containern ohne dumpster diving

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Heute zog ich mit dem Trubelmädchen zum dumpster diving los. Schnell zum R***, denn mitlerweile wissen wir, wo es was zu holen gibt. Eins, zwei, drei über den Zaun, dabei den Taxifahrern nett winken und die Sprache verschlagen bekommen.
Ein riesen Container, 5 Tonnen, alle so voll, dass sie zum Teil nicht mehr zu schließen gehen. Darauf Paletten voller Essen. Hunderte Fresh Cuts, Fleischsalat, Obst, Wurst, kübelweise Blumen…Alles eingeschweißt und wie neu. Heute mussten wir nicht einmal in die dumpster diven. Heute lag alles schon fein säuberlich in Paletten, Rucksäcke und mehrere Tüten platzten irgendwann aus allen Nähten, aber es war immer noch genug übrig um mehrere Familien zu ernähren. Unglaublich in was für einer Wegwerfgesellschaft wir leben. (Ihr könnt ja mal grob schätzen, was die Sachen so gekostet hätten.)

Today Miss Trouble and I went dumpster diving. Except we didn’t have to actually dive into the dumpsters, because they were loaded with cardboard boxes full of good food! So all we had to do was to climb the fence (and wave to passing cab drivers in between) and start filling bags with fresh cuts, Ham, Salami, vegetables, fruit and buckets and buckets full of flowers…
It took aubout ten minutes to fill backpacks and linen backs and every single plastic back we could find. We felt kind of sorry for leaving so much behind (what could feed several families by the way).
Unbelieveable HOW much is thrown away!

 

Russisch Roulette – Gambling

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Meine liebste Uni, ich liebe dich doch sehr,denn immer wieder versuchst du das Studentenleben noch spannender, schöner und unterhaltsamer zu machen und jetzt bietest sogar kostenloses Glücksspiel an!
Das funktioniert bei uns in der Germanistik wie folgt:
Man nehme etwa 1500 Studenten aus 5 Semestern und gebe all diesen ein Passwort auf einer Internetplatform.
Auf dieser Internetplatform findet dann die Einschreibung statt.
Ja, früher, da stellte man sich noch stundenlang an, um einen Platz zu ergattern, man stach sich mit dem Einschreibekuli die Augen aus, Listen rissen und es sollen auch schon Menschen tot getrampelt wurden sein, aber heute machen wir das ganz gesittet per Internet.
Das wiederum funktioniert so:
Man schalte alle Seminarplätze gleichzeitig um neun Uhr frei.
In meinem Fall muss man also für drei Veranstaltungen drei Klicks vornehmen. Veranstaltung eins ist Pflicht, Veranstaltung zwei und drei jedoch bieten Auswahl, einmal sechs Seminare, von denen die meisten auch zu humanen Zeiten stattfinden und sogar ganz interessante Themen bieten, aber Veranstaltung drei hat es in sich.
Man muss ein Praktikum in einer Schule ablegen, dieser Praktikumsplatz wird online vergeben, indem man sich eine Schule aussucht.
Diese Schule sollte sich möglichst wohnortnah befinden, das lässt schon mal 6 von 15 Schulen wegfallen. (denn 14 km Radfahren und dann unterrichten und beides vor um neun kann schon schwierig für einen Anfänger sein)
Von den Übrigen 9 Schulen fallen nochmal etwa 7 weg, weil zu dieser Zeit schon andere Pflichtveranstaltungen stattfinden, bleiben also ZWEI Schulen mit jeweils ZWEI Plätzen.
So und nun wieder Ausgangssituation:
Um neun Uhr sitzen also 1500 Studenten vor ihren Computern und klicken alle paar Sekunden „F5“, die Seite läd immer langsamer doch plötzlich öffnen sich magisch alle Plätze irgendwann um neun Uhr herum.
Nun klicken alle wie verrückt auf ihr Wunschseminar und WARTEN, denn die Seite muss nun den Belegstatus laden.
Wenn das endlich geschehen ist liest man „Leider ist die Veranstaltung schon voll.“ (Das passiert in etwa 90 Prozent der Fälle, oder man hat tatsächlich einen Platz ergattert, dann passiert aber das folgende für die anderen beiden Veranstaltungen.)
Man ärgert sich und klickt frenetisch zurück zur Einschreibungsseite, aber mitlerweile sind natürlich alle Veranstaltungen belegt.
Aber auch für diese Unglücksraben hat sich die Uni etwas ausgedacht, das ganze Prozedere wird einfach noch zweimal wiederholt, bis alle (vielleicht) irgendwo (garantiert NICHT in der Wunschveranstaltung) einen Platz bekommen – drei Herzinfarkte, drei Nervenzusammenbrüche und diverse Computerabstürze inklusive.
DANK, liebste Uni!

