Eltern auf Probe – Practising Parenthood

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Wenn man keine Verwandtschaft auf diesem Kontinent hat und dennoch über Nacht mal die Kinder loswerden muss, gibt es tatsächlich nur eine Lösung: den Liebsten und mich!
Und so verbrachten wir unser Wochenende ganz unstudentisch: mit Windeln, Brei und Nachtgeschrei.
Zwei Australierboys, Blondie, zwei und Dickie, ein Jahr alt, verbrachten bei uns die Nacht.
Die Boys aßen ihr dinner und schliefen zur rechten Zeit – Kinder sind sooo easy, dachten wir, bis Dickie dreiviertel zwölf das erste Mal nach seiner Flasche verlangte. Und um Zwei. Und halb vier, ja, wer mal ein Buddha werden will, kann beim Essen keine halben Sachen machen.
Irgendwann hatte er es dann auch geschafft: aus seinem Bettchen – in unsere Mitte, der Ruhe wegen (und weil wir einfach nicht mehr vom halbhohen Bett herunterklettern wollten, um das Dickie-Paket aus seinem Bettchen heraus und wieder hinein zu bugsieren). Dort entschlummerte er friedlich, an der dritten 250ml-Pulle in acht Stunden zutzend. (Kinder – NIEMALS!)
Morgens um sechs erwachte der Kerl, schon wieder (!) und bemerkte wohl plötzlich, dass es nicht Mama und Papa sind, mit denen er die Koje teilt, worauf er sogleich sein allerfeinstes Kriegsgeschrei begann.
Margarete Audrey zog den Boy nun liegend zu sich heran, um ihn zu beruhigen, und siehe da: BRÜSTE haben noch jeden Mann beruhigt. Der Dickie schmiegte seinen Kopf zwischen meine, und schlief Bauch auf Bauch wieder ein, blöd nur, dass Blondie keine zehn Minuten später seinen Schönheitsschlaf für beendet erklärte.
So saßen wir nun also, viertel nach sechs, zu viert in unserem Bett, aber zum Glück war der Babysitter youtube nicht weit und nach ein, zwei, drei Folgen waren auch die „Eltern für ne Nacht“ wieder gesellschaftsfähig. (Ich glaubte echt mal, man kann Kinder auch ohne Fernseher aufwachsen lassen – ab und zu ist die digitale Nanny aber einfach nicht ersetzbar). Frühstück essen, Brote schmieren und mit Eulenfreundin, deren Kind und Mann in den Zoo und irgendwie war der Tag mit den boys dann doch so schön, dass wir das mit dem Kinderwunsch wohl nochmal überdenken. 😉

If you have kids you need to get rid off for one night and if you have no relatives on this continent, there’s just ONE soulution: my fiancèe and me.
So that’s why last weekend we ended up having two kids, Blondie, who is two an his younger brother little Buddha, who recently turned one.
The boys ate their dinner and went to bed early. Kids are sooo easy we thought until little Buddha woke up for the first time at quarter to twelve. And half past one. And at four. Well you know, somebody who wants to be as big as Buddha has to keep up with his weight, by drinking bottle after bottle of milk. I don’t remember when, but he made it into our bed at some point. That was just way easier, than picking up the rather heavy bundle and laying him down again. (Children, definitely not for us!)
At six Mr. Buddha woke up – again, crying his loudest cry ever, because he realized that the guys he was sharing a bed with were NOT his parents.
I pulled him over to me, half asleep to comfort him, and you know what did the trick? (a clue: he is a growing man) BOOBS. He just put his head down between them and fell asleep immediately. BOYS!!!
But we couldn’t go back to sleep, because Blondie decided that the night was over now (at about quarter past six.) So he made it into our bed as well and I found the electronical nanny and some „bananas in pajamas“ episodes on youtube , as requested by Blondie, so we could doze off for another minute, to wake up properly anyway. (Did I ever think I could raise children without Television? Definitely not, sometimes there’s just no one more handy than the electronical nanny!)
We got up, went to the Zoo and had the nicest day ever with these two small minis.
(so we actually might think about not having kids once more 😉 )

