fünfundvierzig Minuten

margarete_audrey hatte mal einen festen Freund. Der rief sie eine Woche vor ihrem Geburtstag an und sagte: „margarete_audrey, mit uns bin ich mir gar nicht mehr sicher!“
Da fiel margarete_audrey aus allen Wolken und begann die Gründe zu erfragen.
Irgendwann dann auch: „Hast du eine andere geküsst?“.
„Nein, das nicht, aber…“ mit „einer anderen“ hatte er geschlafen.
Und was macht man da? Genau, Schluss.
Und dann? Heulen.
Und dann? Die beste Freundin anrufen.
Und wenn die nicht rangeht? Dann eben den besten Freund.
Genau das hat auch margerete_audrey gemacht.

Ihr bester Freund heißt Mister unicycle. Die beiden verbringen eigentlich jeden Tag miteinander. Und haben zufällig fast immer die selben Univeranstaltungen. Danach gehen sie dann zusammen Mittagessen. Oder Einrad fahren. Oder sie schauen sich einen Film an. Jedenfalls verstehen sie sich blendend.
Irgendwann merkt margarete_audrey auf einmal, dass Mister unicycle doch eigentlich ziemlich gut aussieht und gut riecht und so musikalisch und intelligent und überhaupt ziemlich perfekt ist.
Leider hat aber Miss Dreadhead erzählt, dass Mister unicycle gesagt hätte absolut nichts für margarete_audrey zu empfinden, außer tiefe Freundschaft. Mist.

Eines Tages sitzen margrete_audrey und Mister unicycle wieder einmal in margarete_audreys Zimmer und diskutieren gerade, ob er nicht ihre Mitbewohnerin ersetzen soll, die bald auszieht und was das für Auswirkungen auf die Freundschaft haben könnte.
Plötzlich sprudelt es aus margarete_audrey heraus: „Es könnte vielleicht eventuell passieren, dass ich vielleicht möglicherweise Gefühle für dich entwickeln könnte, wenn wir noch mehr Zeit zusammen verbringen würden.“
„Auch ich muss sagen, dass ich dir nicht ganz abgeneigt bin.“
Es folgt ein Hin und Her von immer genauer werdenden Zuneigungsbeschreibungen, bis es schließlich aus margarete_audrey herausplatzte:
„Also eigentlich bin ich schon von Kopf bis Fuß in dich verliebt!“

Und was sagt Mister Unicycle dazu: „Jetzt muss ich erstmal aufs Klo.“
margarete_audrey ist geschockt und beginnt zu warten, eine, fünf, zehn Minuten. Dann kommt Mister unicycle endlich wieder aus dem Bad und sagt: „Wir treffen uns in fünfundvierzig Minuten an der Brücke.“ und verlässt fluchtartig die Wohnung.
Daraufhin ist für margarete_audrey mal eben kurz die Welt zusammengebrochen, absolut lächerlich hatte sie sich gerade eben gemacht und eine ihrer besten Freundschaften mit ihrer Gefühlsduselei zerstört.
Zur Brücke ist sie dann trotzdem gefahren. Der dort wartende Mister unicycle empfing sie als zitterndes Wrack mit den Worten „Margarete_audrey, wollen wir zusammen sein?“

Es dauerte dann noch weitere fünfundvierzig Minuten bis ich mich wieder gefangen hatte und zum ersten seit Monate fälligen Kuss bereit war. Der erwieß sich übrigens als wunderbar.
Am Dienstag ist das alles ein Jahr her.
Seitdem ist Mister Unicycle mein Liebster geworden und nach drei Monaten bei mir eingezogen, um gleich die Monate wieder wett zu machen, die wir damit verbracht haben uns vorzumachen, dass wir „nur Freunde“ sind.

Wer sich übrigens fragt, wieso Mister Unicycle margarete_audrey diese schrecklichen fünfundvierzig Minuten Folter angetan hat, dem sei gesagt: die Enkel sind schuld.
Schließlich sollte sie denen später mal nicht erzählen, ihr erster Kuss mit dem Opa hätte sie an Knutschen mit einem Walroß erinnert. Denn das wäre geschehen, wäre er nicht schnell nach Hause gefahren um sich den von ihr verachteten udn schon viel zu langen Schnurrbart ab zu rasieren.

Danke, Liebster, für dieses erste Jahr!

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7 Gedanken zu „fünfundvierzig Minuten

  1. Der Satz mit dem zitternden Wrack ist glaube ich auf dich selbst bezogen, traf aber auch auf mich zu ^^
    Und ich glaube ich habe gesagt Ich wollte dir nicht dem Schnauzer die Zähne putzen, dich zu knutschen hätte ich mich doch noch gar nicht gewagt! – Abgesehen davon war es ziemlich genau so.

  2. Für mich ist dein blog wie süßsauersauce zu chickenncnuggets ;D also dh sehr gut und schmeckt lecker:D.Ich bin anonym und du kennst mich nicht.ich liebe dich. k****

  3. Ich möchte, dass Margarete_Audrey für ihre Enkel und alle anderen ein Buch schreibt. Nicht jetzt, nicht nächstes Jahr…aber irgendwann. Ich bin fasziniert!!

  4. Pingback: Happy second anniversary… – 2 Jahre! | margareteaudrey

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