beifahrersitz tief schlafenden Frau und schrieb kurzentschlossen eine sms, ob wir die Nacht dort verbringen könnten. Dieses Wetter ist wahrlich unaustralisch! Und obwohl ich den Namen verwechselt hatte, und sie uns vorher noch nie begegnet waren, öffneten sie ihr Haus wie selbstverständlich für uns. Meine Frau ist momentan sehr billig zu ernähren, sie isst wie eine Maus. Wir bekamen ein luxuriöses Abendessen vorgesetzt, duschten lange und ausgiebig in einer Dusche mit einem echten Duschschlauch, und schliefen in einem richtigen, bequemen Bett. Es gab auch einen 55″ 3D-Fernseher und eine XBox, die der Hausherr und ich gleich am ersten Abend malträtierten, als ob wir schon ewig dicke Kumpels wären. Wir blieben drei Tage auf ausdrückliche, wiederholte Einladung unserer Gastgeber. Alle geben uns Sonderbehandlungen und Lächeln. An einem Abend schauten wir den neuen James Bond, am nächsten tourten die Hausherrin und ich nachts die örtlichen Industrieanlagen für Fotos. Oder Schlüssel zu ihren Häusern. Als wir nach Sydney weiterfuhren, um eine Essenseinladung einzulösen, war es als ob wir uns schon ewig kannten. Oder auch diverse Kleidungsstücke und Bücher. Sydney war dann eine herbe Enttäuschung, weil wir eigentlich ein opulentes Mahl erwarteten, aber wegen des abartigen Verkehrs und dem engen Terminplan des Paares dann alles vertagen mussten, weil wir uns hoffnungslos verfahren hatten. Also ging es weiter nach Canberra zu den beiden Campern mit ihrem mobilen Haus. (siehe Fotos). Wir sind schwanger.

 Endlich ist es raus! Es war in den letzten Wochen schwierig, zu berichten, weil sich eigentlich alles um das Baby dreht. Alle Erlebnisse sind mit den Gedanken an das kleine Menschlein verknüpft, dass sich da entwickelt. Verschiedene Stimmen fragten schon, warum wir nicht durch tiefe Schluchten und hohe Berge wanderten, und wo die gefährlichen Tiere sind. Natürlich ist mit dem Wissen um ein kleines Lebewesen der Bungeejump oder Fallschirmsprung erstmal auf unbestimmte Zeit vertagt und wir machen einen ganz gechillten. Weil wir es erst kurz vor Reiseantritt bestätigen konnten (eine leise Ahnung hatten wir natürlich schon früher), war die Nachfrage nach dem Status des Rucksackpackens seitens Eltern und Freunden immer relativ steiniges Terrain.  Warum? Weil wir zuerst die Gelder beantragten, zwei Frauenärzte konsultierten, uns nach Kindergärten erkundigten (ja, jetzt schon!), Umsonst-Baby-Pakete abgriffen und versuchten, alle Spuren so gut wie möglich zu verwischen, schließlich heißt es man sollte vor der zwölften Woche noch nichts sagen, denn das Risiko wäre zu groß. Erst dann, recht kurz vorher, konnten wir daran denken, welche Hosen wir einpacken sollen.

Der Flug war echt hart, der gemischte Geruch von Fisch und Hähnchen, den wir gleich viermal „genießen“ durften und der beschränkte Platz selbst hinten in unserer Reihe mit nur zwei Sitzen war anstrengend. Die Flugbegleitung war aber sehr bemüht, wir bekamen extra Wasser, und eine Stewardess gab uns sogar eine große Geschenktüte mit vielen kleinen Dingen für das Baby. Vorher war ich für meine schon ziemlich müde Frau in der Drogerie und habe mich in der Strumpfabteilung eingehend über Trombosestrümpfe erkundigt, und ein recht teures Paar erstanden, sodass auch während des Fluges durch Kompression und viel Bewegung alles reibungslos „lief“.