Räubern – Robbering

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Musstet ihr als Kinder euch nach der Schule auch immer die „guten“ Schulsachen ausziehen, um zu Hause in die „Räuber“ oder „Schlumpy“klamotten zu wechseln?
Bei uns im fast Dorf war das zumindest so.
Und kaum hatte man seine Schulidentität ab- und das Räubersein übergestreift konnte der Feldzug durch Wald und Wiesen auch schon beginnen. Manches Mal musste dabei auch dem Räubernamen alle Ehre gemacht werden, und man stieg in alte Häuser ein. Hier im Osten gibt es davon tatsächlich noch welche, in denen nicht nur Spinnen oder Ratten hausen, sondern die noch komplett eingerichtet sind, weil die damaligen Bewohner fluchtartig „rüber“ gemacht sind.
Manchmal finden sich dabei wahre Schätze und darum konnte ich das Räubern bis heute immer noch nicht ablegen, wie meine längst zu klein gewordenen verlodderten Räuberhosen aus Kindertagen und praktiziere das Räubertum weiterhin ab und zu erfolgreich mit anderen ehemaligen Dörflern.
Heute ziehen wir eben durch die Stadt, heute erwarten wir nicht mehr die großen Schätze, aber erfreuen uns dafür an street art.
Zieht der zerfledderten Hosen an, kommt mit Räubern und seht selbst:

When I was a kid and returned from scholl there was only one thing to do: Change from the „posh“ schoolclothes into old/ripped/stained „robbery“ clothes to play outside.
And surely with wearing robbery clothes, you have to leave your own identity behind and change into your robber-self.
Which, in my childhood time’s case (in a teeny tiny village like town) meant for us kids: spot old houses, get into them (not always legally) and find the treasure!
You might think that all you find in old houses is dust, dirt and the ocassional rat, but that’s not the case for some GDR buildings. Some people left the GDR illegally to „go west“ and left all behind except for a few personal belongings they could take with them. So if you are lucky you can find fully furnished houses back here! And since my childhood was just a couple of years after the wall came down, we got lucky at some times.
„Robbering“ is one thing I just can’t leave behind with growing up and that’s why sometimes we still go. Today we don’t enter old houses anymore (treasures are gone anyway) but we find closed down factories and roam around to spot something you can’t take home, but get pleasure from nevertheless: Street art.
Just check for yourself, come robbering with me:

Uni stories

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Die Vorlesung „Die Musikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts“ gehört zu einer der Veranstaltungen, die für das Seniorenstudium geeignet sind. DAS HEISST für den NORMALO-STudent:
Keinen Sitzplatz – Omis sind IMMER anwesend
Besserwisserei und VIELE dumme Fragen
und ständig umgeben zu sein von dem frischen Geruch alternden Fleisches gemischt mit Kölschwasser (also fast so wie im Pflegeheim, nur ohne Urin) und ich mittendrin.
Stehen muss ich zwar nicht, dafür bin ich eingekreist von Brigitte, Erdmute und Horst.
Erdmute und Horst scheinen ein Pärchen zu sein, zumindest tauschen sie Körperflüssigkeiten aus (und dabei hält sich unsereins an die Regel keine Küsse in der Uni), Brigitte und ich sind davon überhaupt nicht begeistert.
Der Prof beginnt mit Geplänkel, Zusammenfassungen und Prüfungsordnungen, also widme ich mich kurz noch wichtigen Briefen an Geldgeberstellen, ganz leise versteht sich, aber zu laut für Brigitte.
Die feuert sogleich halblaut Beschimpfungen ab a la „Wenns Sie nicht interessiert…; FRÜHER hätte…, WIR waren damals; Sie wollen doch bloß den Schein…“ und so weiter, ich ignoriere sie gekonnt und schenke meine volle Aufmerksamkeit nun dem Prof, der endlich beim Wichtigen angekommen ist.
„Von wem ist La Traviata?“ fragt er – mein Arm schießt hoch. „Verdi“ „Wissen Sie sonst noch etwas darüber?“ „Mmh: Uraufführung so 1850, es geht um eine Prostituierte…“ und dann lege ich mal kurz los, Eigentlich bin ich eher jemand, der ganz hinten sitzt und sich nicht einbringt, aber manchmal muss man eben ein Bisschen klugscheißen. Die gute Brigitte kommt aus dem Staunen nicht heraus.
Als ich meinen Vortrag beendet habe wendet sie sich zu mir mit den Worten (und einem leichten Verwesungsgerucht der ihrem Mund entströmt) :
„Also jetzt muss ich mich wirklich bei Ihnen entschuldigen. Es interessiert Sie ja doch. Und als Zeichen meiner Versöhnung schenke ich Ihnen dieses Kugelschreiber.“ Sprachs und überreichte mir einen wirklich wunderbaren sehr edlen Kuli.

