Wir sind in Brisbane! Schon faszinierend, wie sehr ein für europäische Verhältnisse normaler Internetzugang sich so gut anfühlen kann. Die letzten Tage haben wir damit verbracht, auf dem uns geliehenen iPhone frickelig die Kontodaten einzugeben, um zu erfahren wann unser Bafög endlich kommt, damit wir weiterreisen können. Die ganzen Autoreparaturen haben unser Budget gegen Ende des Monats gegen null schrumpfen lassen, sodass der Weg nach Tenterfield auf den letzten Kilometern eine echte Zitterpartie wurde, einfach weil der Geldbeutel ebenso leer war wie der Tank. Zum Glück hatten wir noch einen Kanister voll Sprit dabei.
Doch halt! Wie ging es nach Musswellbrook eigentlich weiter? Nachdem wir knapp 200$ für den Ausbau unserer offensichtlich fehlerhaften Wegfahrsperre und ein neues Teil an der Lichtmaschine hinblättern mussten, waren wir endlich wieder unterwegs in Richtung Tenterfield. Selbst die meisten Australier wissen nicht wo das ist, so klein ist die Ansiedlung von 3.300 wettergegerbten Seelen im australischen Hinterland.

Fährt man in den Ort hinein, könnte man fast denken im Wilden Westen zu sein, denn die Zeit ist irgendwie stehen geblieben und die wenigen Gesichter, die man auf der Straße sieht, sind immer die gleichen. Ruppig aber durchaus freundlich begegnen sie dir, und wenn manche dich nach drei Jahren vielleicht sogar wiedererkennen huscht ein schelmisches Lächeln über ihr Gesicht.

Tatsächlich aber greife ich vor, denn die beiden guten Leute, bei denen ich vor drei Jahren drei Wochen lang leben durfte wohnen ca. fünfzehn Kilometer außerhalb auf einer klitzekleinen Farm mit ungefähr sieben Hunden, zehn Katzen und 150 Rindviechern. Das ganze Haus wird von einem Kamin geheizt, Wasser kommt aus der Regentonne. Als wir ankamen war das wie eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit, und doch gab es einige Überraschungen: Selbst hier gibt es jetzt – wenn auch nur per Stick – Internet, und meine „Gastmutter“ ist sogar bei facebook, was die Kommunikation in Zukunft um einiges einfacher machen wird. Wir blieben von knapp 5 Tage dort, nicht etwa weil es besonders aufregend oder abwechslungsreich gewesen wäre: In so einer kleinen Welt passiert nicht viel.

Nein, unser Geld hatte einige Probleme, von verschiedenen deutschen Konten nach Australien rüberzuwachsen und so wurde uns im wahrsten Sinne des Wortes der Geldhahn zugedreht. Ärgerlich daran: Wir haben ja monatliches „Einkommen“, aber wenn durch Wochenende, langwierige Papierüberweisungen und die Zeitverschiebung alles so langsam geht, steckt man trotzdem fest, und so waren wir wieder abhängig von der Gastfreundschaft der Aussies. Auch wenn man denkt man hätte alles perfekt geplant, solche Dinge machen einen auf Reisen demütig und wir merken, dass sich vieles unserer Kontrolle entzieht.

Als es dann endlich weiterging, waren wir noch einmal angeschmiert: Direkt in Tenterfield gab unser Camry schon wieder den Geist auf. Ich hatte einen jungen Mechaniker kennen gelernt, dessen Werkstatt zufällig auch NRMA-lizenziert war, das heißt die Vertragswerkstatt des australischen ADAC. Bin also schnell hingelaufen und hab bescheid gesagt, aber leider muss man hier erst die Zentrale in Sydney per Telefon informieren, und die schicken dann einen Hilfswagen. Mit unserer Mitgliedschaft also angerufen, (iPhone jipeeeh!) und einer sehr begriffsstutzigen Frau klarzumachen versucht, dass wir sehr leicht zu finden sind, weil es nur eine Haupstraße gibt und die Werkstatt nur 500m entfernt ist. Als endlich der Wagen kam, war die Liebste schon recht angesäuert und tischte dem armen Mann ungefragt und brühwarm unsere bisherige Odysee auf:

2 Checks von unabhängigen Mechanikern vor dem Kauf, erster Breakdown auf dem Highway (inklusive Auto von der Staße schieben, bevor der dicke Truck kommt und langes Warten in brütender Hitze), Check von einem Autoelektriker, Batteriecheck von einer kleinen Werkstatt, Breakdown auf dem Weg nach Tenterfield, zweiter Batteriechek, und immer noch hat keiner einen Plan warum die Karre das macht was sie macht.
Was macht der Camry denn eigentlich, haben wir das schon erzählt? Nun, so einiges ist komisch: Die „Charge Battery“-Leuchte leuchtet die ganze Zeit, was normalerweise bedeutet, dass etwas mit der Lichtmaschine nicht in Ordnung ist. Der Keilriemen ist aber top, und auch die Batterie lädt ordnungsgemäß, also ignorieren wir diese Erscheinung. Die andere Sache ist aber, dass die Tanknadel bei der Hälfte stehen bleibt, genau wie der ganze Wagen. Wir kommen also gerade mal so 360km mit einem Tank, was nicht gerade berauschend ist. Zusätzlich leuchtet die Tankwarnlampe, was bei einem halben Tank auch noch nicht wirklich viel Sinn macht.

