Ort und Zeit – location and time

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Nachdem sich der Liebste und ich leider von unserer Traumlocation für unsere Hochzeit verabschieden mussten waren wir schon mehr oder minder verzweifelt.
So verzweifelt gingen wir dann also zu einem Gottesdienst einer anderen Gemeinde in der städtischen „English church“. Dort waren wir schon ein paarmal gewesen und kannten auch manche Leute vom Sehen, sowie auch Emma.
Die gratulierte uns herzlich zu unserer Verlobung und fragte nach den Hochzeitsvorbereitungen. Wir klagten niedergeschlagen unser Leid und darauf sagt Emma:
„Dann feiert doch bei uns!“ und lud uns auch gleich zum Mittagessen bei sich zu Hause ein, obwohl wir sie überhaupt nicht weiter kennen! Wir waren dort vorher nicht und absolut überrascht:
Emma bewohnt mit Mann und drei Kindern einen alten umgebauten Bauernhof, jeder Raum ist mindestens 20m² groß, es gibt diverse Bäder, eine Sauna, einen Pool, vor und hinter dem Haus perfekte Gärten und zudem besitzt Emmas Mann zur größten Freude des Liebsten auch noch das neueste BMW Modell, dass uns dann hupend von der Kirche zum Feierort kutschieren wird – perfekt!
Und irgendwie sind wir jetzt richtig froh, dass diese Gemeinde uns abgesagt hat!
Es sind noch genau 201 Tage bis zu unserer Hochzeit – na, wann ist Termin?

Me beloved one and I were quite stressed, after we got cancelled by the location where we wanted to get married. Just after we got to know this, we went to our local „English church“, where we sometimes go, but not quite as often BUT we already kind of made friends with some of the people, one of them is Emma, I spoke to her a few times before and Chris didn’t know her at all, but she was very happy and excited to hear about our engagement. We were still quite down by the location thing, but Emma cheered us up by saying: „Why don’t you get married at our house?“
We stared at her – shocked – because we didn’t really know her at all, but desperate as we were we surely went with her as she invited us over for dinner to check out her house.
Well this house is just PERFECT!
It’s got huge rooms, lots of space, a garden in front of and behind the house, a pool, a sauna and to my beloved one’s delight Emma’s husband owns the latest BMW modell which will drive us from the reception to the party – NICE!
And now we actually are quite happy, that the wedding doesn’t take place at the other church – hip hip hooray for Emma and her family!
It’s just 201 days until our wedding day and finally we are able to sort stuff out.

Berlin calling…

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and I am NOT listening. Berlin is not my thing. It’s too big, I don’t like it, it isn’t charming to me in any way and yesterday I decided, that I will hate it from now on.
Yesterday we had to travel from Berlin up north to Berlin south-east to the aiport Schönefeld.
Our gate closed at 1:50 pm, we headed 11:20 and were supposed to take one bus, one undergroundtrain and an express train. This was meant to take 70 minutes, so plenty of time you might think.
BUT
the bus was 10 minutes late, so we missed the train
we wanted to take another train, but it was cancelled
so we decided to take the „Ringbahn“ and change somewhere else, but
it was cancelled
it was now about 12:40 already
There were no signs at any stations showing you, how long trains needed to go somewhere, there was no subsitute bus service or anything.
I had already: almost runined my nerves, nearly cried and was blaming my beloved for everything. (I mean hey, he is the Berlin guy – he should know about their public transport!)
We finally arrived at the airport after another cancelled train at 1:35.
I made lots of people hating me by skipping the line to the check – in, I seriously couldn’t be bothered.
We ran through security and arrived at the plane at 1:43! –  7 minutes EARLY!
I was knocked out and it took me about three more hours to realize, that we actually were going to ENGLAND, that we actually were going to meet my „second“ family. (again)
And it took the walking into the house, the smiles by these 6 hostkids I was an Aupair for (about 3 and a half years ago) for me to realize that I have come HOME again.
The next three weeks will be filled with lots of noise, lots of hugs, a stucked up pantry at any times, relaxing in the countryside, 24/7 playing…
Oh, and of course the internship we actually came here for, where we will do some teaching and research in English primary schools nearby.
Home again.