Oh my dearest University, how I love thee!
And how nice you are for making student life more thrilling every single day and thank for providing free gambling at Uni from now on as well, aren’t you divine!
And that’s how „FREE UNI GAMBLE“ works (at the German department back in Leipzig):
You need about 1500 students.
You give every on of them an online account, a login and a password to sign in for their lectures and seminars.
You make all of them sit in front of their computers at nine ‚o‘ clock in the morning pressing the rebuilt button for the page every few seconds, trying to get in their favorite seminars, lectures and so on.
Let them wait for the page to load to the next page telling them, that they didn’t get in, because they were to late.
Let about 90 percent of them have a a heart attack or break down some computers at least.
Laugh out loud and let them try again two more times on other days, until everybody has any seat in a random seminar, which he most definitely will not like.
Thank you so, my dear beautiful University.

Containern

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Mitlerweile haben wir es wohl alle irgendwo gehört:
im Durchschnitt wirft jeder Deutsche wirft pro Jahr 82! Kilogramm Lebensmittel in den Müll und das Schlimmste daran: die meisten dieser Lebensmitel könnten noch gegessen werden und landen nur im Müll, weil sie nicht mehr schön aussehen, oder das MINDESThaltbarkeitsdatum abgelaufen ist.
Ich fand Essensverschwendung schon immer schlimm und seit ich den Film gesehen habe, beschloss ich, dem etwas entgegen zu setzen und selbst einmal Containern zu gehen.
Wers nicht kennt: Man schleicht sich nach Ladenschluss im Schutze der Dunkelheit zu einem beliebigen Laden und räumt alles noch Essbare vom Container in seinen Rucksack und nimmt es mit, freut sich, wäscht Unabgepacktes ordentlich mit heißem Wasser und verzehrts 🙂 )
Der Liebste stand dem ganzen ziemlich skeptisch gegenüber, aber wir versuchten es dann doch – und wurden promt auf einem Parkplatz eingeschlossen ohne auch nur irgendwelchen Containern nahe zu kommen. Wir kamen glücklicherweise unbemerkt frei, indem wir uns durch eine 20cm breite Lücke quetschten.
Damit hatte der Liebste dann vorerst vom Containern die Nase voll, aber wozu hat man Freunde?
Versuch Nummer Zwei startete mit Miss Dreadhead, die sich sowieso gerade in Geldnöten befindet, weil ihr das BaföG reichlich gekürzt wurde.
Nach einer Internetrecherche ging es bepackt mit Rucksäcken, Taschenlampe, Gummihandschuhen, Feuchttüchern und diversen Plastiktüten los zu Markt Nummer eins, einem kleinen K*****.
Leider befanden sich die Tonnen hinter Gittern, also hieß es klettern, aber oh Schreck – die Tonnen waren leer, folglich mühten wir uns aus dem Gitterkäfig heraus und erblickten zwei UNVERSCHLOSSENE, frei zugängliche Tonnen direkt vor dem Markt – und siehe da: beide Tonnen reich befüllt.
Die Freude war groß, vor allem auch die Freude über die kollektive Dummheit zuallererst zu klettern ohne in die frei zugänglichen Tonnen hineinzuspähen.
Weiter ging die Tour, zu Laden Nummer drei.
Hier kletterte es sich schon schwieriger, dafür schön mit Sichtschutz. Als alle Barrieren bezwungen waren erwartete uns eine ganze Tonnenversammlung, gefüllt mit verpacktem Biogemüse, diversen Eierkartons (noch mehrere Tage haltbar) und sogar eine Tüte Tiefkühl-Brötchen fand sich für die Miss Dreadhead-WG. Wir füllten die Rucksäcke im Eiltempo,verließen den Tonnenverschlag und teilten gerecht – ich finde es hat sich gelohnt!
Was denkt ihr zum Containern?


