Verkehrte Welt – Randomn

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Gestern war bekanntlich Valentinstag. Und dieser ist bekanntlich genau solcher, wie mein Vater es nennen würde, „Ami-Mist“ wie Halloween.
„Nur Komerz“ würde der Vater hinterherschieben oder wahlweise auch „Wir haben doch genug Feste.“ oder ähnliches.
Meine Mutter sieht das alles etwas anders, wollte den Liebsten und mich verwöhnen und schenkte mir darum zum Geburstag ein romantisches Dinner im Wert von – tief Luftholen – 75! Euro. (Davon leben wir zu zweit nahrungsmitteltechnisch drei Wochen, oder man könnte davon laut meiner liebsten Schwester 75 Leckbälle kaufen)
Einen geschenktem Gaul schaut man aber besser nicht ins Maul – also auf zum Resteraunt mit wohlklingendem adlig anmutendem Namen.
Wir betreten betreten das Etablissement, denn schon bei der Jackanabnahme bemerken wir a) völlig fehl am Platze und b) absolut underdressed zu sein.
Unsere Plätze befinden sich inmitten von flirtenden über 60-Jährigen, Seide und Kashmir umhüllen sie, jedes Haar sitzt und mindenstens Chanel No. 5 Duft erfüllt die Luft (oder vielleicht wars auch Kölnisch Wasser- wer weiß das schon so genau.)
Vor uns liegen diverse Bestecke und die Menükarte.
Der Liebste bestellt unter anderem „Hirschmedallions an Trüffelschaum auf einem Maronenbett an Strohkartoffeln“ (alias dünne Pommes), ich habe neben Kokos-Kürbissuppe mit Shrimps, Heilbuttfilet und Wintergemüse auch sogeannte „Traubenkartoffeln“ zu verspeisen.
Zuerst werden wir aber zum Wein beraten. Da „der Herr“ das Wild isst und „die Dame“ den Fisch, rät uns die etwa gleichaltrige Kellnerin vom zu starken Chianti ab, wir trinken also den 2008er Namen vergessen. Er wird fachkundig geöffnet. „Der Herr probiert?“ fragt-aussagt die Kellnerin und gießt dem Liebsten ein Schlückchen ein. Der schwenkt sehr fachkundig, wie ich finde, das Glas, schnüffelt, trinkt mit gespitzten Lippen und erklärt sich mit „Ausgezeichnet“ einverstanden und ich bekomme vor lauter Feinheit zuallererst einmal einen Lachanfall. Aber er schmeckt, unser toller Wein, im Menü inklusive, aber allein immerhin 24,95 wert!!!
Die Vorspeise kommt, schmeckt ganz gut, es folgt der Hauptgang, der bei weitem besser klingt als er schmeckt. Es fehlt unter anderem das Salz an meinen jeweils drei Möhren- und Kohlrabistückchen, die als Wintergemüse im Duett mit drei Rosenköhlchen den Tellerrand säumen und der Hirsch blutet den Teller voll. Der Liebste beschwert sich, und wird belehrt, dass dies so sein MÜSSE, aha, okay.
Alles in allem schmeckte es gut, aber nicht herausragend und wunderbarerweise waren wir trotz Miniportionen auch satt, aber wir sind uns einig, dass wir in Zukunft lieber fünfzehn Lieblingspizzen bestellen, als einmal so essen zu gehen.

Yesterday was Valentines day. If you are American or even British this might be a special day for you, but it’s actually quite new to us Germans.
My father declared it as „Ami-Mist“ which could be translated by „American crap“ he as well was sure, that Valentine’s day and Halloween were made for purchase and nothing else.
However you like it, my mum thought it was a special day, and that’s why I got a romantic dinner for this day for my birthday this year. But it cost – 75! Euro! If that doesn’t sound much to you, just remeber, that my spouse to be and myself are actually students. We eat for about three weeks of that prize or we could, as my little sister points it, buy seventy-five „Leckbälle“ (her favorite – don’t ask me why and don’t ask me for a translation – it’s sour candy in a ball shape).
We already realized that we are NOT costumers for this restaurant while entering the door of this royal sounding food temple. We are seated in between eldery couples, dressd in cashmere and silk, styled neat and perfect. (We feel like tramps in our second-hand store clothes and Hoodies)
Plenty of cutlery and glasses is assembled in front of us as well as a rose, some swiss chocolate and the menue. We choose, for example the „medallion of deer filet on truffle mousse accompanied by straw potatoes“ (alias thin french fries). Because I choose fish the waitress recommends the very special 2008 I forgot the name wine, we take it, it’s included in the meal, but we check for the price anyway,  it’s one of the cheaper ones at  „just“ €24,95 per bottle, wow. BUT you not just drink it, you have to shake, smell and enjoy it with pursed lips. My spouse to be does so and I nearly pee my pants laughing.
The first course arrives, it’s alright, not that special. Second course follows and we are a little dissapointed, the deer is bleeding all over the plate and salt is missing on my „winter vegetables“ (three pieces of carrot, turnip and brussel sprouts)
My darling does not like the deer and tells the waitress, she tells him quite annoyed that „that’s how you do it“
Okay, so one can’t decide whether he likes his meat , done, medium or underdone.
Well, the dessert was really nice and the other stuff was okay, we were full after we finished (even with micro portions) but we agreed that we rather order 15 pizzas instead of doing such a posh dinner again.

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2 Gedanken zu „Verkehrte Welt – Randomn

  1. Schön, dass ihr essen gegangen seid zum Valentinstag! Uns ist das immer zu stressig, weil alles so voll ist 😉 Wir gehen sehr gern ab und zu in ein feines Restaurant (1-2 mal im Jahr). Wir haben ein Lieblings Sterne blabla Restaurant, in dem wir den Inhaber und gleichzeitig Koch kennen. Klingt alles ähnlich wie bei Euch auf der Menükarte, schmeckt immer super exzellent und wir gehen immer sehr zufrieden nach Hause. 🙂

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