The lecture „The history of music in the 19th and 20th century“ is one at our Uni, which seems to be extra interesting for granny students, which means for the avarage student:
extra full rooms and no seat, because senior students always attend every lecture and always arrive extra early. It also means a lot of stupid questions and unnecessary comments and the odeur of old flesh and sweat.
I got a seat, but I am sitting in between lovely Erdmute and Horst and Brigitte. The first two seem to be a couple, since they keep on kissing and touching (definitely stuff you don’t want to see at 5pm!
The Teacher starts with stuff about the exams, dates and so on, I use the time to write another letter to people who stopped paying me, nice and quiet of course, but not quiet enough, Brigitte feels very disturbed and starts getting VERY angry:
„YOU don’t belong here!“ is one of the nicer things she tells me, but I do not listen and start concentrating on what the teacher has to say. He asks a question about La Traviata, an opera and that’s one thing I know about, so I start talking (and talking…)
I think Brigitte stopped breathing, but as I finish she turns to me and says:
„My dear Miss, I am very sorry, I was wrong about you. So now take this biro to show how sorry I am.“
From now on I’ve got one more (very posh) Biro.

Verwaist – Being an orphan

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In letzter Zeit verwaist dieser arme kleine Blog, denn Frau Schreiberin findet einfach keine Zeit mehr, irgendetwas zu verfassen, aber, liebe Leser, es geht bergauf, denn das Semester hat wieder begonnen!!! und damit auch irgendwie die Freizeit. Student sein ist nicht leicht, schließlich hat man keine Ferien, sondern schreibt eine Arbeit nach der anderen, wenn man nicht gerade Praktikum macht. (und darüber anschließend eine Bericht schreibt) aber nicht während man Semester hat und nur ab und zu mal eine Veranstaltung besuchen muss.
Und weil margarete audrey und ihr Liebster endlich wieder unendlich viel Zeit für sich haben, muss schnell eine Lösung her, denn eine gute Beziehung muss durch harte Zeiten gehen, muss geprüft werden, muss sich bewähren da muss ein Problem her dachte sich die liebe Rentenstelle und drehte eins, zwei, drei den Geldhahn zu.
Ja, auch margarete audrey ist verwaist, zumindest zur Hälfte, aber das ist eine andere Geschichte und darum bekommt sie, auch wenn es keinen Menschen wieder zum Leben erwecken kann, Halbwaisenrente, solange sie sich in Ausbildung befindet und ihr 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, was beides der Fall ist.
Und da diese Zahlungen jetzt eingestellt wurden, muss man wohl davon ausgehen, weil sich nichts anderes geändert hat, dass der Herr Vater wieder am Leben ist, oder nicht? Jedenfalls wird das jetzt der lieben Rentenstelle mitgeteilt – mal sehen, wie schnell sich das Konto wieder füllt. Fortsetzung folgt.

This poor little blog has become an orphan lately. It’s writer was just too busy to feed it with new articles, but starvation is over, the new semester has begun, which means no more writing, no more stress, more time for the blog, myself and my beloved boyfriend of course.
BUT a good relationship isn’t good enough if everything is easy and they can’t deal with problems, and money problems are one of the biggest – thought the people who pay my half-orphan pension, and just stopped paying.
But in Germany you get this money if one of your parents is dead, you are learning at a university or school and if you are under 27, which is all true in my case.
So why did they stop paying? I am still learning at university and I am still under 27, so it must be my dad, being not dead anymore. And that’s just about what I wrote in a letter I send them today. Let’s see how quick my money will be payed.
To be continued.