von null auf hundert…

Gestern begann der Tag wartend im Bürgeramt mit dem Mini-Australierer im Arm und endete mit der Gratulation zum 100!!! Geburtstag einer Apothekenstammkundin.

Ach ja und in der Mittagspause wurde die Scheibe vom roten Apothekenflitzer eingeschlagen, der sich gerade in margarete audreys Obhut befand. Mitten in der Stadt, mitten am Tag, in einer stark befahrenen Straße, aber natürlich hat es keiner gesehen.

Der Chef nimmt es zu Glück gelassen.

Advertisements

Lieferschwierigkeiten…

Wenn man Medikamente ausliefert und es eilig hat wie ich neulich, sollte man dennoch NICHT kopflos die Treppen nach erfolgreicher Mittelchenabgabe herunterstürzen, um schnell wieder im Auto zu sitzen und weiter zu düsen.
Denn dann könnte es passieren, dass man nicht die Haus- sondern die Hinterhoftür erwischt.
Und dann dort etwa eine halbe Stunde lang „Haaaallo“ schreit, an Türen hämmert und Steinchen gegen Fenster wirft, um Aufmerksamkeit zu erregen…

Deutschland, Deutschland…

Please scroll down for an English translation
Wenn man in Deutschland irgendeinen Behördengang erledigen muss, ist das immer nervig. Wenn man dann kein deutscher Staatsbürger ist, verschlimmert es die Sache um einiges und wenn man dazu auch noch die deutsche Sprache nicht beherrscht, ist es fast unmöglich, deshalb machte sich margarete_audrey gestern mit Allison Ruß und deren Physikermann, der hier in Deutschland versucht ein Gedankenexperiment für seine bahnbrechende neue Theorie zu finden, auf um deren Söhnchen in Deutschland registrieren zu lassen.
Bestellt waren wir 10:30 Uhr im Zimmer eins. Wir kamen völlig unaustralisch absolut pünktlich an.
Es folgt: Klopfen, Hineingehen, Anliegen vorbringen, falsch sein, weitergeschickt werden zu Zimmer 17.
Dort angekommen folgt: Klopfen, Hineingehen, Anliegen vorbringen, falsch sein, weitergeschickt werden zu Zimmer 14.
Dort ankommen und richtig sein. Trotzdem anklopfen, hinein gehen und warten müssen. Endlos später aufgerufen werden und die wohl unfreundlichste Sachbearbeiterin erwischen, die das Standesamt zu bieten hat: Frau Pingelig.
Alle Dokumente (die für nur 120 Euro offiziell ins Deutsche übersetzt wurden) werden vor Frau Pingelig ausgebreitet, damit die feststellen kann, dass die Dokumente in Autralien „so gaaaanz unübersichtlich aufgebaut sind“ (was margarete audrey NICHT übersetzt).
Nachdem Frau Pingelig dann doch verstanden hat, dass alle Dokumente vollständig sind, der nächste Aufreger: Auf australischen Heiratsurkunden steht nicht, für welchen Namen sich das gemeinsame Paar entschieden hat – ein überaus großes Problem, weil nun der Name des Passes der Mutter und der Name der Ehefrau des Vaters nicht übereinstimmen, also könnte die Frau vor der Beamtin schließlich auch die Schwester des Ehemanns sein, die hier mit falschen Papieren lebt! (und die zufällig am gleichen Tag geboren ist, wie die Ehefrau und zufällig auch die beiden gleichen Vornamen trägt)
Nach einer unendlichen und wiederum nicht übersetzten Diskussion zwischen margarete_audrey und Frau Pingelig heißt es wieder: warten.
Allison Ruß Söhnchen wird es aber langsam zu bunt, er braucht neue Windeln und eine ordentliche Stillmahlzeit, aber da es in der Abteilung für die Anmeldung von Babies einen Still-  und Wickelraum geben sollte, macht sich Allison Ruß auf, um das Kindchen zu versorgen und kommt nach fünf Minuten unverrichteter Dinge zurück, um mitzuteilen, dass der Still- und Wickelraum nur von acht bis zehn Uhr geöffnet ist, aber eigentlich verwundert in diesem Amt nichts mehr.
Das Söhnchen wandert von Mamas über Papas auf margarete_audreys Arm, schreit sich aber immer mehr in Rage.
Nach einer weiteren Wartezeit bekommt der Physikermann eine Rechnung über dreißig Euro ausgehändigt (für die Geburtsurkunde!) und nachdem diese in Raum 216 beglichen ist und man sich wieder vor Raum 14 eingefunden hat, verstreichen nur noch zehn Minuten ehe die Geburtsurkunde ausgehändigt wird.
Inzwischen ist es zwölf Uhr dreißig, das Kindchen schreit wie am Spieß und alle beteiligten Erwachsenen sind mit den Nerven am Ende.
Deutschland, Deutschland über alles…

