Uni stories

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Die Vorlesung „Die Musikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ gehört zu einer der Veranstaltungen, die für das Seniorenstudium geeignet sind. DAS HEISST für den NORMALO-STudent:
Keinen Sitzplatz – Omis sind IMMER anwesend
Besserwisserei und VIELE dumme Fragen
und ständig umgeben zu sein von dem frischen Geruch alternden Fleisches gemischt mit Kölschwasser (also fast so wie im Pflegeheim, nur ohne Urin) und ich mittendrin.
Stehen muss ich zwar nicht, dafür bin ich eingekreist von Brigitte, Erdmute und Horst.
Erdmute und Horst scheinen ein Pärchen zu sein, zumindest tauschen sie Körperflüssigkeiten aus (und dabei hält sich unsereins an die Regel keine Küsse in der Uni), Brigitte und ich sind davon überhaupt nicht begeistert.
Der Prof beginnt mit Geplänkel, Zusammenfassungen und Prüfungsordnungen, also widme ich mich kurz noch wichtigen Briefen an Geldgeberstellen, ganz leise versteht sich, aber zu laut für Brigitte.
Die feuert sogleich halblaut Beschimpfungen ab a la „Wenns Sie nicht interessiert…; FRÜHER hätte…, WIR waren damals; Sie wollen doch bloß den Schein…“ und so weiter, ich ignoriere sie gekonnt und schenke meine volle Aufmerksamkeit nun dem Prof, der endlich beim Wichtigen angekommen ist.
„Von wem ist La Traviata?“ fragt er – mein Arm schießt hoch. „Verdi“ „Wissen Sie sonst noch etwas darüber?“ „Mmh: Uraufführung so 1850, es geht um eine Prostituierte…“ und dann lege ich mal kurz los, Eigentlich bin ich eher jemand, der ganz hinten sitzt und sich nicht einbringt, aber manchmal muss man eben ein Bisschen klugscheißen. Die gute Brigitte kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Als ich meinen Vortrag beendet habe wendet sie sich zu mir mit den Worten (und einem leichten Verwesungsgerucht der ihrem Mund entströmt) :
„Also jetzt muss ich mich wirklich bei Ihnen entschuldigen. Es interessiert Sie ja doch. Und als Zeichen meiner Versöhnung schenke ich Ihnen dieses Kugelschreiber.“ Sprachs und überreichte mir einen wirklich wunderbaren sehr edlen Kuli.

The lecture „The history of music in the 19th and 20th century“ is one at our Uni, which seems to be extra interesting for granny students, which means for the avarage student:
extra full rooms and no seat, because senior students always attend every lecture and always arrive extra early. It also means a lot of stupid questions and unnecessary comments and the odeur of old flesh and sweat.
I got a seat, but I am sitting in between lovely Erdmute and Horst and Brigitte. The first two seem to be a couple, since they keep on kissing and touching (definitely stuff you don’t want to see at 5pm!
The Teacher starts with stuff about the exams, dates and so on, I use the time to write another letter to people who stopped paying me, nice and quiet of course, but not quiet enough, Brigitte feels very disturbed and starts getting VERY angry:
„YOU don’t belong here!“ is one of the nicer things she tells me, but I do not listen and start concentrating on what the teacher has to say. He asks a question about La Traviata, an opera and that’s one thing I know about, so I start talking (and talking…)
I think Brigitte stopped breathing, but as I finish she turns to me and says:
„My dear Miss, I am very sorry, I was wrong about you. So now take this biro to show how sorry I am.“
From now on I’ve got one more (very posh) Biro.

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