Babysitting Amerikanisch – American Babysitting

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Normalerweise treffe ich als Babysitter (in deutschen, gut verdienenden Familien) ungefähr auf diese Situation:

Das zu betreuende Kindlein befindet sich auf dem Boden zwischen pädagogisch wertvollen Spielsachen aus Holz, ein Stapel mit Fühl- und Klappbilderbüchern liegt bereit, im Hintergrund laufen wenn überhaupt klassische Musik oder Kinderlieder, gesungen von allerliebsten Kinderchören, in so hohen Tonlagen, dass ich sie eigentlich kaum verstehen kann.
Bevor die Eltern sich verabschieden wird eine halbe bis Stunde eingeplant, dass sich das Kind an mich „gewöhnen“ kann (auch wenn ich jede Woche komme).
Die Eltern erwarten von mir, dass ich ihr Goldstück die komplette Zeit bespiele (gern auch in Englisch), bevor das Kleine ein selbstgekochtes Mahl vorgesetzt bekommt (und oder austauschbar ein Fläschchen Muttermilch) damit ich es schliesslich in seinen Biowollefeinstrickschlafanzug hüllen und zu Bett bringen kann.
Danach begnüge ich mich mit Büchern, denn fast keine Familie, wo ich sonst babysitte besitzt einen Fernseher, knabbere Gemüse und trinke, wenn ich grosses Glück habe, ein Glas Saft.

ABER heute ist alles anders, was VIELLEICHT daran liegen mag, dass der zu betreuende Mr. ein richtiger Amerikaner ist aus Ohio.
Bei der Ankunft hoere ich schon im Treppenhaus den Fernseher schallen, es laeuft cbeebies (englischer Kika aber fuer Minis), zudem schallen verschiedenste Fisherpricegeraete um die Wette, der Babyboy kann zwischen verschiedensten tönenden, blinkenden und sich selbst bewegenden toys auswählen.
Seine Mommy weist mich kurz ein:
In der Kueche: Babycracker, Babykekse, suesser und herzhafter Brei, Mikrowelle, superauffangplastik Latz
Im Bad: Wannensitz, singendes Badespielzeug, diverses Babyduschgelzeugs
Im Kinderzimmer: Nachtlampe, Angelcaredings
Mir schwirrt der Kopf von den ganzen Dingen und Gebrauchsmöglichkeiten.
Wir kommen wieder ins Wohnzimmer, Mr. Baby sitzt inzwischen in einem fahrbaren „Lauflerntrainer“, der natürlich auch singt, die Eltern verabschieden sich mit: „Schalt ein, was du schauen willst und iss was du finden kannst, um 7 geht er zu Bett, vorher Bad und was essen!“
Kaum sind die Eltern weg, schlate ich erstmal den Fernseher aus. Und die singenden Spielzeuge, und befreie Mr Baby von der Lauflernstrapaze.
„Essen, der Herr?“ Da ist er pro, ich entscheide mich zwischen all den schönen meist aus Amerika importierten Sachen für normalen Brei. Er ist mit grossem Appetit und Sauerei, ich will ihn jetzt säubern, kann aber nirgends einen Waschlappen finden, dafür aber:
„Boogie Wipes“ – Feuchttuecher mit Weintraubengeruch???
Mmh, dann wasche ich dich eben in der Wanne, kleiner Mann, denke ich, lasse Wasser ein, kippe nur das nicht singende Entertainment in die Wanne und „Babys’r’us“ Babydeschaum hinzu, wow, der schäumt besser, als der billige von Aldi!
Den Wannensitz lassen wir weg, sitzen kann er ja schon.
Nach dem Bad geht’s ab ins Bett, blöd nur, dass ich das angelcare nicht angeschalten bekomme, naja, ich hoffe er erstickt nicht gerade.
Ich geh lieber mal kurz gucken – er lebt noch.
So, Fernseher wieder an, ein bisschen rumgezappt – HUNGER.
Die Auswahl im Kühlschrank kann sich sehen lassen und kochen muss ich auch nicht, alles mikrowellenkompatibel, zurück zur Flimmerkiste.
Leider lief da nichts, daher musste wordpress herhalten.
Andere Laender, andere Sitten, und das alles soll weder irgendjemanden beurteilen, noch rassistisch sein,  jeder erziehe (und lebe) wie er will, ich finde es spannend Unterschiede zu erkennen, gute Nacht.
When babysitting (in German families), I usually come into this situation:
The child to be (baby)sat on sits on the floor in between his or her wooden toys, a staple of picture books with touchy-feely pages is nearby, if there’s music in the background it’ll be classic or sweet children’s choirs songs tuning in such a high frequency, that I can barely hear them.
Before the parents leave they plan about 30 minutes up to an hour to let the small one settle with me, even if I come every week.
After the parents left I am suppose to spend just one on one time with the baby. After that she gets her (homemade) mashed food, then i’ll slid her into her (Bio)woolen Pyjamas.
When the little one is asleep I’ll read books or I’ll do Uni work, because most of the families where I babysit don’t have a TV.
I’ll snack on veggies and drink a glass of juice (if I got really lucky)