Berlin calling und ich höre nicht zu. Eigentlich habe ich Berlin noch nie gemocht, es war mir zu groß, zu laut, irgendwie ohne Charme, aber seit gestern habe ich beschlossen Berlin zu hassen.
Wir hatten gestern das Ziel von Berlin Nord (Frohnau) zum Flughafen Schönefeld im Südosten zu reisen, laut ÖPVN sollte das 70 Minuten dauern, inklusive einer Bus-, U-bahn- und Regionalexpressreise. Unser Gate schloss 13:50, um 11:20 fuhren wir los, siebzig Minuten sollte der Spaß dauern.
Aber nein, Pustekuchen. Der Bus kam 10 Minuten zu spät an der U-bahn an, sodass wir diese um 2 Minuten verpassten. Mit der nächsten Ubahn waren wir zu spät am Regionalexpress und der folgende wurde gestrichen, also Routenänderung. Nächstes Ziel war eine Haltestelle, von der aus wir zwei verschiedene Anschlussmöglichkeiten zum Flughafen hatten . Die S-bahn, die uns dorthin bringen sollte fiel leider ersatzlos aus (bei uns gibt es für solche Fälle den soganannten Schinenersatzverkehr). Mitlerweile zeigte die Uhr 12:40 ich hatte schon einen Nervenzusammenbruch erlitten, den Liebsten zur Schnecke gemacht (schließlich ist er der Berliner von uns beiden!!! und ja wohl dran schuld, oder?) und die Berliner Verkehrsbetriebe verflucht (wieso zeigen die auch an keiner Haltestelle, wie lange es von dort bis zu anderen Zielen dauert?).
Wir befanden uns etwas in Mitte, also die Hälfte lag noch vor uns.
Irgendwann und irgendwie erreichten wir dann 13:35 doch den Flughafen. Mitlerweile schrien wir uns eigentlich nur noch an.
Ich scheuchte den Liebsten vorbei an den langen Schlangen des Checkins, direkt nach vorn – falls irgendjemand gestern unter den schimpfenden Hinter-mir-Stehenden war, ich entschuldige mich vielmals!

Über den Flughafen bewegten wir uns nur rennend und erreichten das Gate verschwitzt und mit Seitenstechen 14:43 UHR! Wie auch immer wir das angestellt haben.
In diesem ganzen Stress hatte ich überhaupt keine Zeit, mich auf England und vor allem meine ehemalige Gastfamilie (ich war 2008/2009 Aupair bei 6 Jungs unter 6) zu freuen, aber als wir dann endlich im Zug zu unserem Ziel saßen, kam die Vorfreude doch:
3 Wochen voller Lautstärke und in Aktion, 3 Wochen mit immer einer vollen Speisekammer zur Verfügung, ausspannen auf dem Land, 3 Wochen in meiner Zweitfamilie.
Und natürlich, wieso wir überhaupt hergekommen sind: 3 Wochen Praktikum an einer englischen Schule, wo wir den Schulalltag erforschen, beobachten und auch selbst unterrichten werden.
Home again.

die schuhe sind schon getauscht fürs Landleben – I already changed into countryside shoes