Just now you hear one thing EVERYWHERE on the Radio or read it in the newspaper: On average every German throws 82 Kilograms per year in the bin. Most of the stuff could still be eaten, but either it looks strange or the „best before“ date is off – people bin it, before checking if the stuff could be eaten.
I personally hate throwing food away and after watching „taste the waste“ I decided to „dumpster dive“ from now on.
If you don’t know dumpster diving, it’s what you think: After grocery shops close you go there and empty all eatable stuff out off their bins, take it home, give the unwrapped stuff a really good scrub with hot water and eat it!
My boyfriend didn’t like this idea too much, but came with me on my first dumpstering trip. Well, it didn’t go too well, we did not find any bins but were locked up in a car park. (BUT we escaped through a hole in the fence)
So he refused to go another time, but lukcily my friend Miss Dreadhead joined me.
We got our equipment together which contained (and will contain) a torch, plastic backs, backpacks, and  wipes.
The first store we went to had his bins locked away, so we climbed over the fence. (which was quite hard work by the way!) BUT: all bins were empty.
We climbed out disappointed and spotted some unlocked bins JUST in front of the shop and they were filled with joy! (about the stuff and about our stupidness to climb BEFORE checking those)
After filling our backpacks with BIO herbs for example we went on to the next shop.
Climbing here was harder, but at least well hidden so we could get on with business and found completely sealed vegetables and fruit, some egg cartons with their „best before“ dates a week ahead and breadrolls, which I happily donated to Miss Dreadhead and her flatmates.
We drove home happily and we definitely do it again. On the picture above you can see my share of what we found.
What do you think about dumpster diving?

Kisses, tears and goodbyes

Bitte Herunterscrollen für eine deutsche Übersetzung!


The last four weeks have just flown by.
I’ve learnt so much, taught a lot, was tired but happy.
There were uncountable not-yet-grown-up boy’s hugs and kisses, family days out, stunning countryside views and smells and the feeling of being cared for, which you’ll get when coming home after a long day of work and research and a warm homemade meal is already steaming away on the table.
And there were tears and even more hugs when saying goodbye for another few months and this letter of my favorite six-year-old:

Dear Margarete Audrey and her loverboy,
It has been nice of you for coming. You should of (=have) been doing what you wanted not helping like an ou pair (au pair).
from Francis Michael
PS: I’m going to cry and I LOVE YOU!

Es scheint als wären die letzten vier Wochen einfach so vorbeigeflogen.
Ich habe so viel gelernt, oft unterrichtet war ständig ziemlich müde, aber glücklich.
Es gab unzählbare Kuschelei mit den sechs schon größeren, aber immer noch kleinen Jungs, bezaubernde Gerüche und Aussichten, die nur das Landleben zu bieten hat und das Gefühl versogt zu werden, welches man bekommt, wenn man nach einem langen Arbeits(Praktikums-)tag heimkehrt und das selbstgemachte Essen schon dampfend auf dem Tisch steht.
Es gab noch mehr Umarmungen beim Verabschieden, ein paar Tränen und diesen Brief, meines liebsten Sechs-Jährigen:
Liebe Margarete Audrey und deren Liebster,
Es war so schön, dass ihr gekommen seid. Ihr hättest machen sollen, was ihr wollt anstatt wie Aupairs zu helfen und euch um uns zu kümmern.
von Francis Michael
PS Ich werde weinen (wenn ihr geht) und ich liebe euch.