Nachdem sich der sonnenverbrannte Mechaniker mit breitem Lächeln die Geschichte angehört hat, kriecht er unter den Wagen und ballert lautstark an den Tank, kommt wieder hoch und – ihm steht die Schadenfreude ins Gesicht geschrieben – sagt der Tank ist leer. Wie das bei der Tanknadel auf halb sein kann, erklärt er gleich dazu: Der Tank hat wohl bei einem rough ride durchs Outback oder sonstwo eine fette Delle abbekommen, die nun den Sensor im Inneren denken lässt, der Tank sei noch halb voll, während er eigentlich schon fast leer ist. Soviel Kopfzerbrechen haben wir uns gemacht, und so einfach ist die Lösung! Gut zu wissen, dass es nichts wirklich schlimmes ist. Wir fahren zur nächsten Tanke, hauen den Tank so voll es geht, und den Kanister noch dazu. Bis Brisbane hat uns das Schmuckstück dann ohne Murren und Knurren gebracht! Namensvorschläge für das rote Schlachtschiff bitte in die Comments.

We are in Brisbane! It is fascinating to experience what a difference a „normal“ Internet connection (by European standards) can make. The last couple of days we spent trying to find a way out of auto-correct on the lent iPhone, to insert our bank account data. This was to find out when our monthly money arrives, so we could proceed our journey. Since all the car repairs put quite a hole in our budget, at the end of the month our pockets were as empty as our fuel tank. Luckily though, we had a jerry can of fuel ready for use. But wait! How did our trip go on after Musswellbrook? After we spent about 200$ on ripping out the Immobilizer and taping the wires (!), as well as changing some spare part of the alternator, we finally hit the road towards Tenterfield. Even most Australians wouldn´t know where that is, so small is this Countrytown with 3.300 faces bleached by the hinterland sun.
But in fact I am going to fast, since both the good guys I was allowed to spend three weeks with three years ago live about 15km out of town on a tiny farm with seven dogs, about ten cats and 150 cattle. The whole house is heated with a fireplace and water is collected in a rain barrel. When we arrived, it was like time travel into the past, but still there were a few surprises. Even though just on a stick, even here now there is internet, and my host mum is on facebook, which will make communications a lot easier in the future. We stayed 5 days, not because it was very exciting or scenic: In such a small world, not much happens. No, our money had some problems to get from different german accounts to the other end of the world, and we were once again dependant on other peoples good will and hospitality. Stupid thing is: We have a monthly income for the travels, but when the weekend, analogue transfers and the time difference make things harder, we are suddenly stuck. Even if you think you had it all figured out pretty well – such things  make you humble on your travels and we notice the limits of our control.

When we finally moved on from Tenterfield, the next breakdown happened, this time directly in Tenterfield. I got to know a young mechanic, whose workshop coincidentally was the NRMA-licenced one in town, so I walked there and told the guys what happened. Sadly, you first had to call the Sydney central of the NRMA, to report the breakdown, and only then a rescue truck could be sent. So I just called (iPhone jipeeh!) and tried to talk sense into a very stupid woman, that didn´t understand that Tenterfield only has one main street and the workshop is 500m away. When the truck finally came, my wife was no longer willing to explain over and over again what was wrong and had so far been done about it, so she rightfully unloaded all her frustration on a very relaxed and innocent mechanic:

Two overall checks by independent mechanics before buying, first breakdown on the highway (including pushing the camry off the road, before being run over by a huge truck and endless waiting in boiling heat), check by an auto electrician, batterycheck by a roadside workshop, breakdown on the way to Tfield, second battery check, and still no one seems to have a clue why that thing does what it does. But what does Camry do, did I tell you that? A few things appear to be odd: the “charge battery” light is always on, which normally points to something being wrong with the alternator. Since the v-belt is in order and the battery apparently charges normally, we chose to ignore this and think of it as a wriggly wire. The other thing though is more serious. While the fuel warning light comes on, the fuel gauge stops at halfway, as does the whole car. So all we get done is about 360km with one tank, which seems to be quite expensive and annoying.

After the deeply tanned mechanic listened to my wifes  explanations with a slight grin, he ducks down under the car and bangs loudly on the fuel tank. As he comes up, you can see the gloating smirk on his face and he says: “Your tank is empty fellas.” How this happens with the fuel gauge still on half way, he explains right afterwards: On a rough ride through the outback or on some dirt road, the tank got hit and has a massive dent, which decreases the volume, without the sensor in the inside noticing. So much hassle because of such a simple reason! But it´s good to know that there´s nothing severely wrong with the car. So we just run up to the next gas station, top up till full and add 20 litres in our jerry can. Since then, the vessel brought us to Brisbane just fine. We are looking for names for it, so put your suggestions down in the comments!

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