Gut, dass wir vom Flughafen direkt aufs Sofa gelangten, wo wir die erste Woche nicht nur den Jetlag, sondern auch die ungewohnte Schwangerschaftsmüdigkeit gut aushalten konnten. Es gab Tipps von der jungen Mutter, Buchempfehlungen und guten Rat. In Brisbane wurden wir genauso gut aufgenommen, und konnten zu unserer Erleichterung auch über das Baby sprechen, denn besonders meine Frau litt sehr darunter, die gute Nachricht nicht unters Volk bringen zu können. Kurz vor Abflug hatten wir noch ihre Familie zu Besuch, die half unsere Wohnung für die Zwischenmieter klarzumachen. Natürlich habe ich keine Kiste und keinen Karton von der Schwangeren tragen lassen! Die jüngste Schwester der Liebsten entdeckte durch Zufall beim Räumen das Schwangerschaftstagebuch, dass ich zusammen mit ein paar Gurken (Standard, ich weiß!) und ihren Lieblingssüßigkeiten in ein Schwangerschaftspaket gelegt hatte, und zog blitzschnell die richtigen Schlüsse. Wie bei einer Entführung wurde ihr der Mund zugehalten und sie wurde ins Nebenzimmer geschleift, wo ihr der heilige Eid abgenommen wurde, Stillschweigen über das Geheimnis zu wahren. Dass das bei ihrer Freude und im zarten Alter von 14 Jahren geklappt hat, sei hier lobend erwähnt!
Dann standen wir noch vor der Herausforderung, in Australien einen Ultraschall machen zu lassen. Der erste Ultraschall in Deutschland konnte zwar die Schwangerschaft bestätigen, aber es war noch zu früh um genaueres zu sagen, also mussten wir in Australien nochmal gehen. Weil man aber eine Überweisung vom Allgemeinarzt braucht, hat sich das alles als ganz schön kompliziert rausgestellt. Schlussendlich waren wir in einem Krankenhaus im Hinterland, wo man keine Überweisung brauchte, allerdings gab es dort kein Ultraschallgerät, und die Ärztin musste extra gerufen werden, was viel Geld gekostet hätte. Das sehr bemühte medizinische Personal schrieb uns also unbürokratisch eine Empfehlung nach Coffs Harbour, wo wir nach langer Wartezeit unser Kind zum allerersten Mal sehen konnten. Der Moment, indem man klar und deutlich sieht, wie der kleine Körper sich bewegt, das Herz mit 167 Schlägen pro Minute schlägt und eine kleine Hand zu winken scheint, war wirklich magisch.

Some time went by since the last post, and loads was happening. We don´t do active stuff, we just lay at the beach a lot and do sightseeing from the car. We have seen some very nice national parks, and by chance met the same people in three of them. They are a friendly couple from Canberra. My wife sleeps a lot, especially in the mornings. They gave us their card along with an invitation to their house in the Australian Capital Territory! Another beautiful campspot, a winding dirtroad and a rainy afternoon on the highway later we were on our way to Newcastle. Alison Ruß´s brother lives there with his wife, and their house has a real Jane Austen feel to it. We don´t have two backpacks, but a backpack for me and a big rollable suitcase, that was lent to us by our lovely subletters wihout hesitation. On that particular rainy afternoon I looked to my left, where my wife was sound asleep, and I took a shot at asking if we could spend the night there. This kind of weather is not really what we came for! Even though I mixed up their name and they´ve never seen us before, for them it seemed to go without saying that we could stay with them. My wife eats like a mouse at the moment. We got served a delicious dinner, had a long shower with a proper European showercord  and were led into our private room with a luxurious double bed. Also, there was a 55” 3D-TV with an Xbox that the host and I used as if we´d always done it the first night. Since the guys were really keen to let us know we were quite welcome, we stayed for three days total. Everyone we meet grants us special treatment and frequent smiles. One night we caught the new James Bond at the movies, the next our host and me toured the local industrial buildings for pictures. Or keys to their houses. When we departed for Sydney to attend a lunch invitation, it was like we had known each other a long time. Or pieces of clothing and books. Sydney then was a bloody disappointment, because we should have gotten an opulent meal, but due to the outrageous traffic and the tight schedule of these people that invited us, we had to postpone, since we ended up lost in some random suburb far from our destination. Frustrated we went on to see the people in Canberra with their mobile home. We are pregnant.  