TODAY everything is different, it MIGHT be because the family where I am today is American.
I enter the flat and there’s the little mister on the floor, in between all his humming, moving and blinking fisher price toys. The TV shows some children’s TV show.
This is my first time to babysit here, so his mommy gives me a short trip around.
The kitchen contains: different kinds of baby crackers, biscuits and baby food, most of it imported from America , a microwave and a super absorber plastic bib 
The bathroom contains: a bathing seat, singing bath toys, a variety of Babyfoams
The nursery contains: an angel care thing, a nightlight
I am confused, I don’t know if it’s the singing toys or all the electrics I have to remember.
We come back to the living room and his parents leave with the short instruction: „Bedtime is at seven, watch whatever you like, and give him a bath, if you’re up for it.“
Firstly I  free him from his walking trainer and switch the TV off as well as ALL of the toys.
„Hungry, Mr. Baby?“ I ask him, he happily eats his dinner. It’s time for a clean up now, but i can’t find a cloth, BUT I find „Boogie Wipes“ with grape scent (seriously?!?)
They smell disgusting and he will now have a bath anyway, so we skip the wiping. 
I’ll run the bath and put all of the non-singing toys in as well as one of the imported babysoaps.
We skip the seat, he can sit up properly anyway.
It’s bedtime after bath time. He settles down perfectly, but I get quite stressed, because I can’t work out the angelcare thing, oh well, hope this little one doesn’t suffer right now,
just checked: he doesn’t. 
I turn the TV back on and zap through the programs and start feeling hungry. The kitchen is ready to be explored. There is SO much stuff I can’t even believe it, and luckily nothing has to be cooked, everything can go into the microwave.
Back to the telly. Sadly, nothing is on, so now you have to listen to my „adventures“ 
In Germany we sometimes say: „Andere Laender, andere Sitten“ which translates as different countries different ways of doing it.
This text was neither for judging anybody nor meant to be racist.
I think everybody should parent (and live) the way, which is best for them. It’s just interesting to see the difference.
Good night. 

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2 Gedanken zu „Babysitting Amerikanisch – American Babysitting

  1. Herrlich. Wir haben viele internationale (auch amerikanische) Freunde mit Babies und ich kann es in großen Teilen bestätigen. Diese Unterschiede gibt es wirklich 🙂 Von meiner Hebamme wurden die blinkenden fisherprice Dinger verteufelt. Wir haben Wippe und ein bisschen Spielzeug von amerikanischen Freunden bekommen und der Knirps liebt es. Daneben steht natürlich ökologisch wertvolles Spielzeug aus Holz 🙂 Für uns gilt: der Mix macht’s 🙂

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