Verkehrte Welt – Randomn

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Gestern war bekanntlich Valentinstag. Und dieser ist bekanntlich genau solcher, wie mein Vater es nennen würde, „Ami-Mist“ wie Halloween.
„Nur Komerz“ würde der Vater hinterherschieben oder wahlweise auch „Wir haben doch genug Feste.“ oder ähnliches.
Meine Mutter sieht das alles etwas anders, wollte den Liebsten und mich verwöhnen und schenkte mir darum zum Geburstag ein romantisches Dinner im Wert von – tief Luftholen – 75! Euro. (Davon leben wir zu zweit nahrungsmitteltechnisch drei Wochen, oder man könnte davon laut meiner liebsten Schwester 75 Leckbälle kaufen)
Einen geschenktem Gaul schaut man aber besser nicht ins Maul – also auf zum Resteraunt mit wohlklingendem adlig anmutendem Namen.
Wir betreten betreten das Etablissement, denn schon bei der Jackanabnahme bemerken wir a) völlig fehl am Platze und b) absolut underdressed zu sein.
Unsere Plätze befinden sich inmitten von flirtenden über 60-Jährigen, Seide und Kashmir umhüllen sie, jedes Haar sitzt und mindenstens Chanel No. 5 Duft erfüllt die Luft (oder vielleicht wars auch Kölnisch Wasser- wer weiß das schon so genau.)
Vor uns liegen diverse Bestecke und die Menükarte.
Der Liebste bestellt unter anderem „Hirschmedallions an Trüffelschaum auf einem Maronenbett an Strohkartoffeln“ (alias dünne Pommes), ich habe neben Kokos-Kürbissuppe mit Shrimps, Heilbuttfilet und Wintergemüse auch sogeannte „Traubenkartoffeln“ zu verspeisen.
Zuerst werden wir aber zum Wein beraten. Da „der Herr“ das Wild isst und „die Dame“ den Fisch, rät uns die etwa gleichaltrige Kellnerin vom zu starken Chianti ab, wir trinken also den 2008er Namen vergessen. Er wird fachkundig geöffnet. „Der Herr probiert?“ fragt-aussagt die Kellnerin und gießt dem Liebsten ein Schlückchen ein. Der schwenkt sehr fachkundig, wie ich finde, das Glas, schnüffelt, trinkt mit gespitzten Lippen und erklärt sich mit „Ausgezeichnet“ einverstanden und ich bekomme vor lauter Feinheit zuallererst einmal einen Lachanfall. Aber er schmeckt, unser toller Wein, im Menü inklusive, aber allein immerhin 24,95 wert!!!
Die Vorspeise kommt, schmeckt ganz gut, es folgt der Hauptgang, der bei weitem besser klingt als er schmeckt. Es fehlt unter anderem das Salz an meinen jeweils drei Möhren- und Kohlrabistückchen, die als Wintergemüse im Duett mit drei Rosenköhlchen den Tellerrand säumen und der Hirsch blutet den Teller voll. Der Liebste beschwert sich, und wird belehrt, dass dies so sein MÜSSE, aha, okay.
Alles in allem schmeckte es gut, aber nicht herausragend und wunderbarerweise waren wir trotz Miniportionen auch satt, aber wir sind uns einig, dass wir in Zukunft lieber fünfzehn Lieblingspizzen bestellen, als einmal so essen zu gehen.

Yesterday was Valentines day. If you are American or even British this might be a special day for you, but it’s actually quite new to us Germans.
My father declared it as „Ami-Mist“ which could be translated by „American crap“ he as well was sure, that Valentine’s day and Halloween were made for purchase and nothing else.
However you like it, my mum thought it was a special day, and that’s why I got a romantic dinner for this day for my birthday this year. But it cost – 75! Euro! If that doesn’t sound much to you, just remeber, that my spouse to be and myself are actually students. We eat for about three weeks of that prize or we could, as my little sister points it, buy seventy-five „Leckbälle“ (her favorite – don’t ask me why and don’t ask me for a translation – it’s sour candy in a ball shape).
We already realized that we are NOT costumers for this restaurant while entering the door of this royal sounding food temple. We are seated in between eldery couples, dressd in cashmere and silk, styled neat and perfect. (We feel like tramps in our second-hand store clothes and Hoodies)
Plenty of cutlery and glasses is assembled in front of us as well as a rose, some swiss chocolate and the menue. We choose, for example the „medallion of deer filet on truffle mousse accompanied by straw potatoes“ (alias thin french fries). Because I choose fish the waitress recommends the very special 2008 I forgot the name wine, we take it, it’s included in the meal, but we check for the price anyway,  it’s one of the cheaper ones at  „just“ €24,95 per bottle, wow. BUT you not just drink it, you have to shake, smell and enjoy it with pursed lips. My spouse to be does so and I nearly pee my pants laughing.
The first course arrives, it’s alright, not that special. Second course follows and we are a little dissapointed, the deer is bleeding all over the plate and salt is missing on my „winter vegetables“ (three pieces of carrot, turnip and brussel sprouts)
My darling does not like the deer and tells the waitress, she tells him quite annoyed that „that’s how you do it“
Okay, so one can’t decide whether he likes his meat , done, medium or underdone.
Well, the dessert was really nice and the other stuff was okay, we were full after we finished (even with micro portions) but we agreed that we rather order 15 pizzas instead of doing such a posh dinner again.

