Steine auf dem Weg

Der Liebste und ich hatten es uns so wunderbar ausgedacht.
Wir feiern Hochzeit in einer kleinen Gemeinde einer niedlichen Kurstadt, nur zwanzig Zugminuten von der Uni entfernt, für einen kleinen Obulus in den Klingelbeutel mit Mitbring-Buffet.
Die Gemeinde ist eine sogenannte FREI-Kirche, das heißt man gehört nicht, wie Evangelen und Katholen der Landeskirche an, man hat keine feste Liturgie, es werden oft moderne Lieder mit Gitarren und Schlagzeugbegleitung gesungen, die Gemeindeglieder sind überwiegend jung und offen und die Gotteshäuser zumeist lichtdurchflutet und alles andere als modernd und verstaubt – also ein super Ort für eine Studentenhochzeit!
Bei „unserem“ erwählten kommen außerdem ein großer Garten inklusive Kletter-/Trampolin-/Sandparadies hinzu, für die zahlreichen geladenen Gäste zwischen Windelträger und Milchzahnbubi, und genug Zuschauerplätzen vor dem Traualtar für die hoffentlich erscheinenden 120 weiteren Personen, die ihre Schulpflicht längst hinter sich gelassen haben.

Leider haben wir da die Rechnung ohne die hiesige Gemeinde gemacht.
Trauen lassen von einem „Gemeindefremden“ (alias des Liebsten Vater, seinerseits Pfarrer) der auch noch aus der LANDESKIRCHE kommt – wollt ihr das wirklich?
Feiern mit Alkohol? – Wie stellt ihr euch das vor? In der Gemeinde! (obwohl es da schon andere Feste und Feiern gab, zwei vierzigste Geburtstage neulich zum Beispiel)
Tanzen? geht schon mal gar nicht! und auch nicht draußen, schließlich ist es im September doch sowieso viel zu kalt!
und so weiter und so fort.

Tja ja, wir beide sind einfach nur enttäuscht. Man hätte uns einfach sagen können, NEIN, das wollen wir nicht, aber stattdessen werden fadenscheinige Erklärungen gesucht, wieso es nicht funktionieren kann, auch wenn die Gemeinde sooo gern einwilligen wöllte.

Zum Glück ist aber noch keine endgültige Entscheidung gefallen, denn es gibt dort tatsächlich auch Leute, die hinter uns stehen und keine Probleme darin sehen, in einem Gotteshaus (welches übrigens früher mal als Reithalle diente) fröhlich zu sein. Und für die auch das Wetter kein Problem darstellt.
Dafür kann man schließlich beten.

Es sind noch neun Monate bis zu unserer Hochzeit.

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3 Gedanken zu „Steine auf dem Weg

  1. Ohje, ich habe das irgendwie gar nicht mitbekommen, dass ihr heiraten wollt :). Herzlichen herzlichen, herzlichen Glückwunsch! Ich hoffe eure Traumhochzeit findet doch noch in der kleinen Gemeinde statt, es liest sich sehr schön gemütlich und außergewöhnlich.
    Liebe Grüße Maja

  2. Pingback: Ort und Zeit – location and time | margareteaudrey

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