 

 

Finally it is out! In the last weeks it was so hard to report, because absolutely everything revolved around that baby. All the experiences are connected to the thought of that small human being that is already unfolding. Different people were asking why we weren´t seen in deep gorges and on high moountains, and where the dangerous animals are. Of course the occasional bungeejump or parachute fall is not on for some time now and we do a laid back one. We only got to confirm the pregnancy just before we left (a small inkling we had earlier on), which is why the question about the state of packing were rather oblivious to us. Why? Because we applied for various amounts of money, saw two doctors, checked out kindergardens (yes, already!), got free baby stuff and tried to cover our backs as good as we could, since it is not advised to go public before the 12th week. Just right ahead of the departure we could think of what pairs of trousers to pack.

The flight was quite hard to pull of, the mixed smells of halal chicken and fish, that we encountered four times was as hard to bear as the limited amount of space in economy class, even with our seats being the very last and just two in a row. The flight attendants were very sweet, though, we got extra water, twice the ration of puke bags (unused, jeah!) and one stewardess even brought us a big goodie bag with lots of small things for the baby. In advance, I went to the drugstore for my already quite tired wife and learned about all the different kinds of anti-thrombosis stockings. I purchased quite pricy a pair, so that during the flight everything “ran smoothly” with lots of walking and compression.

We were well off lying on the sofa for the first week, where we not just slept off the jetlag, but also endured the unusual amount of phlegmatic behavior in early pregnancy. There were hints by the young mum, book recommendations and valuable advice. In Brisbane we were accommodated quite in the same wonderful way, and since it is the end of the world and unavoidable we could even speak to people about it. Especially my wife suffers from not being able to tell anyone, when all you want to do is to shout the good news from the roof. Just before taking off in Germany, we had her family visiting and helping to clear our flat for our subletters. Of course no moving box was touched by the pregnant! The youngest sister of my beloved accidentally uncovered our little secret cleaning up a drawer, where she found the pregnancy diary I put in a box along with some gherkins (standard, I know) and her favorite sweets. Quite like in an abduction she was gagged and dragged into our room, where she was made to promise a holy oath not to tell anyone. This really happening with a 14-year old and with all the joy these news provoked, shall be pointed out with great respect!

 

Back to Australia: Another challenge we faced here, was to make an ultrasound. The first one we did in Germany was able to confirm pregnancy, but it was way to early to predict anything more specific, which is why we had to go for another one down under. Since you need a referral from a GP and we where moving along fast paced, it was all quite complicated. Finally we ended up in a hospital in the hinterland, where you didn´t need a referral, but they didn´t have an ultrasound device and the doctor would have been called in, which was unaffordable anyway. Still being very friendly, the medicinal staff wrote us a recommendation to Coffs Harbour Hospital, where we after a long wait could see our child for the first time. The very moment where you see that small body moving, the heart pounding with life at 167bpm and the little hand seems to wave at you – it is simply magical!

 

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5 Gedanken zu „Woran wir wirklich denken/What we really think about.

  1. Oh, wie aufregend! Irgendwann bin ich schon mal über einen Blog gestolpert, das war aber noch in der Zeit ohne Feedreader etc. Jetzt bist du drin und ich bin so gespannt, wie es bei euch 2 1/2 weiter geht 🙂
    September als Heiratsmonat – an das Wetter haben wir ehrlich gesagt so gar nicht gedacht. Das ist hier so ein Glückspiel, entweder es ist gut oder nicht. Aber Alternativpläne für schlechtes Wetter sind auch vorhanden, hihi.
    Ich warte dann mal gespannt auf eure weiteren Einträge 🙂

  2. herzlichen glückwunsch *freu*
    das sind ja super tolle neuigkeiten…
    und wahnsinn was euer bauchzwerg schon alles erleben darf!!! Toll!!!
    ich wünsche euch noch gaaaaaaaaaaaanz viel spaß und freude :-*

    glg sandra

  3. Oh so nice to have it all out in the open! And really glad you got the ultrasound at last. I completely agree, it’s magical. One thing is for sure, you will NEVER forget this holiday as long as you live. Cant wait for Christmas, where I will give Chris beer for his first hot Christmas, and Anne… juice. Love you both xx

  4. Yeah!!! Herzlichen Glückwunsch Euch beiden. Freue mich riesig für Euch!!! Genießt die Zeit noch, auch wenn ihr sicher erstmal an nix anderes mehr denken könnt als Euer Baby 🙂 GLG Katrin

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