In der allergrößten Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot.

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Gestriger Abend.
Liebster, Schwester und meinereins sitzen nach zweistündigem Spaziergang auf dem zugefrorenem Kanal hungrig daheim auf dem Kanapee
Das selbstgebackene Brot dampft schon, für den „Tatort“-Genuss ist alles aufgebaut, meine mütterliche Seite will gerade Butterbrote schmieren, aber oh Schreck – alle Butter ist aufgebraucht und es ist Sonntag. Sahne hatte wir noch, also haben wir sogleich unsere eigene Butter geschüttelt.
Zwar schmeckt die laut Schwester auch nur „auffällig unauffällig“ aber irgendwie gab mir die Buttermachung trotzdem ein absolutes Hochgefühl.

Yesterday evening.
After two hours of walking on the frozen channel nearby my darling, my sister and I are  sitting hungry on our sofa.
The self-made bread smells awesome, everything is ready to watch the well-beloved Tatort .I decide to make some sandwiches for my soon to be spouse and his soon to be sister-in-law but there’s no butter in the house AND it’s a sunday. Non-Germans should know, that in Germany every single store is closed on a sunday.
But we luckily had cream in the house to make our very own Butter.
So everybody took a chance to shake the glass and soon we had homemade butter.
My sister said it tastes „perfectly avarage“ but I felt special and kind of spoiled by having made such a basic thing myself.

Prüfungszeit – Exam week

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Eigentlich ist erst einmal eine große Last abgefallen, die Vorlesungen sind wieder einmal vorbei, man ist (vorerst) terminfrei. Dafür sitzt man (bestenfalls) zuhause oder in der Bibliothek und lernt 24/7. Bewährt hat sich, gerade in Bachelorstudiengängen, das Bulimie-Lernen, will heißen: man stopft unglaublich viel Wissen in sich hinein, in meinem Fall etwa pro Prüfung 450 griechische Vokabeln + seitenweise Grammatik oder auch gern drei Vorlesungen a 16 Veranstaltungen mal je 4 Seiten Mitschrift.
Das versucht man nun möglichst schnell parallel auswendig zu lernen (da 3 Prüfungen in 5 Tagen) und „kotzt“ es dann in der Prüfung, bestenfalls in geordneten Zusammenhängen, wieder aus, um anschließend die Löschtaste zu drücken und Platz für neues zu schaffen.
Eigentlich müsste man auch die ganze Woche in Angstzuständen verbringen, weil man das eigentlich gar nicht alles schaffen kann.
Wir nehmen es hier gelassen, haben „Mut zur Lücke“, wissen, dass wir nichts wissen und sind damit bis jetzt auch schon recht weit gekommen.
Und ist die Prüfungszeit vorbei, gibt es schließlich fast ZWEI Monate Ferien!
(Lässt man mal die drei Wochen Praktikum, mehr Griechisch, 2 Hausarbeiten und die Bachelorarbeitsforschung außer acht.)
Eigentlich ist Student sein aber tatsächlich wirklich richtig schön.

I should ACTUALLY fell „free“ now, no more lectures, no more seminares working time is over.
BUT ACTUALLY I should sit at home or in the library and study, 24/7.
What quite works for Bachelorstudents is the so-calles bulimia learning.
You learn everything you heard (which for example in my case would be 450 ancient greek vocables and tons of ancient greek grammar) and „puke“ it all out in the exam (best case: all structured and well organized).
And afterwards you forget it all to have space for the coming things.
I ACTUALLY should be covered in cold sweat one gets from fear, but I run quite well by knowing that I don’t know (anything) or the so-called and well-liked „Mut zur Lücke“ which would translate as „Bravery for gaps (in your knowlegde)“
And this all took me to fifth semester already.
AND after exam week will be an almost TWO months break!
(IF you would forget about the three week internship and the still to write 30 pages papers…)
But ACTUALLY being a student is quite nice! (anyway)