If you have to use any civil service in Germany, it’s always very annoying. It’s even worse, if you are not a German citizen and if to all of it you do not speak fluent German, it’s nearly impossible, that’s why I yesterday went with my Australian friend Alsion Rus Wriggt (oh yes, that’s how the Germans pronounce Wright) and her husband to the well known „Standesamt“ to get their bundle of joy registered.
Our appointment was at half past ten, room 1. We arrived very unaustralian absolutely in time.
What follows is: Knock, walk in the office, tell the case, be in the wrong room, being send to room 17.
What follows  is: Knock, walk in the office, tell the case, be in the wrong room, being send to room 14.
Arrive there and be in the right room.
Nevertheless knock, walk in the office and walk out again and WAIT.
Being called in like an eternity later and get the worst office worker, this office has to offer, Mrs. Fussy.

We don’t care and put all documents, we had to bring in front of her. (by the way, the translation for these documents was just about 170 Australian dollars). The first thing Mrs. Fussy realizes is that the Australian documents are “sooo confusing”, so she can’t even see, if all documents are there. She takes her time to find out, but what’s that?
On Australian marriage certificates it doesn’t say, which name the new married couple chose, which is a huuuge problem, because the baby’s mum’s passport name and the name oft he wife on the marriage certificate are NOT the same! So maybe this woman in front of her is not Alison Kelly, the wife, it’s Alison Wright, which must be the dad’s sister or something, who lives her in Germany under a wrong name – with the same date of birth and the same middle name, but never mind…(And no, I didn’t translate that to Tony and his wife/sister/ or who ever she might be)
After a short (and again not translated – national proud, guys!) discussion between me and Mrs. Fussy we have to wait. Outside the office. Again.
Theodore has enough by now, he is in the need of a clean nappy and a proper feed, but no worries, we are in an office, where babies get registered, so there must be a changing room, somewhere. So Ally leaves, her little big sister girl and I read “By the big, big sea“ for the hundrest time, and Ally comes back. Theodore is still whining. Well, there was a changing room, but it was just open from eight to ten in the morning, sure, that’s the only time, where nappies need to be changed, but we do not wonder about anything anymore.
Theodore wanders from his mum’s over his dad’s to my arms, but he gets just more and more upset.
After a few more minutes, Tony gets a bill, just about 40 Australian Dollars, for the birth certificate, he leaves us, to find room 216 to pay the pill.
We do what we are best at and wait. (again)
But we just wait for ten more minutes, and then we are out. Theodore has his first official certificate, and welcomes it with crying, it’s at least 12 thirty and all adults are fed up.
Deutschland, Deutschland, über alles…

Morgens halb acht in Deutschland…

…klingelt das Handy und die Stimme der Chefin, deren Auto margarete_audrey zum Liefern fährt, reißt sie aus dem Schlaf: „Schnell, zieh dich an und fahr das Auto weg, die Polizei hat angerufen der 40-Tonner will vorbei!“

Und margarete audrey hechtet die Treppen hinunter und fährt das Auto fünfzig Zentimeter vorwärts, damit der amre Brummifahrer vorbei kann, weil es dem nicht zuzumuten ist, einfach von der anderen Seite in die Straße hinein zu fahren…